11. August 2018 / 22:05 Uhr

Medaillenregen für Deutschland! Mihambo und Przybylko sind Europameister

Medaillenregen für Deutschland! Mihambo und Przybylko sind Europameister

Redaktion Sportbuzzer
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Was für ein Tag für die deutschen Leichtathleten! Nadine Müller freute sich über Silber im Diskus, Malaika Mihambo und Mateusz Przybylko über Gold in Weit- und Hochsprung.
Was für ein Tag für die deutschen Leichtathleten! Nadine Müller freute sich über Silber im Diskus, Malaika Mihambo und Mateusz Przybylko über Gold in Weit- und Hochsprung. © dpa
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Bei der Leichtathletik-EM im Berliner Olympiastadion haben die deutschen Athleten binnen weniger Minuten zwei Erfolge gefeiert. Hochspringer Mateusz Przybylko und Weitspringerin Malaika Mihambo gewinnen ihre Wettkämpfe. Die Diskus-Werferinnen Nadine Müller und Shanice Craft komplettieren mit Silber und Bronze den Medaillensatz.

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Ungläubig riss Mateusz Przybylko die Arme nach oben und ließ sich von Maskottchen Berlino in die Luft stemmen. Mit einem makellosen Gala-Auftritt holte der Leverkusener bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin die Goldmedaille und gewann den zweiten EM-Titel eines deutschen Hochspringers nach Dietmar Mögenburg 1982.

Nervenstark überwand der 26 Jahre alte Przybylko alle Höhen bis 2,35 Metern im ersten Versuch und stellte damit seine persönliche Bestleistung ein. Zweiter wurde der Weißrusse Maxim Nedasekau mit 2,33 Metern, Bronze holte der unter neutraler Flagge startende Russe Ilja Iwanyuk mit 2,31 Metern. Eike Onnen aus Hannover wurde mit der übersprungenen Anfangshöhe von 2,19 Metern Achter. Im März hatte Przybylko bereits Bronze bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Birmingham gewonnen.

Przybylko siegt traumhaft sicher

„Ich bin heiß wie Frittenfett“, kündigte Przybylko bereits vor dem Finale an. „Wenn die Leute mitklatschen, kann ich mich fokussieren. Das gibt mir noch mehr Adrenalin. Ich will immer höher springen – bis zum Himmel.“ Und der selbstbewusste gebürtige Bielefelder präsentierte sich auch in Berlin ganz nervenstark. Nur Iwanyuk aus Russland und Przybylko meisterten die ersten drei Höhen jeweils gleich im ersten Versuch.

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Der potenziell größte Gegner konnte dabei gar nicht erst an den Start gehen. Wegen Verletzung der Anti-Doping-Regeln hatte der russische Weltklasse-Hochspringer Danil Lyssenko sein Startrecht als neutraler Athlet vor der EM verloren. Der Weltverband IAAF begründete dies damit, dass der 21 Jahre alte Hallenweltmeister nicht über seine täglichen Aufenthaltsorte für mögliche Dopingtests in der Trainingsphase informiert hatte.

Doch auch so entwickelte sich ein packender Wettkampf. Auch die 2,31 und 2,33 überwand Przybylko traumhaft sicher und überbot damit seine Jahresbestleistung. Als der italienische Titelverteidiger Gianmarco Tamberi riss, hatte Przybylko bereits eine Medaille sicher – und krönte seine Leistung mit dem Sprung über 2,35 Meter. Przybylko hat polnische Eltern, sein jüngerer Bruder Kacper spielte zuletzt als Fußballprofi beim 1. FC Kaiserslautern. Seinen linken Oberarm ziert eine Tätowierung „mi familia“ („meine Familie“). Zum Abschluss ließ er die deutsche Rekordhöhe von 2,38 Metern auflegen – scheiterte jedoch. Doch auch dieses Ziel ist anvisiert: „Der deutsche Rekord ist zum Greifen nah“, kündigte er an.

Mihambo: „Habe es spannend gemacht ...“

Malaika Mihambo ist der bislang wichtigste Sprung ihres Sportlerlebens gelungen. Mit 6,75 Metern hat die 24 Jahre alte Weitspringerin am Samstag bei der Leichtathletik-EM in Berlin Gold aus dem Sandkasten geholt. Zweite wurde Marina Bech aus der Ukraine, die zwei Zentimeter weniger weit kam. EM-Bronze gewann die Britin Shara Proctor mit 6,70 Meter. „Diesmal habe ich es mir schwer gemacht“, sagte Mihambo im ZDF.

Nach dem größten Erfolg ihrer Karriere wird sie weiter auf die Suche nach dem perfekten Satz gehen. Denn der deutschen Meisterin geht es nicht allein darum, endlich die Sieben-Meter-Marke zu überspringen. Bei der Kurpfalz-Gala im Mai in Weinheim war sie mit 6,99 Meter nicht weit davon entfernt – weiter sind nur sieben deutsche Weitspringerinnen gekommen. Angeführt von Heike Drechsler, die 1998 als letzte Deutsche den EM-Titel gewann.

Harmonischer Rhythmus wichtig

Ein harmonischer Rhythmus beim Anlauf und ein schöner Flug ist Mihambo „persönlich wichtiger“ als die Landung bei über sieben Metern. „Denn wenn man die effektiven Weiten betrachtet, bin ich schon oft über sieben Meter gesprungen“, erklärte Mihambo vor der EM dem Mannheimer Morgen. In Weinheim hätten beim Absprung 13 Zentimeter zum Brett gefehlt, sodass sie deutlich über sieben Meter gekommen wäre, folgerte sie.

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„Ich weiß also, dass ich es kann.“ Überhaupt hat die in Heidelberg geborene nur 55 Kilogramm schwere Athletin eine eigene Sicht auf die Herausforderungen des Sports. „Erfolge sind wichtig, aber mein Antrieb kommt von innen“, lautet die Maxime der Tochter einer deutschen Mutter und eines Vaters aus Sansibar, die seit ihrer Kindheit der LG Kurpfalz treu geblieben ist und seit dem elften Lebensjahr von Ralf Weber trainiert wird.

Bronze vor zwei Jahren

Dass man auch in der Provinz große Sprünge lernen kann, bewies Mihambo bei der EM 2016 in Amsterdam, wo sie Bronze gewann. Wenige Wochen später bei den Olympischen Spielen in Rio verfehlte sie mit Platz vier nur knapp eine Medaille. Nach diesem Durchbruch auf internationaler Ebene ging es aber nicht so weiter. Vielmehr musste sie 2017 wegen eines Knochenödems am Fuß um ihre Karriere bangen. Mehrer Monate musste sie einen Spezialschuh tragen und Sauerstoff-Therapie machen lassen, um das Absterben des Knochens zu verhindern. Der Versuch, sich dennoch für die WM in London zu qualifizieren, gelang nicht.

Im EM-Sommer kehrte Mihambo stärker denn je zurück, was sie mit der Steigerung ihrer Bestleistung auf 6,99 Meter ebenso demonstrierte wie mit dem souveränen Auftritt in der Qualifikation bei der EM am Donnerstag in Berlin: Im ersten Versuch übersprang sie die geforderte Weite von 6,67 Meter um vier Zentimeter. „Zu den Saisonhöhepunkten bin ich immer am besten“, sagte Mihambo, die sich neben ihrer Nervenstärke auf ihre Sprint-Qualität verlassen kann: Mit 9,58 Metern pro Sekunde ist sie eine der schnellsten Weitspringerinnen der Welt.

Diskuswerferinnen komplettieren Medaillensatz

Die Diskuswerferinnen Nadine Müller und Shanice Craft haben bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin die Silber- und Bronzemedaille gewonnen. Sie mussten sich am Samstagabend nur der Kroatin Sandra Perkovic geschlagen geben. Die zweimalige Olympiasiegerin siegte mit 67,62 Metern und sicherte sich ihren fünften EM-Titel.

Nadine Müller aus Halle/Saale kam auf 63,00 Meter und war damit 54 Zentimeter besser als die Mannheimerin Shanice Craft. Die Neubrandenburgerin Claudine Vita verpasste als Vierte nur knapp eine Medaille.

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