10. September 2018 / 20:10 Uhr

Esser: Vom übergewichtigen Klempner zum Bundesliga-Keeper bei 96

Esser: Vom übergewichtigen Klempner zum Bundesliga-Keeper bei 96

Marvin Behrens
Michael Esser hat beim VfL Bochum den Sprung zu den Profis geschafft. Nach einem Kurzaufenthalt in Österreich schnupperte er Bundesliga-Luft beim SV Darmstadt. Bei Hannover 96 hat er seinen Karriere-Höhepunkt erreicht.
Michael Esser hat beim VfL Bochum den Sprung zu den Profis geschafft. Nach einem Kurzaufenthalt in Österreich schnupperte er Bundesliga-Luft beim SV Darmstadt. Bei Hannover 96 hat er seinen Karriere-Höhepunkt erreicht. © imago/Ulmer
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Nach einer Saison als Nummer 2 hinter Philipp Tschauner, setzte sich Michael Esser in dieser Sommer-Vorbereitung durch. Der 30-Jährige ist gelernter Klempner, wurde nicht in einer Nachwuchsakademie ausgebildet und will dem Sport auch nach Karriere-Ende erhalten bleiben. "Baustelle? Lieber will ich Trainer werden."

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Im Interview mit dem kicker erklärt Michael Esser, dass er Interviews gar nicht mag. Zumindest die nach dem Spiel. "Da ärgere ich mich auch, wenn ich mich dabei erwische, ausgelaugt irgendwelche Phrasen zu dreschen", sagte der Ruhrpottler, "aber ich sehe ein, dass die Leute ja gleich nach Abpfiff etwas von uns hören wollen. Ich stelle mich da auch und gebe mir Mühe."

Michael Esser: Bilder seiner Karriere

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Symbolisch: Essers Kampf gegen die Kilos

Esser räumt mit dem Gerücht auf, damals ein Raucher gewesen zu sein. Dem Sportmagazin verrät er, dass er vor zehn Jahren Gewichtsprobleme hatte. Damals streifte der 1,98-Hüne noch das Trikot seines Heimatvereins SV Sodingen über. "Als dort zum Trainingsauftakt nach dem Wiegen mein Trainer zu mir sagte: Mit 115 Kilo spielst du bei mir nicht. Du musst unter 100 kommen." Der willenstarke Keeper schaffte es in sieben Wochen Vorbereitung.

Bochum sagt Ja - mit kurioser Begründung

Als der VfL Bochum dann einen Torhüter für die Reserve suchte, versuchte es Esser nochmal. Schon in der C-Jugend war er bei den Blau-Weißen vorstellig, schaffte es jedoch nicht, weil er zu klein war. Der damals 20-Jährige legte sich ordentlich ins Zeug: "Da habe ich im Probespiel gute Eindrücke hinterlassen. Und wohl auch in der Einheit bei VfL-Torwarttrainer Peter Greiber überzeugt, obwohl seine Begründung wenig schmeichelhaft klang." Greiber sagte ihm, sie haben ihn genommen, weil er das Training nicht abgebrochen hat.

Aktuelles zu Hannover 96

"Es ist wohl mit der schönste Job, den es gibt"

Der in Castrop-Rauxel geborene Esser fasste Fuß bei den Profis und wurde nach sieben Jahren beim VfL Bochum, dem er als Fan erhalten bleibt, an Sturm Graz abgegeben. Von dort aus ging es zu Darmstadt 98, bei denen er nach dem sensationellen Bundesliga-Aufstieg das Tor hütete: "Dass ich es überhaupt so spät noch in die Bundesliga geschafft habe, ist schon wie die Erfüllung eines Traumes."

Kein steiler Aufstieg, aber heute ist für den gelernten Klempner der Bundesliga-Alltag das Größte: "Es ist wohl mit der schönste Job, den es gibt. Die Stimmung in den Stadien, faszinierend. Oder dass man nicht schon morgens um sieben aufstehen muss, außer im Trainingslager. Man kann sich auf sein früheres Hobby konzentrieren und einfach Spaß daran haben."

Esser fühlt sich wohl in Hannover

Mit dem Torhüter-Dasein kann sich der 30-Jährige mehr als nur arrangieren, wenn er die Passfolgen sehe, die die Feldspieler ständig machen müssen. "In der Kiste ist es für mich abwechslungsreicher." In Hannover will er noch einige Jahre bleiben, "aber unser Lebensmittelpunkt wird auf Sicht später in Castrop und Umgebung liegen." Dann will die Nummer 1 von Hannover 96 auch nicht mehr auf die Baustelle, sondern seine Erfahrung weitergeben: "Vielleicht für Torhüter im Nachwuchsbereich." Getreu der Zeile aus seinem Lieblingslied "Männer" von Herbert Grönemeyer: "Männer sind allzeit bereit."

Breitenreiter wird laut: Bilder zum Training von Hannover 96

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