05. Dezember 2018 / 21:06 Uhr

Frontzeck zerlegt Kaiserslautern nach Entlassung: "Klub wurde ausgeweidet"

Frontzeck zerlegt Kaiserslautern nach Entlassung: "Klub wurde ausgeweidet"

Redaktion Sportbuzzer
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Michael Frontzeck hat nach seiner Entlassung beim 1. FC Kaiserslautern das Anspruchsdenken am Betzenberg kritisiert - und Sportchef Martin Bader.
Michael Frontzeck hat nach seiner Entlassung beim 1. FC Kaiserslautern das Anspruchsdenken am Betzenberg kritisiert - und Sportchef Martin Bader. © imago/foto2press
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Der 1. FC Kaiserslautern hat Sascha Hildmann als neuen Trainer vorgestellt. Dessen Vorgänger Michael Frontzeck spricht bei "Sport1" über seine Entlassung - und spart nicht mit Kritik an der Erwartungshaltung der Pfälzer und Sportchef Martin Bader.

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Zehn Monate lang war Michael Frontzeck Trainer des 1. FC Kaiserslautern - bis zu seiner Entlassung am 1. Dezember. Eine Zeit zum Vergessen für den Traditionsverein aus Kaiserslautern - allerdings lag das nicht in erster Linie am ehemaligen Bundesliga-Trainer. Die Lauterer, einst Deutscher Meister und Dauergast in der Spitzenliga, stiegen sang- und klanglos in die 3. Liga ab und erlebten einen schwachen Saisonstart, der in einem 0:5 gegen Unterhaching und der Entlassung Frontzecks gipfelte. Inzwischen hat der FCK mit Sascha Hildmann einen neuen Trainer vorgestellt. Ob er die Probleme in den Griff bekommen kann? Frontzeck hat da seine Zweifel.

1. FC Kaiserslautern: Tiefer Fall nach großem Erfolg

Die 1950er Jahre, die goldenen Jahre, sind der erste Höhepunkt in der Erfolgsvita des 1. FC Kaiserslautern. 1951 nimmt FCK-Legende Fritz Walter die erste deutsche Meisterschaft für die Pfälzer entgegen (Foto), eine weitere 1953 und zwei Finalteilnahmen in den beiden folgenden Jahren schließen sich an. Zur Galerie
Die 1950er Jahre, die "goldenen Jahre", sind der erste Höhepunkt in der Erfolgsvita des 1. FC Kaiserslautern. 1951 nimmt FCK-Legende Fritz Walter die erste deutsche Meisterschaft für die Pfälzer entgegen (Foto), eine weitere 1953 und zwei Finalteilnahmen in den beiden folgenden Jahren schließen sich an. ©
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"Der Klub ist gewissen Zwängen unterlegen", erklärte der Trainer-Veteran in einem Interview mit Sport1 und macht vor allem die Erwartungshaltung bei den Pfälzern für die Krise verantwortlich. "Das schwierige Umfeld in Kaiserslautern ist immer schwer zu greifen. Beim FCK hängt vieles mit der Historie zusammen. Man zählte damals zu den Top-Adressen in Deutschland. Viele Menschen halten sich noch immer dort auf, was ich auch nachvollziehen kann." Dabei würden die wenigsten Menschen nachvollziehen können, was wirklich mit Lautern passierte. Frontzeck: "Und zwar nichts Positives. Der FCK ist wirklich ausgeweidet worden."

Sascha Hildmann ist neuer Trainer des 1. FC Kaiserslautern

Er habe den Eindruck gewonnen, als Trainer für alles verantwortlich gemacht zu werden, erklärte der ehemalige Chefcoach von Borussia Mönchengladbach und Hannover 96 - und beschreibt Lauterns Situation nicht ohne Spott. "Kaiserslautern hat auch eine große Historie, was Trainer angeht. Ich bin jetzt der 13. oder 14. in den vergangenen zehn Jahren. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen endlich einen Trainer finden, der Kontinuität in den Verein bringt." Sein Nachfolger ist Sascha Hildmann. Der 46-Jährige trainierte zuletzt Sonnenhof Großaspach und war auch schon in der Jugend von Mainz 05 aktiv. Hildmann ist gebürtiger Kaiserslauteterer, spielte einst für die zweite Mannschaft.

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Derzeit ist Lautern nur Zwölfter der 3. Liga - und bereits zehn Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Eine desaströse Bilanz, doch vor der Saison holten die Pfälzer insgesamt 18 neue Spieler. Frontzeck: "Das ist kein normaler Umbruch, das ist ein Kahlschlag. (...) Ein großer Fehler war, dass ich die Zielsetzung Aufstieg mitgetragen habe." Der Trainer beschwerte sich auch über Sportchef Martin Bader, der nach eigenen Angaben ein Gegenstück zu Frontzeck suche. "Ich wünsche ihm viel Erfolg bei der Suche. In der vergangenen Woche wurde meine Philosophie noch kritisiert. (...) Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich diese Kritik nicht für voll nehmen."

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