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Dreifach-Sieg in der Formel 3: Mick Schumacher auf Titelkurs

Redaktion Sportbuzzer
Mick Schumacher hat gute Chancen auf den Sieg in der Formel 3. © imago/Pakusch

Fährt er bald in der Formel 1? Für Mick Schumacher läuft es in der Formel 3 immer besser. Auf dem Nürburgring fährt er gleich drei Siege ein. Das beschleunigt die Spekulationen um seine Zukunft.

Mick Schumacher nährt mit seinem Siegeszug in der Formel 3 die Hoffnungen auf eine große Rennfahrerzukunft. Der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher holte sich am Nürburgring am Samstag und Sonntag alle drei Siege und greift nun sogar nach dem Titel. Nach seinem durchwachsenen Saisonstart ist der 19-Jährige inzwischen kaum noch zu bremsen, liegt nur noch drei Punkte hinter Spitzenreiter Daniel Ticktum. Prompt werden die Fragen nach einem Aufstieg in eine stärkere Kategorie immer lauter. „Alles ist möglich“, sagte Weltverbandschef Jean Todt.

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Der Franzose, ein enger Freund der Familie Schumacher, schloss als Zaungast an der Strecke auch einen mittelfristigen Sprung in die Formel 1 für Schumacher nicht aus. „Warum nicht“, sagte Todt dem Sender Sat.1. „Es läuft im Moment sehr gut für mich“, sagte Schumacher indes gewohnt zurückhaltend.

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Schumi forever: Die Karriere des Michael Schumacher in Bildern

1987: Michael Schumacher ist als frisch gebackener Kart-Europameister mit 18 Jahren bereit für den nächsten Schritt. In den folgenden Jahren sammelt er unter anderem seine Erfahrungen in der Formel König, Formel Ford und Formel 3, ehe es ihn in die Königsklasse zieht. Der Beginn einer einzigartigen Karriere. © imago
1991: Michael Schumacher feiert in Spa sein F1-Debüt, die Zielflagge sieht er jedoch nicht. Nach nur einem Rennen verlässt er Jordan, um bei Benetton anzuheuern - natürlich aber nicht aufgrund seines Ausfalls. Vielmehr sieht er bei diesem damaligen Top-Team eine bessere sportliche Zukunft. Auch Bernie Ecclestone hat seinen Anteil an diesem Blitz-Deal: Der Boss ist an einer Stärkung der Marke "Formel 1" in Deutschland interessiert und weiß, dass das Talent bei Benetton schneller Erfolge einfahren kann. © imago
1991: Schumi ist bei Benetton angekommen und belegt in seinem ersten Rennen beim Italien-GP den fünften Platz - vor seinem erfahreneren Teamkollegen Nelson Piquet. Mit einer Ausnahme landet der dreimalige Weltmeister im Qualifying immer hinter dem Kerpener. Mi zwei sechsten Plätzen und zwei Ausfällen komplettiert dieser seine Debüt-Saison. Schumis Fazit überrascht: "Das Auto sprang bei Unebenheiten, und die Traktion war schrecklich, was vor allem an den Reifen lag." © imago
1992: Drei Podien in Folge! Spätestens nach seinen Plätzen drei (Mexiko), drei (Brasilien) und zwei (Spanien, siehe Bild) weiß jeder, wie gefährlich dieser junge Deutsche den etablierten Fahrern werden kann. Doch sein ganz großer Durchbruch sollte einige Wochen später erst noch folgen ... © Michael Kunkel/Bongarts/Getty Images
1992: Mit 23 Jahren reiht sich Michael Schumacher nach Wolfgang Graf Berghe von Trips und Jochen Mass als dritter unter deutscher Lizenz fahrender F1-Pilot in die Siegerliste der Königsklasse ein. Er gewinnt exakt dort, wo er ein Jahr zuvor sein Debüt (bei Jordan) gegeben hatte. Mit Hilfe einer geschickten Boxentaktik schnappt sich Schumi den Titel von Spa. Am Ende belegt er nach seiner ersten kompletten F1-Saison im Gesamtklassement einen starken dritten Platz. © Bongarts/Getty Images
1994: Dieses Bild entsteht am 1. Mai 1994, also am Todestag von Ayrton Senna. Vor dem Start in Imola unterhält sich die brasilianische Motorsport-Legende mit Michael Schumacher, kurz danach verunglückt Senna beim Großen Preis von San Marino tödlich. Für den Deutschen scheint der Weg zum ersten WM-Titel frei, doch so hat er sich das natürlich niemals gewünscht. Dieser Grand Prix ist gleichbedeutend mit der schwärzesten Stunde in der Formel 1, da zuvor im Qualifying auch Roland Ratzenberger verstirbt. © imago
1994: Schumi hat als erster deutscher F1-Weltmeister allen Grund zum Feiern, auch wenn der eine oder andere Schatten auf diesem Titel lastet. Der Senna-Tod, die Kollision beim Saisonfinale mit Damon Hill, wiederkehrende Betrugsvorwürfe gegen Benetton: Die Presse tut sich schwer damit, auf den Schumi-Hype aufzuspringen. Dennoch ist dieses Jahr natürlich der Auftakt einer grandiosen Karriere. © Mark Sandten/Bongarts/Getty Images
1995: Schumi gelingt die Titelverteidigung und dessen Manager Willi Weber bringt den Transfer zu Ferrari unter Dach und Fach. Vor seinem Abschied von Benetton sorgt der Kerpener noch für den einen oder anderen Höhepunkt: Er feiert seinen ersten Sieg bei seinem Heimrennen auf dem Hockenheimring und überholt Jean Alesi zwei Runden vor dem Ziel. © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images
1996: Das deutsche Sport-Jahr hat es in sich. Während die Fußballer Europameister werden, wechselt Michael Schumacher zum italienischen Traditionsrennstall Ferrari. Doch Letzterer ist (zunächst) weit von dem Erfolg der Kicker entfernt. Technische Schwierigkeiten, Unzuverlässigkeiten und sogar der eine oder andere Fahrfehler (in Monaco rauscht er in die Mauer) machen Schumi zu schaffen. In Anbetracht dessen ist Gesamtrang drei eine gute Ausbeute und das beste Ferrari-Ergebnis seit 1990. © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images
1997: Schumi führt das Klassement vor dem letzten Grand Prix (Europa) an. Doch im Rennen brennen ihm die Sicherungen durch. Der Kerpener provoziert eine Kollision mit Jacques Villeneuve, die Schuldfrage ist diesmal geklärt. Der Leidtragende ist jedoch Schumacher, der ausscheidet und von der FIA wegen Unsportlichkeit aus der WM-Wertung ausgeschlossen wird. Ein Tiefpunkt. © Bongarts/Getty Images
1999: Schrecksekunde für alle Fans von Michael Schumacher: Beim Großen Preis von Großbritannien versagen kurz nach dem Start die Bremsen des Ferrari-Piloten, der mit 107 km/h in den Reifenstapel einschlägt. Die Zuschauer befürchten das Schlimmste, doch der Deutsche hat Glück im Unglück und zieht sich "nur" einen Bruch des rechten Unterschenkels zu. Die WM ist für Schumi allerdings gelaufen, da er sechs Rennen aussetzen muss. © imago
2000: Schumi is back und kann die Mercedes-Dominanz der vergangenen Jahre stoppen. Er fährt seinen insgesamt dritten WM-Titel und seinen ersten für die Scuderia ein. Der emotionalste Moment: Mit seinem 41. Sieg seiner Karriere in Monza stellt er Ayrton Sennas persönlichen Rekord ein. In der anschließenden Pressekonferenz kann Schumacher seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Diese "menschelnde" Reaktion des sonst so cool wirkenden F1-Piloten erreicht vor allem die Herzen der Tifosi. © Andreas Rentz/Bongarts/Getty Images
2001: Souveräner kann man kaum Weltmeister werden. Michael Schumacher krönt seine Saison bereits fünf Rennen vor Saisonende mit dem Titel. Neun Rennen kann er für sich entscheiden und zudem den Rekord von Alain Prost (51 Siege) einstellen. Ganz Italien ist im Schumi-Fieber! © Andreas Rentz/Bongarts/Getty Images
2001: Michael Schumacher ist längst eine der größten Sport-Legenden unseres Landes. TV-Auftritte gehören zum beruflichen Alltag des Kerpeners. Hier macht er es sich auf der berühmten "Wetten, dass..?"-Couch bequem und stellt sich den Fragen von Entertainer Thomas Gottschalk. © imago
2002: Die Dominanz von Ferrari ist einfach zu groß und es hagelt rote Doppelsiege. Allerdings gibt es auch Kritik, da Ferrari in Österreich eine Stallorder in Auftrag gibt. Bei der Siegerehrung sind laute Pfiffe der Zuschauer zu vernehmen und Sieger Schumi drängt seinen Teamkollegen Rubens Barrichello sichtlich beschämt auf die oberste Stufe. Der Brasilianer hat nahezu das gesamte Rennen in Front gelegen, ehe er zurückgepfiffen wird. Der Kerpener darf sich am Ende der Saison über seinen dritten Fahrertitel in Folge freuen. © Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images
2003: Am Ende ist ein einziger Punkt das Zünglein an der Waage. Schumi erwischt einen schlechten Start in die neue Saison und hat nach drei Rennen schon 18 Punkte Rückstand auf den Führenden. Im Verlauf des Jahres tastet er sich wieder heran und rettet seine vierte Weltmeisterschaft in Folge durch einen 8. Platz im letzten GP in Japan. "Die meisten meiner Titel habe ich mit Siegen geholt, heute sitze ich hier und habe die WM mit einem 8. Platz gewonnen, dem einen Punkt, der noch nötig war. Deshalb habe ich etwas gemischte Gefühle", erklärt der nun erfolgreichste F1-Fahrer aller Zeiten bei der PK. © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images
2004: Der fünfte WM-Titel in Folge ist perfekt. Schumacher reicht ein zweiter Platz in Belgien hinter Kimi Räikkönen zum nächsten großen Erfolg - ausgerechnet im 700. Ferrari-GP. Insgesamt gelingen ihm in diesem Jahr 13 Siege in 18 Rennen. Ein Novum 2004: Schumi setzt in Frankreich erstmals in der F1-Historie auf eine geplante Vier-Stopp-Strategie - mit Erfolg. © imago
2006: Unmittelbar nach seinem 90. GP-Sieg gibt Schumi in Monza das Ende seiner aktiven Karriere bekannt. Nach fünf WM-Titeln für Ferrari und sieben insgesamt soll nach dem Ende der Saison also Schluss sein. In den folgenden Jahren bleibt der Rekord-Champion Ferrari zunächst erhalten, steht dem Team als Testfahrer und Berater zur Seite. © Flavio Mazzi/Bongarts/Getty Images
2009: So ganz ohne PS hält es Schumacher dann doch nicht aus. Er widmet sich dem Motorradsport, was ihm jedoch beinahe zum Verhängnis wird. Schumi zieht sich bei einem Sturz Verletzungen zu. Diese verhindern zu diesem Zeitpunkt sein F1-Comeback für Ferrari. Zunächst hat er sein Okay gegeben, als Ersatzfahrer für den verletzten Felipe Massa an den Start gehen zu wollen.  © Ralph Koehler/Bongarts/Getty Images
2010: Da ist er wieder! Schumi kehrt ins Cockpit zurück - diesmal jedoch nicht für Ferrari, sondern für Mercedes. Der siebenmalige Weltmeister unterzeichnet einen Dreijahresvertrag und bildet mit Nico Rosberg ein rein deutsches Fahrerduo. An seine früheren Ergebnisse kann der Kerpener jedoch nicht anknüpfen: Letztlich muss er sich mit den Plätzen neun, acht und 13 im Gesamtklassement zufrieden geben. © Mark Thompson/Getty Images
2012: Der leise Abgang des Michael Schumacher! Im brasilianischen São Paulo verabschiedet sich der große F1-Champion am 25. November mit einem siebten Platz aus der Königsklasse. Zu diesem Zeitpunkt konnte niemand ahnen, welch schreckliches Schicksal ihm nur ein Jahr später bevorstehen würde. © Mark Thompson/Getty Images
2013: Am 29. Dezember 2013 prallt Michael Schumacher beim Skifahren in Frankreich gegen einen Felsen und wird mit einem Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus eingeliefert. Die Formel-1-Legende schwebt in Lebensgefahr, wird ins Koma versetzt. Im Juni 2014 darf er die Klinik verlassen und wird seither zu Hause behandelt. © Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Schumacher wirkt seit Spa wie ausgewechselt

Lange hatte es danach ausgesehen, als benötige Schumacher noch ein weiteres Jahr in der Formel 3, um Erfahrungen zu sammeln und Wettkampfhärte auf der Rennstrecke nachzuweisen. Nur zweimal schaffte er es in den ersten 14 Saisonläufen auf das Podium. Zudem zeigte er Schwächen in der Qualifikation. Doch seit seiner Fahrt auf die Pole-Position in Spa-Francorchamps, wo Vater Michael einst in der Formel 1 debütierte und seinen ersten Grand Prix gewann, wirkt Schumacher junior wie ausgewechselt.

„Die Pole in Spa hat geholfen, mich noch mehr zu pushen“, sagte er. Es folgten sechs Siege in den vergangenen zehn Rennen und der Vorstoß auf Gesamtrang zwei. Auf dem Nürburgring zeigte Schumacher mit zwei Pole Positions seine neue Stärke in der Startplatzjagd und glänzte mit souveränen Leistungen in den Rennen. Drei Siege an einem Wochenende waren in der noch jungen Geschichte der Formel-3-Europameisterschaft zuvor nur den inzwischen in der Formel 1 fahrenden Lance Stroll, Max Verstappen und Esteban Ocon gelungen.

Mick Schumacher fährt Runden im DTM-Mercedes auf dem Nürburgring.

Ex-Konkurrent seines Vaters Michael sieht „Schumacher-Gene“

Dennoch mochte Schumacher nicht vom Titel reden. „Auf die Tabelle schaue ich nicht“, beteuerte er. Bei den verbleibenden sechs Läufen im österreichischen Spielberg und auf dem Hockenheimring will Schumacher weiter Werbung in eigener Sache machen. Spekuliert wird, dass er Mitte November beim Formel-3-Weltfinale auf dem gefährlichen Stadtkurs in Macau startet. Dort hatten sich bereits Vater Michael 1990 und Onkel Ralf 1995 mit Siegen für Höheres empfohlen.

Die Chefs der Deutschen Tourenwagen-Masters würden Mick Schumacher wohl bereits jetzt nur zu gern als Fahrer gewinnen. „Den Jungen zu sehen, wie er langsam Schumacher-Gene zeigt und heute unser DTM-Auto genießt, das beobachte ich mit Freude“, sagte DTM-Chef Gerhard Berger, nachdem Schumacher auf dem Nürburgring einige Showrunden im DTM-Mercedes gefahren war. „Ich hatte sehr viel Spaß. Das war eine Erfahrung wert“, sagte Schumacher höflich. Seine Zukunft aber sieht er vorerst weiter im Formelsport.

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