Trainer Frank Janshen. © Udo Meissner

Mit neuer Taktik zurück in die Spur

Rückblick: Die Frauen des SV Heiligenfelde zahlen vor allem in der ersten Saisonhälfte Lehrgeld

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Die Euphorie hätte bei den frisch gebackenen Landesligistinnen des SV Heiligenfelde vor Saisonbeginn 2015/2016 größer kaum sein können. Als Aufsteiger war das Team des damaligen Trainers Kim Neubert tornadoartig durch die Bezirksliga Hannover gerauscht, sicherte am Ende den Relegationsrang zur Aufstiegsrunde und ließ dort mit zwei klaren Erfolgen über den SC Hemmingen-Westerfeld (3:1) und den TSV Havelse II (4:1) keine Zweifel an der künftigen Landesligatauglichkeit aufkommen.

Die Startphase verlief verheißungsvoll. Mit 7:1 fertigten die aufmüpfigen Neulinge den favorisierten HSC BW Tündern ab, wobei Top-Torjägerin Anika Wilms, die in der Bezirksliga nach Belieben getroffen hatte, sofort wieder mit einem Dreierpack ihre Gefährlichkeit demonstrierte. Nach dem dritten Spieltag fand sich der SVH an der Tabellenspitze wieder, und die eine oder andere Spielerin träumte vielleicht schon von einem ähnlichen Husarenritt wie in der Vorsaison. Doch die etablierten Landesligisten hielten dagegen, demonstrierten nachhaltig, dass in dieser Spielklasse auf technisch höherem Niveau und vor allem mit stärkerem physischen Einsatz gespielt wird. Insbesondere in diesem Punkt sollte Heiligenfelde reichlich Lehrgeld bezahlen. Die Folge: Neuberts Elf startete eine gruselige Serie mit nur zwei Punkten aus neun Partien, die den Aufsteiger innerhalb weniger Wochen von der Spitze in die Abstiegszone katapultierte und einen Keil zwischen Mannschaft und Trainer trieb. Der ambitionierte Kim Neubert stellte sich und seine spieltaktischen Ansprüche zunehmend in Frage, bis er schließlich im November um eine mehrwöchige Auszeit bat.

Nach einigen Querelen mit dem Vorstand gab Neubert schließlich im Februar seinen endgültigen Rücktritt bekannt und verließ den Verein. Frank Janshen, eigentlich Co-Trainer der ersten Herren, war bereits im November als Interimscoach eingesprungen und verlängerte sein Engagement nun bis zum Saisonende. Gemeinsam mit Betreuer Frank Jordan gelang zumindest eine leichte Trendwende. Das anspruchsvolle Spielsystem wurde vereinfacht, die Ergebniskrise fand ein Ende und der Spaß am Fußball kehrte zurück. Speziell die Offensivkräfte Anika Wilms, Tanita Häfker, Marielle Kruse, Nina Obst oder Anica Lüdecke fanden nach zwischenzeitlichen Ladehemmungen zu alter Stärke zurück. Das führte zwar nicht immer zum Erfolg, aber zu torreichen und spektakulären Begegnungen wie dem 4:5 am finalen Spieltag der Saison gegen den Tabellenvierten 1. FFC Hannover. Durch die erfolgreiche Schlussoffensive sicherte Heiligenfelde drei Spieltage vor Schluss den Nichtabstiegsplatz und konnte vorsichtig mit den Zukunftsplanungen beginnen. Für Frank Janshen, der sich wieder den Herren widmen wird, musste ein Nachfolger gefunden werden.

Anfang Juni gab der Verein dann das Engagement von Frank Drechsler bekannt, der vom TSV Neubruchhausen nach Heiligenfelde gelotst werden konnte. Seit Wochenbeginn hat Drechsler die Trainingsleitung übernommen und will sich mit einer Reihe von Testspielen erst einmal einen Überblick verschaffen. Zudem kommt mit Rebecca Seebach namhafte Verstärkung für die nächste Spielzeit dazu. Die Nationalspielerin der Deutschen Post wechselt vom Bremer Verbandsliga-Absteiger TS Woltmershausen zum SVH und soll zu weiterer Stabilität beitragen. Ein sicherer Landesligaplatz wäre zweifellos der passende Ansporn für die eben erst eröffnete, junge zweite Mannschaft. Schließlich hat man in Heiligenfelde im Frauenbereich in den kommenden Jahren einiges vor.

Frauen Landesliga Bezirk Hannover Region/Bremen SV Heiligenfelde (Frauen)

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