04. Juni 2018 / 20:08 Uhr

Mit Tränen und Gänsehaut: Urgestein Luisa Wensing verabschiedet sich von Wolfsburgs Bundesliga-Frauen

Mit Tränen und Gänsehaut: Urgestein Luisa Wensing verabschiedet sich von Wolfsburgs Bundesliga-Frauen

Jasmina Schweimler
VfL Wolfsburg: Abschied von Luisa Wensing
Am Ende flossen Tränen: Nach sechs Jahren gab Luisa Wensing (getröstet von Torfrau Almuth Schult) ihren Abschied vom VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Das war ein Abschied mit viel Wehmut vom Frauenfußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg – beim offiziellen Goodbye vor der Partie gegen Köln und dann bei ihrem letzten Einsatz und der Meisterparty am Sonntag. Verständlich! Denn Luisa Wensing (25) war seit sechs Jahren beim neuerlichen Double-Gewinner, hatte alle großen Erfolge miterlebt.

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2012 war Wensing als Top-Talent mit Alexandra Popp vom FCR Duisburg gekommen. Wettbewerbsübergreifend trug sie 68 Mal den Dress der Wolfsburgerinnen, schoss sieben Tore. Sie war in der Innenverteidigung nicht nur wegen ihrer Kopfballstärke beim damaligen Trainer Ralf Kellermann gesetzt. Ihr A-Länderspielkonto schraubte sie beim VfL von eins auf 22. Bis zwei Wadenbeinbrüche 2015 und 2016 sie aus der Bahn warfen. „Lulle“ allerdings gab nicht auf: „Sicher war das auch mal im Kopf, vor allem nach der zweiten Verletzung.“ Aber: „Der Fußball ist ein großer Teil von mir, den hängt man nicht einfach so an den Nagel. Ich wurde immer gut betreut und hatte sehr gute Reha. Ich bin jetzt seit fast zwei Jahren ohne Verletzung und mein Fuß macht keine Probleme mehr.“Dass sie danach nur noch geringe Chancen auf einen Stammplatz hatte, war ihr bewusst. Wensing: „Man sieht ja in Wolfsburg, was für klasse Spielerinnen hier sind.“ Sie fand eigenständig eine Lösung: „Ich habe mit dem Trainer dann abgesprochen, dass ich lieber die Spielpraxis mit der zweiten Mannschaft nehme.“

In der Ersten spielte sie nicht mehr, die Fans aber hatten sie nicht vergessen. Am Sonntag forderten sie Wensing lautstark. Und als die Verteidigerin in der 84. Minute an der Seitenlinie zum Trainer trabte, erhob sich die Tribüne und applaudierte. Ein Gänsehautmoment. „Mit so einer Reaktion habe ich nicht gerechnet. Mein letztes Bundesliga-Spiel für den VfL hatte ich 2016 auch gegen Köln gemacht. Dass man mich nach zwei Jahren immer noch so unterstützt, macht mich sehr glücklich. Ich werde das sehr vermissen, denn die Fans hier sind einzigartig“, sagte Wensing und wischte sich eine Träne weg. In der Bundesliga zu spielen, sei weiterhin das Ziel, das Ausland keine Option.

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Der Titel 2014 war das Highlight

Besonders das Meisterschafts-Endspiel 2014 am Elsterweg vor 13.000 Zuschauern werde in Erinnerung bleiben: „Das werde ich in 50 Jahren noch erzählen!“ Nach ihrem Eigentor schien Frankfurt Meister zu werden, dann traf Alexandra Popp zum 2:1. Ausgerechnet Popp... „Eine sehr, sehr gute Freundin. Das ist schwer“, so Wensing schluchzend. „Alex gehörte schon 2008 zum Bundesligakader von Duisburg, ich kam 2009 dazu. Ich habe meine ganze Bundesliga-Karriere mit ihr durchlebt. Aber ich muss jetzt einen neuen Weg einschlagen und darauf freue ich mich.“ Und wer weiß... Wensing: „Ich werde Poppi im Auge behalten und ihr im direkten Duell dann hoffentlich einen einschenken.“

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