Hanno Stumpf Schauen in der Liga zumeist nur hinterher: die Spieler des TSV Bierden, hier Hanno Stumpf (am Boden). © Björn Hake
Hanno Stumpf

"Momentan reicht es nicht"

Andreas Krtschal spricht im Interview über den Fehlstart des TSV Bierden in der Kreisliga Verden

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Andreas Krtschal übernahm vor der Saison das Traineramt beim Kreisliga-Aufsteiger TSV Bierden. Doch gleich zu Beginn befindet sich der TSV in einer Krise. In den ersten fünf Partien hagelte es diverse Gegentore und fünf Pleiten. Grund genug, um beim Trainer einmal nachzuhaken.

Herr Krtschal, Sie sind mit dem TSV Bierden mehr als schlecht in die Kreisliga-Saison gestartet. In fünf Partien setzte es jeweils eine Niederlage, teilweise hagelte es reihenweise Gegentore. Wie erklären Sie sich den Fehlstart?

Andreas Krtschal: Tja, gute Frage. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Vielleicht denken einige noch, sie spielen in der 1. Kreisklasse. Es ist seltsam, wir trainieren super, alle Spieler ziehen mit, die Stimmung in der Kabine ist gut. Aber auf dem Platz bekommen sie es dann nicht umgesetzt. Nach dem ersten Gegentor gehen bei allen die Köpfe runter. Es ist keiner da, der die Jungs dann wieder aufbaut. Selbst ich von der Seitenlinie kann da nichts machen. Ich kann rufen und machen, aber es bringt nichts. Da bin ich dann selbst überfragt.

Ist das auch die Erklärung für die deutlichen Klatschen – 3:11 gegen den TSV Achim, 0:9 gegen den TB Uphusen II, 0:6 gegen den TSV Ottersberg II? In diesen Spielen ist ihre
Mannschaft regelrecht auseinandergebrochen. Nach fünf Spielen kassierte Bierden bereits 34 Gegentore, in der gesamten letzten Saison waren es 36 . . .

Ja, sobald das erste Gegentor fällt, geht bei uns gar nichts mehr. Uns unterlaufen unheimlich viele einfache Fehler. Dann kommt noch nicht mal der einfachste Drei-Meter-Pass mehr am Mann an.

Im Kreispokal gegen den 1. FC Rot-Weiß Achim hat ihre Mannschaft jedoch schon mit dem 7:6-Sieg nach Elfmeterschießen bewiesen, dass sie mit einer Kreisliga-Truppe mithalten
kann. Was ist seit diesem Spiel passiert, was ist anders?

Da waren mit Torsten Marek und Stefan Hinz noch zwei Cracks aus der Alten Herren dabei. Die haben gezeigt, dass man nicht immer nur schönen Fußball spielen kann. Wenn es nicht klappt, dann muss man auch kämpfen. Das haben meine Jungs noch nicht ganz begriffen. Gegen Ottersberg waren wir immer einen Tick langsamer, der TSV war immer etwas aggressiver. Vielleicht muss ich mal wieder den einen oder anderen von den Alten Herren mitnehmen. Meine Spieler müssen lernen, dass es nicht immer mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei geht.

Auffällig ist auch, dass der Kader kaum verändert wurde. Müsste eine derart eingespielte Mannschaft nicht gefestigter sein?

Ja, der Kader hat sich kaum verändert, aber ein paar Neue sind doch dazugekommen. Zudem fehlen uns wichtige Spieler. Immer wieder ist irgendwer wegen Krankheit, Arbeit oder Urlaub nicht da. Daher ist die Mannschaft nicht eingespielt. Ich muss immer wieder die Abwehr und das defensive Mittelfeld umbauen. Zudem fehlt auch Marc Lindenberg. Er ist eine
Granate, der die anderen auch mal wieder aufbauen kann, der sagt: ‚Kommt, es geht weiter.‘ Aber für ihn ist die Hinrunde gelaufen, da seine Kniescheibe verrutscht ist und er wohl auch einen Meniskusschaden hat.

Ist denn Besserung mit Blick auf die kommenden Partien in Sicht?

Ein paar Spieler kommen jetzt zurück. Ich hoffe, dass ich dann auch mal zwei, drei Wochen mit der gleichen Elf spielen kann.

Müssen Sie sich aber derzeit eingestehen, dass der TSV Bierden nicht kreisligatauglich ist?

Zurzeit ja, das beweist nun mal eine Klatsche nach der anderen. Momentan reicht es nicht. Das hat man auch gegen Ottersberg gesehen, die eigentlich unser Maß waren, uns jedoch sechs Dinger eingeschenkt haben. Aber, was ich den Jungs hoch anrechnen muss, egal wie hoch sie auch verloren haben, es ist nicht so, dass sie keinen Bock mehr haben. Das sieht man ja oft, aber das ist nicht der Fall, sie ziehen super im Training mit. Ich glaube, uns fehlt einfach mal wieder ein Erfolgserlebnis. Und wenn das dann kommt, kann die Kreisliga mit uns rechnen.

Vor der Saison wurde das Ziel "Top Ten" oder gar ein Platz unter den ersten Vier ausgerufen . . .

Das war das Ziel der Mannschaft. Bis zur Rückrunde sollten wir den Anschluss ans Mittelfeld geschafft haben. Dann schauen wir, ob die ersten Vier noch zu erreichen sind. Ziel Nummer eins ist aber klar der Klassenerhalt.

Region/Bremen Bezirk Lüneburg Kreisliga Kreis Verden (Herren) TSV Bierden (Herren)

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