Marc Coldewey © Martin Prigge

Morgens nur ein Latte macchiato

Hausbesuch bei Marc Coldewey, Co-Trainer der DJK Blumenthal / Kochen ist sein Hobby

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Wenn Marc Coldewey morgens die Treppe seiner Wohnung hinuntergeht, biegt er scharf nach rechts ab und tritt geradewegs durch die Tür einer Bäckerei. Ein kürzerer Weg zum Brötchenholen ist kaum möglich, doch „ich frühstücke gar nicht, sondern hole mir morgens nur einen Latte macchiato to go, den ich auf dem Weg zur Arbeit im Auto trinke“, meint der 35-Jährige.

Marc Coldewey wohnt in der Schafgegend in Schönebeck und ist seit Kurzem der neue Co-Trainer des Fußball-Landesligisten DJK Germania Blumenthal. Der gebürtige Bremer ist Fußballer durch und durch und verbringt momentan einen Großteil seiner Freizeit auf seiner gemütlichen Dachterrasse, wo er die neue Saison für den Nordklub plant. „Zurzeit beschäftigt mich die Organisation in Sachen Trikotausstattung des Teams über meine Firma. Das soll eine Art Willkommensgeschenk für die Jungs werden“, erzählt Coldewey verheißungsvoll.

DJK-Coach Bahadir Kilickeser und Marc Coldewey kennen sich aus gemeinsamen Zeiten als Kicker – und nachdem in einer Mannschaftssitzung der Name Coldewey erwähnt und dieser anschließend gefragt worden war, gab es kein langes Fackeln. „Wir sehen uns eher als Trainerduo – Bahadir wird sich vor allem um das Torwarttraining kümmern und ich übernehme noch die Funktion des Teammanagers, kümmere mich also um Sponsoring und Trainingspläne, auch um Bahadir zu entlasten. So bringen wir beide jeweils unsere persönliche Note ein“, schildert Coldewey das Konzept des Burgwall-Vereins.

Gegenseitiger Respekt innerhalb der Mannschaft und Teambuilding stehen an erster Stelle. „Wir sind schließlich eine Truppe, die zusammen gewinnt und verliert“, meint der gesellige Coldewey. Auch neben dem Platz soll es deshalb eine engere Bindung als bisher geben. DJK-Fußballer Matthias Przeliorz, der im gleichen Gebäude wohnt wie Coldewey, ist deshalb nicht der einzige regelmäßige Gast bei seinem zukünftigen Coach. „Ich habe gerne Besuch. Dann essen wir gemeinsam auf der Terrasse.“ Es kommt oft vor, dass Marc Coldewey sich an den Herd stellt und für alle kocht – dies ist eines seiner Hobbys. „Am liebsten frisch – und zu einem guten Steak sage ich auch nicht Nein“, verrät der Blumenthaler, dem einst zusammen mit einem Kollegen auch das „El Presidente“ in Vegesack gehörte.

Trainingstechnisch hat Marc Coldewey eine klare Vision: Modern, abwechslungs- und lehrreich soll das Fußballspielen praktiziert werden. „Wir wollen nicht stumpf Runden laufen. Es muss sich jedes Mal wie ein anderes Training anfühlen“, weist Coldewey auf Parallelen zu seinem Vorbild Stefan Horeis (jetzt Coach beim SV Werder Bremen III) aus seiner Zeit in Ritterhude hin. Auch dem Manager des Blumenthaler SV, Peter Moussalli, zollt er bei dessen Werdegang hohen Respekt. Abgesehen von einer kürzeren Trainertätigkeit im Nachwuchsbereich der SG Aumund-Vegesack ist der Posten bei den Blumenthalern Coldeweys erste Station als Coach. Doch mit dem Nordbremer Fußball ist er bestens vertraut. In der D-Jugend des BSV begann der Fußballer vor über 25 Jahren seine Karriere, der Weg führte über den SV Löhnhorst, die SAV, den 1. FC Burg, Ritterhude und den SV Grohn zurück zum BSV, für dessen Ü32 Coldewey aufläuft. Dazu kommt nun also der Job als DJK-Co-Trainer.

„Ich bin ein Macher und am Burgwall zu Hause“, sagt Coldewey, der sich auch mit den Vorbereitungen zum Irodion-Cup der DJK (16. Juli) beschäftigt hat. Für dieses Event konnte die DJK eine 500-Euro-Spende des griechischen Restaurants in der Lindenstraße einstreichen. Hauptberuflich arbeitet er als Vertriebsmitarbeiter bei der Firma „Comkopie“ im Haus der Dokumente nahe der Bremer Universität, das eine eigene Druckerei beherbergt und sich auf Softwarevertrieb und die dazugehörigen Dienstleistungen spezialisiert hat. Der Fußball ist auch auf der Arbeit ein Thema, denn „Comkopie“ ist unter anderem für den Druck von Werder Bremens Spielberichten zuständig.

„Ich habe vollste Rückendeckung von meinem Chef Bernd Flock, der es gut findet, dass ich Verantwortung bei der DJK übernehme. Ich freue mich, mit Menschen wie ihm zusammenarbeiten zu dürfen, und er ist mir ein väterlicher Freund.“ Dazu gehöre auch sein Vertriebsleiter Martin Jahns – ebenfalls Fußballer – der für OT Bremen spielt. „Landesliga-Begegnungen auf dem Rasen sind vorprogrammiert“, lacht Marc Coldewey. Trainingsauftakt hat für die DJK Blumenthal bereits stattgefunden. „Ich freue mich besonders auf die Derbys. Außerdem bin ich dann direkt am Burgwall und muss nur schnell das Trikot wechseln, wenn die Ü32 des BSV spielt“, berichtet Coldewey. Mit den Alten Herren feierte er 2012 die deutsche Meisterschaft und im Folgejahr den Vizetitel.

Bei der DJK gelten andere Ziele. Zwei Jahre lang hat die Mannschaft gegen den Abstieg gespielt. „Wenn das Teambuilding funktioniert und man sich privat gut versteht, ist der sportliche Erfolg auch nicht mehr weit entfernt“, ist Coldewey überzeugt. „Wir wollen in der kommenden Spielzeit nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben – da müssen wir von Spiel zu Spiel schauen. Vielleicht können wir in zwei bis drei Jahren sogar um den Aufstieg spielen. Jetzt gehen wir es an.“ Marc Coldewey ist anzumerken, dass er den Saisonauftakt kaum erwarten kann – dann wird er voll motiviert am Spielfeldrand stehen und zusammen mit Bahadir Kilickeser Anweisungen an die DJK-Elf geben.

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