10. Juni 2018 / 21:40 Uhr

Motor Trachenberge steigt aus Dresdens Stadtliga A ab

Motor Trachenberge steigt aus Dresdens Stadtliga A ab

Stefan Schramm
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Im Spiel gegen den FV Löbtauer Kickers unterliegt Motor Trachenberge mit 2:1

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Dresden. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt war bis zuletzt riesig. Dennoch ist die SG Motor Trachenberge erstmals aus der Stadtliga A abgestiegen. Im Duell der Kellerkinder am letzten Spieltag bei den Löbtauer Kickers, die schon als Absteiger festgestanden hatten, verlor die junge Fußballmannschaft von der Aachener Straße am Sonntag mit 1:2 (0:0).

Die Ausgangslage vor der Partie war klar: Als Tabellenvorletzter musste Trachenberge unbedingt beim Schlusslicht an der Saalhausener Straße gewinnen. Um den Konkurrenten Einheit Mitte aber tatsächlich noch abfangen zu können, hätte der Drittletzte von der Eibenstocker Straße zugleich gegen den seit Wochen feststehenden Ligaprimus und Aufsteiger SG Weißig verlieren müssen – ein durchaus denkbares Szenario.

Entsprechend engagiert gingen die Trachauer in die Partie, auch wenn sie auf dem relativ kleinen Kunstrasenplatz im Stadtteil Naußlitz ihr gewohntes Spiel nicht aufziehen konnten. So kamen beispielsweise die Schnelligkeitsvorteile von Flügelflitzer Eric Imhof – mit 16 Saisontoren bester Torschütze der gesamten Liga, der nicht in Weißiger Diensten steht – nur sehr selten zur Geltung.

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​Trachenberge macht in der zweiten Halbzeit mit Startelf weiter

Eric Imhof war es auch, der in Halbzeit eins per Heber eine der aussichtsreichen Torgelegenheiten für Motor vergab. Außerdem scheiterte Abwehr-Routinier Sven Breitschädel vor der Pause per Kopf. Knapp 100 Zuschauer verfolgten eine muntere, bisweilen hektische Partie, die in Sachen Einstellung und Wille auf beiden Seiten nichts vermissen ließ.

In der Halbzeitpause – nach 23 und 68 Minuten hatte es zudem hitzebedingte Trinkpausen gegeben – nahm Löbtaus Trainer Rudi Lassen einen Spielerwechsel vor, Trachenberge probierte es weiter mit der Startelf. Erneut Eric Imhof vergab eine gute Gelegenheit aus der Distanz, Philipp Halgaschs Tor zum vermeintlichen 1:0 für die Gäste erkannte Schiedsrichter David Weiß wegen Abseits wohl zu Recht nicht an (55.).

​Motor Trachenberge geht durch Elfmeter-Treffer in Führung

Halgasch war es auch, der drei Minuten später elfmeterreif gefoult wurde. Der Unparteiische zögerte nicht und zeigte auf den Punkt. Der 35-jährige Altmeister Sebastian Türk, der erst nach dem Strafstoßpfiff eingewechselt wurde, legte sich den Ball in seiner ersten Szene des Tages zurecht und traf unhaltbar für Kickers-Schlussmann Clemens Schmidt zur umjubelten Führung für die Gäste (59.).

Doch fast im direkten Gegenzug folgte die Ernüchterung: Nach einem weiten Freistoß standen am langen Pfosten plötzlich zwei Kickers frei. Der wuchtige Michael Weinkauf drückte den Ball zum 1:1 über die Linie (62.). Doch damit nicht genug: Motor-Kapitän Falk Bellmann kam im Laufduell zu spät – diesmal Elfmeter auf der anderen Seite. Kapitän Enrico Teichmann verwandelte gegen Ex-Borea-Nachwuchsschlussmann Tino Schmidt (69.).

Zweiter Elfmeter knapp verschossen

Nun war guter Rat für die Trachenberger teuer. Sie selbst lagen 20 Minuten vor Schluss mit 1:2 zurück. Und Kellerkind Einheit Mitte hielt auf eigenem Platz seit Ende der ersten Halbzeit zur allgemeinen Überraschung ein 1:1 gegen die bisherige Tormaschine aus Weißig, der zuvor in 25 Spielen 121 Treffer gelungen waren (durchschnittlich fast fünf pro Partie).

Unter anderem Trachenberges Markus Miottke aus der Drehung vergab eine weitere Torgelegenheit, ehe Sebastian Türk zehn Minuten vor Schluss den 2:2-Ausgleich auf dem Fuß hatte. Wieder hatte die SG Motor einen berechtigten Elfmeter zugesprochen bekommen, doch Türk schoss den Ball flach knapp links neben den Kickers-Kasten.

​Es fehlen vier Punkte zum rettenden Ufer

Bis zum Schluss versuchten die Gäste alles, doch die Hausherren, bei denen neben den beiden Torschützen unter anderem Marco Flotow zu überzeugen wusste, hielten stark dagegen und hatten ihrerseits gegen die hinten weitgehend offenen Trachenberger gegen Ende der Partie noch einige Chancen, das Spiel zu entscheiden. Doch es blieb bei der knappen Niederlage.

Letztlich fehlen vier Punkte zum rettenden Ufer. Motor-Trainer Mario Lehmann sprach seinen niedergeschlagenen Schützlingen anschließend Mut zu und mahnte Zusammenhalt auch in schwierigen Phasen an. Eine solche durchlebt der langjährige Bezirksklassist aus dem Dresdner Nordwesten schon seit zwei Jahren. In der Stadtoberliga-Saison 2016/17 war man als Aufsteiger komplett sieglos geblieben.

​Motor Trachenberge muss nun in der Stadtliga B Fuß fassen

Nun wurde man direkt in die Stadtliga B durchgereicht. Zwar hatte sich Motor Trachenberge nach schwachem Saisonstart mit nur zwei Punkten aus den ersten zehn Partien im Winter gefangen und sich Ende April durch einen 3:1-Sieg bei Turbine Dresden sogar auf Tabellenplatz zehn vorgearbeitet. Aus den letzten fünf Saisonspielen erbeutete man aber nur einen Zähler.

Den gab es zwei Wochen vor Saisonende im Heimspiel gegen Gebergrund Goppeln, als Trachenberge nach einer halben Stunde schon mit 4:0 führte, in der 90. Minute aber noch den 4:4-Ausgleichstreffer kassierte. Die Goppelner feierten durch einen 4:0-Sieg bei der SG Dölzschen am letzten Spieltag unterdessen den Aufstieg. Sie sicherten sich Rang zwei vor Turbine Dresden (2:2 bei der DSC-Reserve).

Auch Trachenberges Coach Mario Lehmann weiß, dass die Chance um den Klassenerhalt nicht bei der durchaus engagierten Leistung in Löbtau verspielt wurde, sondern schon in den Partien zuvor. Nun gilt es für die Motor-Mannschaft, die letztmals 1974 unterhalb der Stadtliga bzw. Stadtliga A gespielt hatte, kommende Saison in der Stadtliga B möglichst schnell Fuß zu fassen und wieder anzugreifen.

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