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Mutiger Schritt: Lara Dickenmann outet sich im Schweizer Fernsehen

Jasmina Schweimler
Lara Dickenmann (links) und Freundin Barla Deplazes. © SRF Sport

Mit den Frauen des VfL Wolfsburg sammelt sie fleißig Titel, jetzt hat Lara Dickenmann einen Schritt getan, der für sie ganz persönlich wichtig ist. Die 32-Jährige hat sich in einer Dokumentation im Schweizer Fernsehen erstmals öffentlich zu ihrer Sexualität bekannt.

Auf dem Fußballplatz ist Lara Dickenmann vom Frauenfußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg eine wahre Kämpfernatur, ein Leader. Die 32-Jährige geht immer mit gutem Beispiel voran, reißt ihre Kolleginnen mit. Doch auch neben dem Platz nimmt die erfolgreichste Fußballerin der Schweiz eine wichtige Rolle ein.

In der emotionalen Dokumentation „Lara Dickenmann liebt Fußball und Frauen“ outete sich die Kapitänin der Schweizer Nationalmannschaft beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF Sport) jetzt erstmals öffentlich als lesbisch und sprach über den damit verbundenen Kampf mit sich selbst.

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Mehr über die Wölfinnen

„Ich habe mich selber verleugnet und wollte das nicht akzeptieren. Ich wollte das typische Klischee, dass im Frauenfußball eh alle lesbisch sind, nicht bedienen“, so Dickenmann, die schon mit 13 Jahren wusste, dass sie auf Frauen steht, doch erst vier Jahre später das Gespräch mit ihrer Mutter suchte – für beide war es nicht einfach. „Ich bin stolz darauf, dass ich das mit 17 gemacht habe. Ich habe einfach gesagt: ,Mami, es ist so: Ich stehe auf Frauen.’ Sie dachte erst, es ist eine Phase.“

​In Ohio findet Dickenmann Sicherheit

Der Schock bei der Mutter saß tief, doch es war nicht nur eine Phase. Lange Zeit ging Dickenmann dem Thema aus dem Weg, fokussierte sich auf ihr Wirtschaftsstudium und Fußball. Doch sie konnte nicht ewig davor wegrennen – mit 19 verliebte sich Dickenmann während ihrer College-Zeit im US-Bundesstaat Ohio in eine Amerikanerin. Die Zeit dort gab ihr Sicherheit, und als sie mit 22 nach Hause zurückkehrte, näherte sie sich auch ihrer Mutter wieder an.

Lara Dickenmann (links) und Freundin Barla Deplazes. ©SRF Sport

Doch erst jetzt folgt der Schritt in die Öffentlichkeit – warum? „Es ist mir jetzt auch wichtig, darüber zu reden. Ich hatte eigentlich niemanden, der damals in der Öffentlichkeit dazu gestanden hat. Das ist schwierig zu finden, vor allem im Sport.“ Sie möchte zeigen, dass es geht und okay ist. „Wenn es nur einer Person dort draußen hilft, dann hat sich das gelohnt.“

​"Barla gibt mir sehr viel."

Seit zwei Jahren ist die amtierende Double-Siegerin nun mit ihrer Freundin Barla Deplazes, Stürmerin beim FC Zürich, zusammen. 700 Kilometer trennen das glückliche Paar. „Barla gibt mir sehr viel“, sagt Dickenmann strahlend. Dank Handy gibt es regelmäßig Kontakt. „Wir sind zwar weit weg voneinander, aber es funktioniert gut. Wir haben in den zwei Jahren schon viele Höhen und Tiefen erlebt und alles überstanden.“

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Das sind die Bilder zur DFB-Pokalpartie zwischen Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg (Frauen):

Die Mannschaften betreten das Feld. © Florian Petrow
Hannovers Jessica Arend (links) nimmt den Ball mit der Hacke mit. © Florian Petrow
96-Keeperin Nina Rohrbeck ist geschlagen. © Florian Petrow
Fast 1700 Zuschauer schauen sich die Partie in der zweiten Runde des DFB-Pokals an. © Florian Petrow
Hannovers Isabel Waßmann (rechts) gegen Pernile Harder. © Florian Petrow
Franziska Haeckel (rechts) kommt nicht an Wolfsburgs Doorsoun-Khajeh vorbei. © Florian Petrow
Wolfsburgs Alexandra Popp beim Kopfball. © Florian Petrow
Der VfL Wolfsburg erzielt das erste Tor und lässt 96 am Ende keine Chance. © Florian Petrow
Hannovers Keeperin Nina Rohrbeck musste oft den Ball aus dem Netz holen. © Florian Petrow
Hannovers Danaila Navarro (rechts) im Zweikampf mit Wolfsburgs Zsanett Jakabfi. © Florian Petrow
Die Bank von Hannover 96. Torjägerin Anna-Lena Füllkrug konnte verletzungsbedingt nicht gegen den VfL Wolfsburg spielen. © Florian Petrow
Hannovers Jessica Arend (Mitte) grätscht den Ball vor zwei Wolfsburgerinnen ins Aus. © Florian Petrow
Saskia Tietz attackiert Alexandra Popp. © Florian Petrow
Die gut besuchte Osttribüne, links der Gästeblock. © Florian Petrow
Stimmung auf der Haupttribüne. © Florian Petrow

Die Beziehung gebe ihr „viel Energie im Alltag in Wolfsburg.“ Allein fühlt sich die achtmalige Schweizer Spielerin des Jahres in der Autostadt aber nie. „Ich fühle mich sehr wohl in Wolfsburg. Sehr, sehr wohl. Ich finde, der Klub ist sehr familiär geführt. Ich glaube, ich habe mich noch nie so wohl in einem Verein gefühlt“, erzählte sie SRF Sport.

​Die Kapitänsbinde als Zeichen

Umso wichtiger, dass Wolfsburg-Kapitänin Nilla Fischer bereits letztes Jahr mit dem Wunsch auf den VfL zukam, eine Regenbogen-Kapitänsbinde zu tragen und dass sich der Verein zudem intensiv gegen Homophobie und jegliche Art von Diskriminierung positioniert. Seit dieser Saison laufen alle Kapitäninnen und Kapitäne der VfL-Mannschaften mit Regenbogen-Kapitänsbinde auf.

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