09. Mai 2018 / 13:38 Uhr

Naby Keita: RB Leipzigs erster großer Millionen-Deal sagt am Wochenende Adieu

Naby Keita: RB Leipzigs erster großer Millionen-Deal sagt am Wochenende Adieu

Anne Grimm
Naby Keita tritt am Samstag sein letztes Spiel im Trikot von RB Leipzig an.
Naby Keita tritt am Samstag sein letztes Spiel im Trikot von RB Leipzig an. © 2018 Getty Images
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Naby Keita brachte den Fußball bei RB Leipzig auf ein neues Niveau. Der Guineer sorgte auch für Glamour, Negativschlagzeilen und einen neuen Transferrekord. Im Berliner Olympiastadion steigt am Samstag sein letzter großer Auftritt – von dem für den Verein einiges abhängt.

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Leipzig. Schräge Outfits, außergewöhnliche Begabung: Naby Keita polarisiert – auf dem Rasen und neben dem Fußballplatz. In zwei Jahren bei RB Leipzig wandelte der Guineer zwischen Weltklasse Auftritten und Platzverweisen. Am Samstag trägt er gegen Hertha BSC zum letzten Mal das Trikot der Rasenballer, soll dem Verein zum Abschied die Teilnahme am europäischen Wettbewerb sichern. Eins ist so sicher wie der Anpfiff um 15.30 Uhr: Nach seiner Sperre beim 4:1-Sieg gegen Wolfsburg wird der 23-Jährige wieder in der Startelf stehen. Trainer Ralph Hasenhüttl hielt es stets so mit dem dribbelstarken und ballsicheren Mittelfeldass: „Es ist in Wahrheit einer, den du nie draußen lassen kannst.“

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Bei seinem ersten Heimspiel in Leipzig und dem ersten von RB in der Bundesliga im September 2016 schoss der afrikanische Neuzugang das 1:0 gegen Dortmund und ebnete den Weg für eine kometenhafte Premierensaison mit der Vizemeisterschaft. Zu dieser steuerte der Guineer in teils unnachahmlicher Art acht Tore sowie acht Vorlagen bei. Sportdirektor Ralf Rangnick, der Keita 2014 zuerst nach Salzburg und 2016 dann nach Leipzig geholt hatte, hielt sich dann auch an die Aussage: „Wenn sich ein Spieler schneller entwickelt als der Verein, dann werden wir ihn auch verkaufen.“

Mit dem vorzeitig eingefädelten Deal zum FC Liverpool im Sommer 2017 sollte Ruhe um die Personalie einkehren, nachdem sich Keita im österreichischen Trainingslager mit einem Revanchefoul an Diego Demme, der danach verletzt ausfiel, nicht gerade die Sympathien der Mitspieler eingehandelt hatte. Doch es folgte ein zweites Leipzig-Jahr mit jeder Menge Negativ-Schlagzeilen. Drei Platzverweise in Bundesliga und DFB-Pokal. Teure Autos aber ein gefälschter Führerschein – der eine Strafe von 250.000 Euro nach sich zog.

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Im beschaulichen Leipzig-Leutzsch bezog Keita mit seiner großen Familie im vergangenen Sommer eine Villa. Mit roten Hüten, glitzernden Capis und bunten Einteilern sorgte der Guineer auch modisch für glamouröse Auftritte – mit denen viele Fans wenig anfangen konnten. Beim Autogrammeschreiben war er stets freundlich, aber auch unnahbar. Während seiner letzten Tage am Cottaweg verabschiedeten ihn die RB-Anhänger mit höflichen aber distanzierten Worten: „Alles Gute Herr Keita.“

Auch wenn der Guineer diese Saison mehrfach gesperrt oder mit kleineren Blessuren fehlte – seine sportliche Bilanz konnte sich erneut sehen lassen. Sechs Tore und fünf Vorlagen in der Bundesliga – nur Timo Werner und Jean-Kevin Augustin waren in der RB-Offensive erfolgreicher. Seine überraschenden und spielentscheidenden Pässe sowie Sololäufe, bei denen der Ball wie ein extrem dehnbarer Kaugummi an seinem Fuß klebte, werden in Leipzig unvergessen bleiben.

Fotos: Naby Keita bei RB Leipzig

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RB-Chef Oliver Mintzlaff nahm den 23-Jährigen vor ein paar Tagen beim Training beiseite und in den Arm, redete lange mit ihm. Ob er ihn daran erinnert hat, dass bei seiner letzten Partie im Olympiastadion mehrere Millionen für den Verein auf dem Spiel stehen? Denn wieviel Ablöse RB vom FC Liverpool kassiert, hängt vom Ausgang der Saison ab.

Rutschen die Leipziger vom sechsten Tabellenplatz noch aus den internationalen Rängen, sind es laut „Sport Bild“ 65 Millionen. Bei einer Europa-League-Teilnahme fließen 70 Millionen. Schafft RB wieder den Einzug in die Königsklasse, sind es 75 Mio. Euro. Keita war für eine Ablöse von 15 Millionen Euro aus Salzburg gekommen, seine Ausstiegsklausel auf 55 Millionen Euro festgelegt – aufgrund der vorzeitigen Einigung mit dem Premier-League-Verein kassieren die Leipziger extra.

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Ein Jahr hatten die RB-Verantwortlichen seitdem Zeit, um einen Nachfolger für den Unterschiedsspieler Keita zu finden. Fest steht: Die erste große Transfereinnahme der Vereinsgeschichte wird nicht nur in neue Fußballer, sondern auch in die Tilgung der Schulden bei Hauptsponsor Red Bull, die bei rund 80 Millionen Euro liegen, investiert. „Deshalb werden auch nicht, siehe jetzt Naby Keita, die Transfererlöse komplett in den Kauf neuer Spieler gesteckt. Bei solchen großen Transfers werden wir auch einen Teil dazu nehmen, um die Verbindlichkeiten schneller abzubauen“, erklärte Geschäftsführer Mintzlaff nach der letzten Mitgliederversammlung im März.

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