Der SPORTBUZZER zeigt die Tricks der Ultras. Der SPORTBUZZER zeigt die Tricks der Ultras. © imago/Montage
Der SPORTBUZZER zeigt die Tricks der Ultras.

Nach Ausschreitungen im DFB-Pokal: Die Tricks der Ultras

Pyroshows, verbrannte Banner und Leuchtspurraketen: Nach den Vorfällen während des DFB-Pokal-Spiels zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC dominierten sie die Schlagzeilen. Aber wie kommen diese Dinge überhaupt ins Stadion? Der SPORTBUZZER zeigt die Tricks der Ultras.

BUZZER DEINE MEINUNG!

  • Fail -
  • Läuft -
  • Krass -
  • WTF -
  • Kopf Hoch -
  • Peinlich -
Anzeige

Die Vorfälle am vergangenen Montag während des DFB-Pokal-Spiels zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC haben die Ultras wieder stark in den Fokus gerückt. Pyroshows, verbrannte Banner und Leuchtspurraketen dominierten in den Tagen danach die Schlagzeilen. Aber wie bringen die Ultras all diese Dinge überhaupt ins Stadion? Und wie bleiben die Verursacher in den meisten Fällen unerkannt? Der SPORTBUZZER begibt sich auf Spurensuche. Die Tricks der Ultras.

Ausgeklügelte Verstecke

Handelsübliche Bengalos sind mit rund 30 Zentimeter Länge eigentlich per se zu lang, um sie ins Stadion zu schmuggeln. Doch die Ultras haben dafür ihre ganz eigenen Tricks. Mal wird die Pyrotechnik in Fahnen eingewickelt oder in Fahnenstangen versteckt. Mal werden die soweit abgeschnitten, dass sie nur noch wenige Zentimeter lang sind, die Pulverkammer aber nicht beschädigt wird. Dann lassen sich Bengalos – und andere pyrotechnische Artikel – fast überall verstecken. Gerne wird Pyrotechnik daher in Schuhen und Unterwäsche geschmuggelt. Besonders beliebt: Der BH bei weiblichen Fans. Dort tasten die Ordnerinnen in der Regel nur halbherzig ab. Gleiches gilt für die Unterhosen bei Männern – auch hier greifen Ordnungskräfte nur selten hin. Es kommt aber auch vor, dass Ultras Pyrotechnik in den Öffnungen im Intimbereich verstecken. Nicht selten ist es deshalb so, dass sich viele Fans direkt nach dem Einlass erst einmal auf die Toilette begeben – nicht alle, um ihr Geschäft zu verrichten.

Kommentar: Zusammenarbeit statt Distanzierung nötig

Besonders skurril ein Fall aus dem Jahr 2010: Beim Südwest-Derby zwischen Eintracht Trier und dem 1. FC Saarbrücken wurde ein Fan festgenommen, der Pyrotechnik in einem Baguette ins Stadion schmuggeln wollte.

Nicht außer Acht gelassen werden dürfen allerdings die häufig viel zu geringen Sicherheitskontrollen. Fast jeder Fußballfan weiß: In viele Stadien kommt man rein, ohne wirklich intensiv abgetastet zu werden.

Eine Chronologie der Vorfälle beim DFB-Pokalspiel zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC

Der Blocksturm

Gelingt es nicht auf die „einfache“ Art, verbotene Dinge mit ins Stadion zu bringen, greifen Ultras auch regelmäßig zum so genannten Blocksturm. Dann überlaufen sie je nach Größe der mitgereisten Ultraszene einfach die Kontrollen. Kaum ein Ordner wird sich dem Mob in den Weg stellen, Gitter werden einfach umgerissen. Die Polizei ist oft machtlos, weil sie darauf nicht vorbereitet war. Sind die Fans erst mal im Stadion und im Block, wird keine Polizeihundertschaft oder ein Ordnungsdienst mehr eingreifen – zu gefährlich für Unbeteiligte.

Blockfahnen als Sichtschutz und Klamottentausch

Was oftmals ein schönes Bild ergibt, dient genauso oft auch dazu, sich zu verstecken. Werden Fahnen über den Block gespannt, brennt es wenige Zeit später. Als die Hansa-Fans am Montag eine große Rostock-Fahne über den gesamten Block spannten, war szenekundigen Leuten klar: Gleich passiert etwas. Unter der Fahne zogen sich die Ultras andere Klamotten an, wechselten T-Shirt und Pullover, setzten sich Sturmhauben auf. So sind die Ultras später nur schwer zu identifizieren. Die Rostocker präsentierten das geklaute Hertha-Banner und verbrannten es. Auch die Berliner handelten am Montag übrigens ähnlich. Im sonst komplett weiß gehaltenen Gästeblock standen kurz vor der Pyroshow mehrere ganz in schwarz gekleidete Menschen. Später zogen sie sich unter Fahnen wieder um. Das ist die gängigste Form, um sich vor Strafen zu schützen.

Pressestimmen zum Pyro-Wahnsinn zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC

Hilfe von Außen

Gerade bei Heimspielen kennen sich Ultras und Ordnungsdienste mitunter seit Jahren, sind vielleicht sogar privat befreundet. Dann wird auch schon mal ein Auge zugedrückt – oder nicht genau hingesehen. Auch so gelangen verbotene Materialen in Fußballstadien. Dies geschieht häufiger, als man vielleicht denkt. In manchen Arenen besteht auch die Möglichkeit, dass Dinge einfach über den Zaun geworfen oder hindurch gereicht werden. Ordnungskräfte können (oder wollen) schließlich nicht überall ihre Augen haben.

Zugang zum Stadion

Manche Ultragruppen genießen vom Verein das Privileg, ihre Materialien im Stadion zu lagern und haben daher (begrenzten) Zugang zum Stadion. Diese Lagerräume der Ultras werden in der Regel nicht kontrolliert. Ultras bekommen zudem die Möglichkeit, bei Vorbereitungen für Choreografien Arbeitskarten zu nutzen und haben daher erleichterten Zugang zum Stadion. Im Zuge des Materials für Choreos lassen sich so auch relativ simpel andere Dinge reinschmuggeln.

Schreckliche Bilder: Pyro von Hertha- und Rostock-Fans

F.C. Hansa Rostock (Herren) Hertha BSC (Herren) Fussball DFB-Pokal Fussball Bundesliga F.C. Hansa Rostock-Hertha BSC (14/08/2017 20:45)

KOMMENTIEREN

Die besten Bundesliga Quoten werden bereitgestellt von Smartbets.

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Mehr zum Thema

KOMMENTARE

Anzeige