12. März 2018 / 19:07 Uhr

Nach Debakel der SVG Göttingen: Der Neuanfang hat schon begonnen

Nach Debakel der SVG Göttingen: Der Neuanfang hat schon begonnen

Andreas Fuhrmann
Oldenburg SVG
Mit 1:8 ging die SVG Göttingen beim VfL Oldenburg am Sonntag unter. Auch die Neuzugänge Ali Ismail (links) und Stephan Kaul (Hintergrund) konnten die Niederlage nicht abwenden. © Piet Meyer
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Die SVG Göttingen liegt am Boden – und will so schnell wie möglich wieder aufstehen. Nach der 1:8-Klatsche beim VfL Oldenburg haben die Planungen für die Landesliga begonnen – elf Spieltage vor dem Ende der Oberliga-Saison. Wie konnte es so weit kommen? Was kommt als nächstes? Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus? Die Verantwortlichen geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Worin liegen die Gründe für das schlechte Abschneiden der SVG in dieser Saison?

„Es war schon im Sommer klar, dass es schwierig wird“, sagt SVG-Abteilungsleiter Thorsten Tunkel. „Das ist auch der finanziellen Situation geschuldet. Wir haben seit drei Jahren mit Abstand den geringsten Etat in der Oberliga.“ Man habe den Kader daher mit jungen Leuten auffüllen müssen. „Das hat aber nicht gereicht. Wir können in der Oberliga nicht mithalten“, so Tunkel. „Diese Unerfahrenheit war unser Problem. Das hat immer wieder zu individuellen Fehlern geführt. Dadurch waren wir relativ chancenlos. Ich mache den Jungs aber keinen Vorwurf. Davon geht die Welt nicht unter, aber das tut schon weh, da bin ich ehrlich, die Oberliga wird mir fehlen.“ Und Spielertrainer Nico Grimaldi ergänzt: „Die letzten Jahre waren nie so, dass sich die SVG in der Liga etabliert hat.“ Es fehle „ein gesundes Fundament. Wir sind nicht am Sonntag abgestiegen, die Fehler ziehen sich durch die ganze Saison.“

Wie konnte es zu der Klatsche in Oldenburg kommen?

Tunkel sprach direkt nach dem Spiel die vielen individuellen Fehler an. Aber offenbar stimmte auch die Einstellung einiger Spieler nicht. Das jedenfalls sagt Spielertrainer Grimaldi. „Keiner sieht die Fehler, dabei sind die Fehler schon unter der Woche gemacht worden. Wir haben scheiße trainiert, waren einfach nicht gut vorbereitet. Die Einstellung stimmt nicht“, sagt Grimaldi. „Ich habe das die ganze Zeit schon gespürt.“ Sogar kurz vor dem Spiel gegen Oldenburg habe er noch mal an die Einstellung der Mannschaft appelliert – mit dem bekannten Ergebnis. Einige Spieler hätten sich versteckt „wie kleine Mäuse“. Als es nach gut 30 Minuten 0:6 stand, habe ihm das den Boden unter den Füßen weggezogen. „Da fühlt man sich einfach machtlos. Ich habe nur gedacht, hoffentlich werden das nicht die längsten 60 Minuten meines Leben“, so Grimaldi.

Wie ist der Stand der Planungen für die neue Saison?

Die Planungen für die Landesliga laufen. „Wir werden uns jetzt neu aufstellen“, verspricht Tunkel. Zuerst müsse die Trainerfrage für die neue Saison geklärt werden. Das werde in den nächsten zwei bis drei Wochen geschehen. Einen Großteil des Kaders wolle man gerne halten und mit einigen Neuzugängen verstärken. „Wir haben viele junge Leute, mit denen kannst du auch perspektivisch gut mit weiterarbeiten“, sagt der Abteilungsleiter. „Der Weg muss nachhaltig sein.“ Klar sei aber auch: „Wir können nicht jeden Spieler halten. Es wird Fluktuation geben.“ Das sieht der stellvertretende SVG-Vorsitzende Karl Würzberg, qua Amt für die erste Mannschaft zuständig, ähnlich: „Zuerst müssen wir die Trainerfrage klären und dann darauf aufbauend den Kader in Augenschein nehmen und schauen, was der neue Trainer für Vorstellungen hat.“ Und Grimaldi sagt: „Ich denke, dass es nicht schaden würde, für frischen Wind zu sorgen.“

Fotos vom Spiel SVG Göttingen gegen Heeslinger SC

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Wie wird die Saison zu Ende gebracht?

„Wir wollen uns anständig aus der Liga verabschieden und keine Auflösungserscheinungen zeigen. Jeder wird sich am Riemen reißen“, betont Würzberg. „Wer sich hängen lässt, der dürfte raus sein.“ Und Tunkel unterstreicht: „Ich hoffe, dass jeder Spieler so viel Ehre hat, noch ein Spiel gewinnen zu wollen. Die Mentalität ist da. Aber wir werden genau darauf achten, wer sich wie verhält. Wer glaubt, die Saison jetzt langsam ausplätschern zu lassen, ist kein Spieler, der unser Trikot auch in Zukunft tragen wird.“ Grimaldi plagen hingegen Zweifel, ob das gelingen wird: „Ich habe Angst, dass einige nicht mehr mitziehen“, sagt der Spielertrainer. Er hoffe, dass die SVG jetzt nicht in einen Abwärtsstrudel gerate nach dem Motto: „Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.“

Was wird aus Spielertrainer Nico Grimaldi?

„Ich mache auf jeden Fall weiter“, sagt Grimaldi. „Und wenn ich mit drei Spielern aus der Zweiten und sechs aus der A-Jugend spiele.“ Er sei gedanklich bereits beim nächsten Spiel gegen Gifhorn: „Ich bleibe positiv, da holen wir was. Wir wollen das 1:8 schnell vergessen machen.“ Die Verantwortlichen stärken Grimaldi und seinem Co-Trainer Florian Evers den Rücken. „Nico und Flo machen eine gute Arbeit“, betont Würzberg. „Ich werde keine Kritik an den beiden zulassen“, sagt auch Tunkel: „Sie reißen sich den Arsch auf und zeigen, dass sie zum Verein stehen. Sie sind für die Situation, in der wir uns befinden, nicht verantwortlich.“

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