USER-BEITRAG Nicht immer auf der Höhe: Der TSV Schwarme, hier mit Marcel Mellendorf (vorn), hat den erhofften achten Tabellenplatz knapp verfehlt. © Björn Hake

Nach dem Umbruch ist vor dem Umbruch

Saison-Rückblick: Fußball-Kreisligist TSV Schwarme bleibt hinter den Erwartungen zurück und bekommt wieder einen neuen Trainer

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Seine sportlichen Ziele hat der TSV Schwarme in der abgelaufenen Saison der Fußball-Kreisliga Diepholz nicht erreicht. „Wir hatten vor, die Spielzeit im oberen Tabellenmittelfeld zu beenden, also auf den Plätzen fünf bis acht“, sagte Ex-Trainer Lutz Schröder im Gespräch mit unserer Zeitung. Der TSV schloss an Position elf ab und wies vier Zähler Rückstand auf den erhofften Rang acht auf.

Ein weiteres Mal war die Saison eine durchwachsene für die Schwarmer. Und in gewisser Weise geht es schon seit einigen Monaten etwas chaotisch in der Fußballsparte zu. Woran das genau liegt, lässt sich nur schwer diagnostizieren. Fakt ist aber, dass beim TSV in zwei Spielzeiten drei Trainer ihren Posten geräumt haben. Der erhoffte und angekündigte Umbruch, der mit Oliver Hüneke an der Vereinsspitze beginnen sollte, fängt offenbar immer wieder von Neuem an. Kritik am Vorsitzenden ließ Schröder aber nicht aufkommen: „Der Verein kann glücklich über einen solchen Vorsitzenden sein.“

Teilweise lassen sich die Schwierigkeiten zu Saisonbeginn mit der veränderten Konstellation erklären: neue Spieler, neuer Trainer, neues System. Da greift noch nicht ein Rad ins andere, und insbesondere mit der von Schröder favorisierten Viererkette tat man sich in Schwarme zunächst schwer. Gleichzeitig fielen immer mehr Spieler aus, vor der Partie gegen die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst stand Schröder vor einem Scherbenhaufen mit 14 verletzten Spielern. Er bekam keine Elf mehr zusammen, die 90 Minuten auf dem Platz überstehen konnte. „Das war blamabel!“, ärgerte er sich über die Niederlage am grünen Tisch.

So blieben die Leistungen des TSV konstant inkonstant und stets davon abhängig, wen Schröder aufstellen konnte. So gab es ein überraschendes 3:1 gegen den TSV Okel, am Ende Rangsechster, dem aber auch ein 1:3 gegen den TSV Brockum (14.) gegenüberstand. Noch vor der Winterpause gelang nach einem 2:4 im Hinspiel ein 4:1 gegen den TSV Weyhe-Lahausen, dem späteren Dritten. Zum Auftakt ins neue Jahr setzte es dann aber ein 1:2 gegen den folgenden Absteiger TuS Barenburg. Dabei zeigte sich immer wieder, dass das Problem nicht unbedingt die Gegentore sind, sondern viel mehr die Chancenverwertung. „Wir spielen uns die Möglichkeiten so gut heraus, sind vor dem Tor aber häufig absolut unfähig“, ärgerte sich Schröder beispielsweise nach dem 1:1 gegen den FC Sulingen II.

Erst im Anschluss an die bittere 3:4-Pleite nach 3:1-Führung gegen den TuS Wagenfeld legten die Schwarmer einen soliden Endspurt hin. Die Viererkette funktionierte nun besser und kassierte nur noch wenige Tore. Einzig gegen die Aufsteiger aus Sulingen und Seckenhausen-Fahrenhorst verteidigte sie nicht so effizient wie gewünscht und fing sich insgesamt neun Treffer. Ganz anders gegen Barenburg: Da ließen die Schwarmer erst nach einer 5:1-Führung etwas nach und siegten am Ende mit 7:3.

Die Fortschritte erkannte auch Lutz Schröder und meinte zum Schluss: „Wir sind in dem System, das wir versucht haben zu spielen, sicherer geworden. Ich kann mich nur an wenige Spiele erinnern, in denen wir klar unterlegen waren.“ Schwarme verfüge inzwischen eine sehr gute Viererkette und sei bei Standards nicht mehr so anfällig. In Zukunft muss die Mannschaft jedoch ohne Schröder auskommen, der dem Verein aus gesundheitlichen Gründen und schweren Herzens den Rücken kehrte.

Es steht also ein Umbruch beim TSV Schwarme an. Wieder und immer noch. Bei ihm sei die Kraft dafür nicht mehr da gewesen, gesteht Lutz Schröder. Ein neues Trainerteam, das Oliver Hüneke in den kommenden Tagen vorstellen will, soll den TSV in der kommenden Saison führen. Womöglich hat es auch eine andere Vorstellung von Fußball als Schröder. Ob die Vorbereitungszeit reichen wird, um die Mannschaft entsprechend zu formen und weiterzuentwickeln, oder ob eine weitere turbulente Saison bevorsteht, bleibt abzuwarten.

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