10. Juli 2018 / 16:33 Uhr

Nächster Schritt Europa: Marschs Mission bei RB Leipzig

Nächster Schritt Europa: Marschs Mission bei RB Leipzig

Anne Grimm
Ralf Rangnick (M) posiert mit dem Trainerteam: Lars Kornetka (l-r), Robert Klauß, Jesse Marsch, Daniel Behlau, Frederik Gößling und Kai Kraft.
Ralf Rangnick (M) posiert mit dem Trainerteam: Lars Kornetka (l-r), Robert Klauß, Jesse Marsch, Daniel Behlau, Frederik Gößling und Kai Kraft. © Hendrik Schmidt
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Die Entscheidung von Jesse Marsch für RB Leipzig war eine kurzfristige, den engen Draht zum Verein gibt es aber seit mehreren Jahren. Der amerikanische Trainer mit deutschen Wurzeln kann Fußballer mit seiner Art begeistern und wird nur selten verlegen.

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Leipzig. Von New York nach Leipzig – weite Welt und Millionenmetropole gegen das Elsterflutbecken und das Völkerschlachtdenkmal tauschen? Jesse Marsch interessiert sich vor allem für Fußball. Deshalb ist der Wechsel von den New York Red Bulls aus der Major League Soccer zu RB Leipzig in die Bundesliga ein Fortschritt. Auch wenn der 44-Jährige nach sechs Jahren als Chefcoach zunächst wieder in das zweite Glied eines Trainerteams rückt.

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Erstmals verlässt Marsch in seiner Karriere als Spieler und Trainer die USA. Denn er weiß: In Europa bieten sich sportlich viel größere Möglichkeiten. „Es ist für mich der nächste Schritt“, sagt der Coach. Das die erste Station im Ausland ausgerechnet RB Leipzig heißt, ist kein Zufall. In den vergangenen drei Jahren hospitierte er jeden Dezember bei den Rasenballern. Oliver Mintzlaff verpflichtete ihn 2015 noch als globaler Fußballchef bei Red Bull für das Team in New York.

Ralf Rangnick und Helmut Groß bezeichnet Marsch als seine Mentoren. Er lernte sie beim Start in New York kennen. Dass er nun einer von drei Rangnick-Assistenten statt selbst Chef ist, bereitet ihm keine Kopfschmerzen. „Ralf ist ein intelligenter Trainer mit einer fantastischen Philosophie. Unsere Konstellation ist sehr gut und meine Rolle ist klar. Ich kann mit meiner Erfahrung helfen und gleichzeitig viel lernen“, sagt der 44-Jährige, der 2015 als bester Trainer der MLS ausgezeichnet wurde.

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Ziel Nationaltrainer

Erst seit vergangenem Mittwoch liefen konkrete Verhandlungen mit den Leipzigern, verrät Marsch. Einen Posten als Chefcoach des Nationalteams der USA hat er dafür nicht sausen lassen. Soweit seien die Gespräche mit dem Verband nicht gewesen. „Aber ich hoffe, dass ich eines Tages der Trainer des Nationalteams sein werde“, sagt der Amerikaner.

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Bei den ersten Übungseinheiten am Cottaweg gibt der in Wisconsin geborene ehemalige Mittelfeldspieler bereits Anweisungen in Deutsch, wie etwa „schnelle Pässe“ oder „alle zusammen“. Vor zwei Jahren hat er begonnen, die Sprache zu lernen – weil der Austausch mit RB Leipzig schon immer intensiv war und er seit langem über einen Wechsel nach Europa nachgedacht hat. Französisch spricht der Amerikaner ebenfalls – kann also auch ohne Probleme mit der „RB-French-Connection“ kommunizieren.

Marsch, dessen Großeltern aus Deutschland stammen, bringt seine 16-jährige Tochter, zwei Söhne im Alter von 10 und 14 Jahren sowie seine Frau mit nach Leipzig. Ob ihm auch talentierte Spieler aus New York folgen werden, etwa der umworbene Tyler Adams? „Leipzig könnte glücklich sein, wenn sie ihn bekommen. Er ist sehr begabt“, sagt Marsch. Der Coach ist aber sicher, dass der 19-Jährige mindestens noch bis zum Saisonende im Dezember in New York bleibt.

Leipzig-Fans: Rangnick als Trainer 'ist die beste Entscheidung'

Für zwei Jahre hat Marsch in Leipzig unterschrieben, soll auch ab Sommer 2019 unter Julian Nagelsmann eine Rolle spielen. Doch was passiert, wenn Rangnick in dieser Saison ein paar Spiele am Stück verliert, fragt ein Kollege. Werden Sie sein Nachfolger? Es ist das einzige Mal, das Marsch bei seiner ersten Presserunde am Dienstag, in der er viele Fragen auf Deutsch beantwortet, kurz verlegen wird. Dann lacht er wieder und sagt: „Das ist ein gutes Ende. Perfekt.“

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