revb001 Brinkums Kapitän Jannik Bender. © Björn Hake
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Neue Rolle für den Leader

Jannik Bender ist der unumstrittene Kapitän des Brinkumer SV - auf und neben dem Platz

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Am Freitag wird Jannik Bender besonders im Fokus stehen. Und das nicht nur, weil der etatmäßige defensive Mittelfeldakteur und Kapitän des Brinkumer SV gegen den KSV Vatan Sport voraussichtlich wieder in der Innenverteidigung auflaufen wird. Denn dort fand er sich jüngst auf Wunsch seines Traines Walter Brinkmann häufiger wieder, weil der ausdrücklich jemanden suchte, der dort „mit der nötigen Spielintelligenz und Autorität auf dem Platz“ zu Werke geht. Und Bender macht seine Sache erwartbar gut, weil er seine Mannschaft so permanent vor sich sieht. Der 26-Jährige dirigiert die Geschicke seiner Jungs noch präziser als zuvor. „Das liegt mir einfach. Ich versuche, meine Mitspieler möglichst lautstark zu instruieren. Da besteht im Team noch Bedarf“, meint der BrinkumerTeamleader, der schon ein ganzes Jahrzehnt am Brunnenweg kickt. Wenngleich manche die Anleitungen mehr benötigten als andere, sei Kommunikation auf dem Platz das A und O: „Dazu brauche ich allerdings auch die Unterstützung der anderen.“

Eine vorerst letzte Kostprobe in seiner neuen Rolle wird der Brinkumer Mannschaftskapitän an diesem Freitag liefern. Denn Bender steht eine Operation am rechten Handgelenk bevor, die eine langwierige Verletzungspause nach sich zieht. „Die Ärzte gehen von drei bis sechs Monaten aus“, präzisiert der Defensiv-Experte, der sich schon kommenden Dienstag unters Messer begibt. Für Bender selbst ein alternativloser Eingriff, dessen Ursachen bereits länger zurückliegen. „Grund ist eine ältere Bänderverletzung. Um schlimmere Folgen für mein Handgelenk zu vermeiden, muss sie umgehend behoben werden.“

„Erst liegt mein Arm für acht Wochen in Gips, dann muss er weiterhin ruhiggestellt werden, erst dann beginnt langsam die Reha.“ Das heißt: absolutes Sportverbot. Eine Qual für den Brinkumer, der in dieser Zeit also auch die Beine stillhalten muss: „Dabei will ich am liebsten immer mitwirken und nicht am Rand stehen.“ Er sei „kein besonders guter Zuschauer“, beteuert Bender. Wieder eine neue Rolle, mit der er sich arrangieren muss. Auch seine Mitspieler erkundigten sich bereits mehrfach bei ihm, wollten wissen, wann er zurückkommt. „Aber das kann ich noch nicht sagen. Alle wissen, dass die OP unausweichlich ist. Wirklich gelegen kommt so etwas nie. Das ist ärgerlich, aber nicht zu ändern.“

B59P0647 (1) Jannik Bender (li). © Christian Kosak

Zumal der Zeitpunkt in diesem Fall für Bender richtig schmerzhaft ist. Bereits am kommenden Spieltag gastiert nämlich der vormalige BSV-Coach Kristian Arambasic mit seinem neuen Klub, gleichzeitig Brinkums ärgstem Verfolger, dem FC Oberneuland, am Brunnenweg. „Ein besonderes Duell“, sagt Bender, der noch immer ein „gutes Verhältnis“ zum Ex-Trainer und zu ehemaligen Kollegen wie Daniel Block und Tom Trebin unterhält. „Wir sehen uns bei einigen Spielen oder schreiben auch mal eine SMS, wenn es ein bedeutendes Spiel gab“, erzählt der 26-Jährige. „Gerne hätte ich gemeinsam mit meiner Mannschaft gespielt. Auch um ehemaligen Brinkumern zu zeigen, dass wir hier doch auch sehr gut Fußball spielen können. Aber daraus wird leider nichts.“

Dennoch käme auch Benders Unterstützung abseits des Feldes recht. Schließlich taten sich dessen Brinkumer in denen der Vorsaison sowie in den jüngsten Spitzenspielen schwer. In der aktuellen Spielzeit setzte es in den Partien gegen den Tabellenzweiten, den BSC Hastedt, und gegen Bremen-Liga-Schwergewicht Blumenthaler SV zwei empfindliche Niederlagen.

Auf das Warum hat auch Bender keine Antwort parat: „Wir haben diese Thema schon oft besprochen, können uns aber so recht auch keinen Reim darauf machen“, sagt der BSV-Abwehrstratege. „Vielleicht stecken wir zu oft zurück, lassen bestimmte Situationen über uns ergehen, anstatt uns zu wehren“, meint Bender. In Sachen Willenskraft habe gerade der BSC Hastedt gezeigt, „was in ihm steckt“. Eine Erkenntnis, die Bender nicht exklusiv hat. Denn auch BSV-Coach Brinkmann zeigte sich von „Physis“ und „Durchsetzungsvermögen“ des Rivalen und Aufsteigers beeindruckt.

„In diesen Spielen fehlt uns oft das letzte Quäntchen, um uns weiter zu steigern oder eine bessere Platzierung als in den Vorjahren zu erreichen. Und da wollen wir schließlich hin“, reflektiert der Mannschaftskapitän des aktuellen Tabellendritten, nicht ohne einen Lösungsansatz zu bieten: „Wir sind einfach zu lieb. Das sollten wir ablegen.“ Als Regisseur des Brinkumer Ensembles schreckt auch Bender selbst nach seiner verletzungsbedingten Drehpause nicht vor einem erneuten Rollentausch zurück: „Auf welcher Position ich spiele, wenn ich wiederkomme, ist mir egal. Hauptsache dort, wo ich der Mannschaft am besten helfen kann.“ Zweifellos wird das am Freitag noch einmal auf und nicht neben dem Platz sein.

AX2X9031 Jannik Bender (weiß) ist einer der Leader beim Brinkumer SV. © Udo Meissner
Region/Bremen Bezirk Bremen Bremen Liga Bremen-Liga (Herren) SV Grohn-SV Werder Bremen III (23/10/2016 17:00) Brinkumer SV (Herren)

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