Neuer RB-OFC De Middlsaxn "De Middlsaxn" mit ihrem Banner in der Red Bull Arena. © Privat
Neuer RB-OFC De Middlsaxn

Neuer Offizieller Fanclub: "De Middlsaxn" lieben RB Leipzig

Torsten Hamann und Sören Pauli haben mit 22 weiteren Fußballfreunden in Hartha den ersten Fanclub der Roten Bullen in der Region Döbeln aufgebaut. Der besteht zur Hälfte aus Justizvollzugsbediensteten,  die seit Jahren fest zu RBL stehen. Zum Jahrestreffen kam jetzt sogar RB-Geschäftsführer Uli Wolter nach Hartha – und brachte eine Überraschung mit.

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Leipzig. Ein riesiger roter Bullenkopf, dem Rauchwolken aus den Nasenlöchern stieben, mit entschlossenem Blick und einem schwarz-weißen Fußball über den Hörnern – das ist das Logo des Harthaer Fanclubs „De Middlsaxn“. Das Ganze mit Schriftzug auf grün-weißem Untergrund. „Das soll Sachen darstellen“, sagt Sören Pauli. Der 46-Jährige hat das Logo gezeichnet. „Es gab ein Ursprungslogo mit einem Bullenkopf aus dem Internet. Das ist dann immer eine Rechtefrage. Und ich habe ein Faible für Formen und Schrift, mir liegt das halt“, sagt er.

Überraschung geglückt

Zu Gast unterm schnaubenden Bullenkopf in Hartha war am Mittwochabend RB Leipzigs Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Ulrich Wolter mit dem Fanbeauftragten Enrico Hommel. Beide hatten die Middlsaxn zu ihrer Jahreshauptversammlung eingeladen. Das Ziel: Zeigen, dass man mit Leidenschaft bei der Sache ist und vorfühlen, wie es mit einer Ernennung zum Offiziellen RB-Fanclub (OFC) aussieht. Denn wer es in diesen elitären Kreis schafft, bekommt nicht nur leichter Tickets für die Topspiele, sondern genießt auch unter anderen Fans hohes Ansehen.

Das „Vorfühlen“ war dann am Mittwoch gar nicht mehr notwendig. „Wir sind OFC! Yeah!“, schrieb Torsten Hamann um 23.17 Uhr per Facebook-Nachricht. Damit sind die Harthaer 37. OFC von insgesamt 119 Fanclubs weltweit. „Es geht uns aber nicht nur um die Tickets, sondern auch um Anerkennung und Bestätigung. Wir haben uns hier einen tollen Fanclubraum gestaltet, veranstalten viele Fahrten“, sagt Sören Pauli. Im Vereinsdomizil werden die Auswärtsspiele, zu denen man es persönlich nicht schafft zusammen geschaut, gefachsimpelt, mitgefiebert, gejubelt und gelitten.

Wir sind stolz, happy und geflasht! Wir können es immer noch nicht glauben: zu unserer gestrigen Jahreshauptversammlung,...

Geplaatst door RB Leipzig Fanclub De Middlsaxn op donderdag 18 mei 2017

Zu Heimspielen dagegen ist man immer live im Stadion. Drei mal vier Meter groß ist das Banner mit dem Logo, das der Fanclub in der Leipziger Red Bull Arena hinter dem Tor der Nordtribüne im D-Block aufhängt. „Wir waren schon auf vielen Zeitungsfotos und im Fernsehen zu sehen, wenn dort Tore fielen“, freut sich Torsten Hamann, Gründungsmitglied und Vorsitzender der „Middlsaxn“, die sich auch schriftsprachlich an ihre Heimat anlehnen.

Erlebnis Bayern-Spiel

Tore fielen auf ihrer Seite auch am vergangenen Wochenende satt. Vier der neun Tore beim 4:5 gegen die Bayern schlugen vor ihrer Nase ein. Dass das Spiel trotz Zwei-Tore-Führung kurz vor Schluss durch Robbens Solo noch verloren ging, hat die treuen Fans nur kurz erschüttert. „Sicher gab es da im ersten Moment eine Enttäuschung, aber der Alaba-Freistoß vorher war schon Weltklasse und Robbens Tor auch. Und wir haben immer noch Ziele“, sagt Torsten Hamann. Bester Aufsteiger aller Zeiten könne man noch werden und die Bayern trifft man auch in der neuen Saison wieder zwei Mal.

Zudem sei die Stimmung rund um das Spiel fantastisch gewesen. „Es gibt keinen tiefen Hass zwischen RB und Bayern. Schon auf der Festwiese vor dem Stadion hat man mitbekommen, dass es ein Miteinander ist. Und im Stadion ist immer eine Super-Stimmung, alle singen mit. Die Bayern-Fans haben sogar bei der Choreo mitgemacht“, schwärmt Sören Pauli noch immer.

RB Leipzig OFC De Middlsaxn Sören Pauli (l.) Torsten Hamann Privat © Sören Pauli (l.) und Torsten Hamann (r.) während der Partie gegen den FC Bayern München.

In Liga vier war nicht alles sonnig

Enttäuschung kennen die Harthaer RB-Fans in dieser überragenden ersten Bundesliga-Saison also nicht. Schlimmer sei es da in den Anfängen gewesen, wie sich Torsten Hamann erinnert. „In der vierten Liga habe ich oft die Schnauze voll gehabt. Das hat dann auch mal eine Woche gedauert, das zu verdauen“, sagt er und kurz huscht eine Sauermiene über das ansonsten beim Thema RB nur lächelnde Gesicht.

Damals dreht RB drei Ehrenrunden durch die vierte Liga, dennoch wächst die Zahl der Fans auch rund um Hartha und Waldheim. „Seit 2012 gab es eine handvoll Leute in Hartha, die RB die Daumen gedrückt haben. Hier sieht man eine professionelle Vereinsführung und -struktur, RB Leipzig hat einen Plan, nichts wird dem Zufall überlassen. Und es herrscht eine tolle familiäre und friedliche Atmosphäre, keine Gewalt, keine Pyrotechnik, keine verbalen Ausbrüche. Hier kann man mit Frau und Kindern entspannt hochklassischen Fußball schauen“, erklärt Torsten Hamann seine RB-Leidenschaft. Aus dieser kleinen Runde heraus entsteht die Idee, einen Fanclub zu gründen. „2013 haben wir mit dem Fanbeauftragten von RB, Enrico Hommel, Kontakt aufgenommen und seither gehalten“, sagt Hamann.

Neuer RB-OFC De Middlsaxn RB-Geschäftsführer Wolter inmitten der "Middlsaxn". © Privat

Ein Wunsch bleibt

Am 13. Juni 2014 wird der Fanclub gegründet. Der Stamm besteht aus Justizvollzugsbediensteten der JVA Waldheim, wie es Sören Pauli und Torsten Hamann auch sind. Dazu kommen durch berufliche Kontakte weitere Kollegen aus Leipzig und Regis-Breitingen. Etwa die Hälfte der heute 24 Mitglieder arbeitet im Vollzugsdienst. „Der Rest sind Leute aus Hartha, Waldheim und den Dörfern rundherum sowie aus Leipzig und Frankenberg“, sagt Pauli. De Middlsaxn sind allerdings kein eingetragener Verein, dafür aber eine Interessengemeinschaft mit Vorstand, Satzung und regelmäßigen Treffen.

Ein Traum der Fanclubmitglieder wäre es jetzt, einmal einen der RB-Spieler zu einem Fanfest in Hartha zu begrüßen – am liebsten Lieblingsspieler Emil Forsberg oder auch den auf einem fast lebensgroßen Aufsteller im Vereinsraum schon präsenten Yussuf Poulsen.

Die 22 Dauerkarten des Fanclubs sollen für die nächste Saison auf jeden Fall verlängert werden. „Die vererben wir mal weiter“, sagt Sören Pauli und lacht. Eventuell wird es sogar eine Champions League-Option geben, mit denen die Middlsaxn ein Vorkaufsrecht auf die Karten für die große Bühne bekommen. Bei den Gegnern ist man sich noch nicht sicher. „In der Gruppe am besten gar nichts Großes, damit man die Gruppenphase übersteht“, wünscht sich Sören Pauli, meint aber auch: „Allein der Gedanke mit unseren Karten nach Leipzig gegen Real Madrid zu fahren, hat schon was. Noch mal Ronaldo live sehen, das wäre der Hammer.“

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