07. Dezember 2018 / 17:05 Uhr

Neustadt-Angreifer Kevin Gotthardt kehrt zwischen die Pfosten zurück

Neustadt-Angreifer Kevin Gotthardt kehrt zwischen die Pfosten zurück

Marius Böttcher
Meist will Kevin Gotthardt mit dem Fuß das runde Leder ins Eckige befördern. Heute wird er mit seinen Händen versuchen, dies zu verhindern.
Meist will Kevin Gotthardt mit dem Fuß das runde Leder ins Eckige befördern. Heute wird er mit seinen Händen versuchen, dies zu verhindern. © Marius Böttcher/MAZ-Archiv
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Landesliga Nord: Die etatmäßige Offensivkraft muss gegen die Reserve des SV Babelsberg 03 ins Tor - wie vor zehn Jahren schon einmal.

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„Stürmer hütet den Kasten“ – mit dieser Schlagzeile verblüffte Sportreporter Thomas Leitert in einem Artikel vom 8. Dezember 2008, also auf den Tag genau vor zehn Jahren, die MAZ-Leser. Kevin Gotthardt verirrte sich als etatmäßiger Angreifer im Brandenburgliga-Auswärtsspiel beim BSV Guben-Nord zwischen die Pfosten seines SV Schwarz-Rot Neustadt. Eine Geschichte, die sich heute – nicht zum ersten Mal – wiederholen wird.

„Puh, ist das lange her“, rattert es beim mittlerweile 31-Jährigen im Gedächtnis, „aber ich kann mich tatsächlich noch an das Spiel erinnern.“ Gotthardt, der im Winter der Saison 2007/08 bei den Schwarz-Roten anheuerte und im Angriff für Unruhe in den gegnerischen Strafräumen sorgen sollte, vertrat im abschließenden Hinrundenspiel den wie vom Erdboden verschluckten Kameruner Idriss Valaire Tepon Fonou. „Er war damals unser Torwart, kam aber nicht zum vereinbarten Treffpunkt. Auf dem Weg nach Guben haben wir Spieler und Trainer Jens Heidrich dann natürlich überlegt, wer in die Kiste geht. Ich hab mich dann halt angeboten, die Sache ganz gut gemacht und wir haben drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg eingefahren. Christoph Sperberg hat dabei das entscheidende Tor erzielt. Und Libero Mike Göbel hab ich ordentlich Feuer gemacht. So einfach war das“, erzählt der gebürtige Ost-Berliner augenzwinkernd.

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In Hohenschönhausen wuchs der kleine Kevin auf, erlernte das Fußball-Abc beim SV Preußen Berlin, dem Weißenseer FC und beim Wartenberger SV, wo er sich mit den Burchert-Brüdern Nico und Sascha auf der Position im Tor konkurrierte. Im Tor? „Ja, zwischen den Pfosten habe ich angefangen und war bis zu den B-Junioren, als ich dann beim BFC Dynamo aktiv war, immer Torwart. Mir wurde das aber zu langweilig, ich wollte mehr am Spiel teilnehmen und sah mich wegen meiner Größe im Angriff gut aufgehoben“, verrät der 1,85-Meter-Hüne.

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Mit Beginn der Ausbildung zum Hufbeschlagschmied rückte der Fußball für Kevin Gotthardt in den Hintergrund: „Ich hatte mir kurzzeitig eine Pause gegönnt, nach meinem Wohnortwechsel nach Neustadt aber beim SV Dreetz in der Kreisliga wieder angefangen. Es folgte der Schritt zu Schwarz-Rot, wo ich anfangs sogar unter Henry Bloch, der ja heute den MSV Neuruppin trainiert, spielte. Seither ist er in der Offensive – oder im Tor – der Pferdestädter nicht mehr wegzudenken. „Mit dem Spiel in Guben fing damals alles an. Wenn Not am Mann ist, dann gehe ich auch ins Tor, das war jetzt schon öfter so.“

Eine Dekade später kickt er noch immer für die Neustädter, erlebte Auf- sowie Abstiege und steht heute im Landesliga-Heimspiel gegen die Reserve des SV Babelsberg 03 wieder vor der Rückkehr zwischen die Pfosten. Stammkeeper Johannes Wilke verletzte sich unter der Woche im Training, Ersatzmann Wagner Goedert ist bereits in der brasilianischen Heimat. „Es gibt keine Alternativen. Im Training konnte ich mich auf diese Rolle etwas vorbereiten, Bammel habe ich jedenfalls keinen“, stellt Gotthardt, dessen früheres Idol Bayern-Torwartlegende Oliver Kahn war, klar und betont: „Ich bin eher happy darüber, dass ich es als Quereinsteiger im Feld bis in die Brandenburgliga geschafft habe. Vielleicht klappt das ja auch noch mal mit Neustadt. Wer weiß, was die Zukunft bringt.“

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