11. Juni 2018 / 20:19 Uhr

Nico Offermann wird zum Derby-Helden

Nico Offermann wird zum Derby-Helden

Niklas Kunkel
Nach der Partie wird Nico Offermann (links) im Freudentaumel beinahe umgerissen.
Nach der Partie wird Nico Offermann (links) im Freudentaumel beinahe umgerissen. © Niklas Kunkel
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Baabes Torhüter hält im Rügenderby gegen den VfL Bergen den entscheidenden Elfmeter und sichert damit den 1:0-Sieg seines Teams.

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Bergen. Das Rügenderby in der Fußball- Landesliga zwischen dem VfL Bergen und Blau-Weiß Baabe machte seinem Namen alle Ehre. Am Ende einer hart umkämpften Partie, bei der nicht immer die Fairness an erster Stelle stand, setzten sich die Baaber mit 1:0 durch.

„Derby ist einfach noch einmal was anderes. Alle Jungs waren heiß und wollten hier unbedingt etwas Zählbares mitnehmen. Mit einer tollen Mannschaftsleistung hat das heute geklappt“, sagte Baabes Co-Trainer Matti Peters, nachdem der erste Freudentanz in der Kabine beendet war. Während die Baaber ihr Spiel umsetzen konnten und aus einer tief gestaffelten Defensive mit langen Bällen agierten, war Bergens Trainer Martin Handschug überhaupt nicht einverstanden mit dem Spielverlauf: „Es ist ein legitimes Mittel auch mal auf Zeit zu spielen, aber vier Spieler von mir mussten verletzt vom Platz – das sagt, glaube ich, alles.“ Dass die Baaber es überhaupt schafften, den Hausherren über die 90 Minuten den Zahn zu ziehen, lag aber auch an der Spielweise seiner VfL-Mannschaft. Das zuletzt so starke Kombinationsspiel funktionierte gegen abwartende Gäste nicht, und die langen Bälle aus der Abwehr landeten reihenweise auf den Köpfen der Verteidiger.

Ein schneller Angriff von Baabe reichte hingegen, um das Spiel zu entscheiden. André Kowalski traf mit einem Freistoß in der 16. Spielminute zum 1:0 und ließ die Stimmung bei den 234 Zuschauern im Bergener Stadion hochkochen. In der Folge schaffte es aber keines der beiden Teams, ein wirkliches Angriffsspiel aufzuziehen. So spielten sich die meisten Szenen im Mittelfeld ab.

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Nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber dann mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine und immer wieder zu Chancen. Die Bälle landeten aber allesamt in den Händen von Baabes Keeper Nico Offermann. Der wurde in der 78. Minute dann endgültig zum Derby-Helden: Nach einem Foul an Tim Vergils im gegnerischen Strafraum entschied der teils überforderte Schiedsrichter Hannes Ventzke auf Elfmeter. VfL-Kapitän Felix Essner lief an und hatte damit die große Chance, auszugleichen. Doch Offermann lenkte den Ball neben das Tor. Kein Zufall, wie er nach dem Spiel erzählte: „Ich war vergangene Woche im Stadion, als Felix Essner gegen Neubrandenburg per Elfmeter getroffen hat. Ich habe mir die Ecke, in die er geschossen hat, gemerkt und wusste schon bei seinem Anlauf, dass ich den halte.“

Danach warfen die Einheimischen alles nach vorn, Baabe versuchte nur noch, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Durch die weit aufgerückte Abwehr von Bergen gab es immer wieder gute Konterchancen über den schnellen Bengali Mara, die er aber nicht nutzen konnte. Die letzten zehn Minuten der Partie wurden von Fouls und Unsportlichkeiten geprägt, die vom Schiedsrichter nicht konsequent geahndet wurden.

Besonders Offermann und VfL-Spielmacher Tim Vergils lieferten sich immer wieder Wortgefechte, die ohne Folgen blieben. Als ein Baaber ohne eigene Schuld auf das Sprunggelenk von Vergils fiel und der mit Schmerzen am Boden lag, half Offermann ihm vom Platz. Ein seltenes, aber versöhnliches Bild in einer Partie, die wenige Minuten später abgepfiffen wurde. Danach kannte die Freude bei den Blau- Weißen keine Grenzen mehr. „Derbysieg und Klassenverbleib in einem Spiel – was Geileres kann es nicht geben,“, freute sich der frisch gebackene Derby-Held. Während er sich eine kleine Auszeit nahm, schallte es noch aus der Kabine der Baaber: „Derbysieger, Derbysieger“.

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