Die fotografischen Impressionen sollen „Appetit“ auf die Auseinandersetzung Lok Leipzig gegen BSG Chemie machen. USER-BEITRAG Die Auseinandersetzung Lok Leipzig gegen BSG Chemie können die Fußballfans wirklich als echtes „Derby“ bezeichnen. © Udo Zagrodnik
Die fotografischen Impressionen sollen „Appetit“ auf die Auseinandersetzung Lok Leipzig gegen BSG Chemie machen.

Noch zwei Monate bis zum Derby Lok Leipzig – BSG Chemie

In der Messestadt Leipzig schrieben und schreiben Fußballderbys Geschichte. Das mit der Lokomotive und Chemie ist das bekannteste.

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Leipzig. Die Messestadt hat ein echtes Fußballderby – eines mit Historie und Zukunft. Nach einigen Jahren Pause ist es seit dieser Saison 2017/2018 wieder angesagt. Es ist eines, dass bei unseren Vorfahren seinen Ursprung hat (VfB gegen Tura), dem 2. Weltkrieg zum Opfer fiel und seit den 1950er Jahren unter neuen Namen seine Fortsetzung fand. In der Regionalliga treffen so alte Bekannte aufeinander, die Probstheidaer vom 1. FC Lokomotive Leipzig und die Leutzscher BSG Chemie Leipzig.

Das Hinspiel, Ende Juli im Alfred-Kunze-Sportpark, endete mit einem 0:1-Auswärtssieg der blau-gelben Eisenbahner, Torschütze Robert Zickert. „Lokomotive mit Volldampf zum Derbysieg“ ist ein Rückblick auf das Hinspiel, geschrieben und bebildert vom Autor aus Regis-Breitingen selbst. Das Rückspiel im Bruno-Plache-Stadion (nahe dem Denkmal) wird voraussichtlich um den 10. Dezember ausgetragen. Genaueres ergibt sich, wenn beide Vereine, Polizei und Ordnungsamt zum Thema zu Tisch saßen.

Der 1. FC Lok Leipzig hat nun – zwei Monate im Voraus – die Modalitäten für den Kartenvorverkauf für seine Fans (gegen den grün-weißen Nachbarn) bekanntgegeben. Ausführlich steht es auf der Vereinshomepage. Am Dienstag startete der Vorverkauf für Mitglieder und am Samstag, den 14. Oktober startet der freie Kartenvorverkauf. Bitte beachten:

1. Derbykarten gib es nur in Kombination mit einem Ticket gegen Fürstenwalde oder dem Berliner AK
2. Pro vorgelegtem Mitgliedsausweis gibt es maximal vier Derby-Tickets
3. Anzahl und Kategorie der Tickets für Fürstenwalde oder dem Berliner AK müssen identisch mit der vom Derby sein.

Ausführliche Lok-Infos gibt’s hier. Fans der BSG Chemie informieren sich bitte auf der Homepage ihres Vereins.

In einigen Netzwerken und Medien ist nun ein Aufschrei gekommen. Doch der Autor meint, dass die Loksche Handhabung zum Vorverkauf doch ein normaler Vorgang ist. Bei Begegnungen mit Anziehungskraft soll es doch so sein, das die treuesten Fans, die Stammzuschauer, zuerst Ihre Eintrittskarte(n) kaufen können. Und die, die nur einmal oder zweimal im Jahr in dieses Stadion gehen wollen, die sollen sich bitte in der Reihe hinten anstellen, so wie sich das gehört. So wird das auch bei vielen anderen Vereinen gehandhabt.

Hinten anstellen, wie sich das gehört!

Der Autor hat da die Homepage der SG Eintracht Frankfurt am Main vor Augen und Vorberichte zu Bundesliga-Heimspielen. Kommen der FC Bayern München oder Borussia Dortmund ins Waldstadion (Commerzbank-Arena), dann wird der Kartenvorverkauf anders geregelt. Zuerst wird an die Mitglieder verkauft, und für eventuelle Restkarten gibt es dann auch Verkaufsmodalitäten. Genauer hingeschaut, es gibt keinen Grund zur Aufregung.

Dazu passt die folgende Geschichte, etwas verjährt, aber noch in Erinnerung: Dreiundneunzig, da gab es noch die Regelung mit den zwei Punkten pro Spiel und drei Freitagsspielen der 1. Bundesliga auf Freiwilligenbasis. Die anderen spielten am Samstag. Im März 1993 (mit Schneeregen) war der Autor dieser Zeilen ein Wochenende in München zu Gast. Im Olympiastadion spielte der FC Bayern (damals noch ein normaler Bundesligaverein) gegen Eintracht Frankfurt. Am Vortag wurde nachmittags in der Geschäftsstelle in der Säbener Straße eine Eintrittskarte erworben. Da der Gästeblock nur Stehplätze hat(te), wurde eine für den Nachbarblock erworben. Beim Spiel war er mit blauer Jacke (passt zu Leipzig und München) und Eintracht-Schal im „falschen“ Block. Heimzuschauer meinten mehrfach während des Spiels: „Die schwimmen ja nur“ (so meine Erinnerung), doch am Ende gewannen die „Dussel“-Bayern knapp mit 1:0 Toren. Heute würde das so nicht mehr funktionieren, weil sich die Zeiten wesentlich geändert haben.

Damals einzelnen Fans aus dem Ruhrpott begegnet, berichteten sie das Folgende, bezogen auf das Derby der Dortmunder gegen die Schalker: Es kam vor, das sich Fans fürs Stadion des Rivalen eine Dauerkarte kauften, um beim Derby dabei zu sein (also auch beim Auswärtsspiel). Nach diesem Ruhrpottderby (eins von vielen) konnte man in regionalen Zeitungen lesen, dass für den FC Schalke 04 bzw. Borussia Dortmund von den Fans Dauerkarten angeboten wurden.

Dortmund hatte damals nur eine 40 000er Kapazität und das größere Schalke konnte 80 000 Fans reinlassen. Nach dem heutigen Aufstocken auf 80 000 (BVB) und dem Neubau für 60 000 (Schalke) hat sich auch hier etwas verändert.

Uli Hoeneß (der FC bayrische Präsident) war für Sprücheklopfen bekannt. Damals meinte er vor Kameras, dass für Bayern München Freitagsspiele unzumutbar sind, weil die Fans aus dreihundert und mehr Kilometern anreisen. Das will ich nicht weiter kommentieren, weil sich mit dem Aufstieg zum Weltverein auch einiges verändert hat.

Wer hinterher nach Ergebnissen fragt, ist Fan zweiter Klasse

Kommen wir zurück zur Messestadt Leipzig mit seinem Neuseenland und bleiben auf dem Boden, also bodenständig. Eintrittskarten schon jetzt erwerben ist richtig, doch bis zum Derbyrückspiel wird noch viel Wasser die Pleiße hinunter fließen (von Erbsbrunn im Vogtland durch das Altenburger Land, Regis-Breitingen und in Leipzig-Connewitz in den Auwald). Es sind ja noch zwei Monate bis zum Anpfiff. In der Zwischenzeit werden, die Schienen entlang gefahren, von der Bundesliga bis runter in die Kreise, viele weitere Pflichtspiele ausgetragen. Fans, nicht nur hinsehen, sondern hingehen in die Stadien, und auf den Zuschauerrängen sportlich fair mitspielen. Wer sich hinterher auf der Straße nach dem Ergebnis(sen) erkundigt, also nicht im Stadion war, der ist ein Fan zweiter Klasse. Ausnahmen sind Fans, die dienstlich, beruflich verhindert waren bzw. Fans, bei denen die Gesundheit nicht mehr mitspielt.

Wer doch noch ein bisschen kann, der sollte einen Begleiter oder eine Begleiterin mitnehmen. Der Fußball ist mehr als nur Bundesliga. Also dann freuen wir uns auf die nächsten Spiele.

Leserreporter Udo Zagrodnik fiebert dem Derby (mit sicherlich sehr interessanten Motiven für seine Kamera) entgegen:

De Loksche berichtet auf seiner Homepage, dass am Mittwoch um 17 Uhr am Straßenschild „Ugiwinkel“ eine Erläuterungstafel angebracht wird. Camillo Ugi war einst ein großer VfB-Fußballer und Nationalspieler. Außerdem wurde im Sachsenpokal die nächste Runde ausgelost mit Lok-Heimspiel gegen Budissa Bautzen und Chemie gegen den FSV (Sachsenring) Zwickau. Gespielt wird wahrscheinlich Ende Oktober.

Hier nun eine kleine Auswahl per Link angekündigt:
1. FC Lokomotive Leipzig, die Eisenbahner
BSG Chemie Leipzig, im Sportpark mit steiler Wand
SV Regis-Breitingen, die Pleißestädter vom SVR

Abschließend möchte der Autor noch einen Wunsch aussprechen (schreiben): Möge in Leipzig bei der Sportstättensanierung Bewegung reinkommen, in Mehrzahl gemeint, dort wo es notwendig ist. Es sei daran erinnert, das Leipzig rund vierhundert Sportvereine hat und jeder ein Recht zu Leben. Mehr dazu gibt’s hier: Machen se geene Fissemaddenzchn. Passend zu meinen einleitenden Worten will ich noch Fußballbücher erwähnen, die nach der politischen Wende in Umlauf kamen:

Ein Jahrhundert Leipziger Fußball
Autor: Jens Fuge
Connewitzer Verlagsbuchhandlung
Band 1: 1893–1945
Band 2: 1945–1989

Leipzig zurück nach Europa
Geschrieben von LVZ-Redakteuren
Im Mittelpunkt steht ein Verein mit österreicher Wurzel, der rasant aufstieg.

Infos zu diesem Buch gibt’s hier.

Region/Leipzig Kreis Muldental/Leipziger Land 1. FC Lokomotive Leipzig BSG Chemie Leipzig SV Regis-Breitingen 1. FC Lokomotive Leipzig (Herren) BSG Chemie Leipzig (Herren) SV Regis-Breitingen (Herren) Regionalliga Nordost Region Nordostdeutschland (Herren) Kreisoberliga Kreis Muldental/Leipziger Land Kurzbach-Sonnenschutz (Herren)

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