09. Januar 2018 / 07:23 Uhr

Nordkorea plant Olympia-Teilnahme: Jetzt muss das IOC entscheiden

Nordkorea plant Olympia-Teilnahme: Jetzt muss das IOC entscheiden

Redaktion Sportbuzzer
Twitter-Profil
Zuletzt ging Nordkorea 2010 in Vancouver an den Start, blieb aber ohne Medaille. Kommt es acht Jahre später tatsächlich zum Comeback?
Zuletzt ging Nordkorea 2010 in Vancouver an den Start, blieb aber ohne Medaille. Kommt es acht Jahre später tatsächlich zum Comeback? © imago
Anzeige

Nordkorea erwägt eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Ab Mittwoch wird sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) beraten und eine Entscheidung fällen.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Nordkorea plant, eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea entsenden. Dieser werden offizielle Regierungsvertreter, Sportler und Journalisten angehören, teilte der südkoreanische Vizeminister für Wiedervereinigung, Chun Hae Sung, am Dienstag mit und zitierte eine Stellungnahme Nordkoreas dazu. Seoul habe zudem vorgeschlagen, dass beide Länder gemeinsam bei der Eröffnungs- und Abschlusszeremonie einlaufen.

Südkorea wolle außerdem eine Wiedervereinigung von Familien in den beiden Ländern erreichen, so Chun. Beide Länder hatten nach mehr als zwei Jahren erstmals wieder Gespräche aufgenommen. Die Diplomaten trafen sich im Grenzort Panmunjom.

Südkorea hofft auf "gutes Geschenk"

Er denke, Nordkorea sollte sich an den Gesprächen in einer ernsthaften und aufrichtigen Weise beteiligen, sagte der nordkoreanische Gesandte Ri Son Gwon auf Aufnahmen aus dem Versammlungsort in Panmunjom vor Bekanntwerden der Teilnahme an den Spielen. Es solle ein Geschenk für die Koreaner zum neuen Jahr geben: wertvolle Verhandlungsergebnisse. Ri trug zum Treffen einen Pin mit den Gesichtern der ehemaligen Machthaber Nordkoreas, Kim Jong Il und Kim Il Sung.

Der südkoreanische Wiedervereinigungsminister, Cho Myoung Gyon, erklärte, er hoffe ebenfalls, dass beide Seiten mit einem „guten Geschenk“ aufwarten und damit den Wunsch der Koreaner nach festeren Beziehungen erfüllen könnten. Er wünsche sich Willen und Geduld für die Verhandlungen, so Cho.

Olympia 2018: Die deutschen Medaillen-Favoriten im Formcheck

Zur Galerie
Anzeige

Es sei zu früh, zu sagen, ob das Treffen über die Olympischen Spiele hinaus Ergebnisse bringen könnte, erklärte der Berater des US-Außenministeriums, Brian Hook. Die USA lobten jedoch den Start der Gespräche. Die Sanktionen gegen Pjöngjang werden laut Hook beibehalten, bis die USA ihr Ziel der „komplett nachweisbaren, unumkehrbaren Entnuklearisierung der Koreanischen Halbinsel“ erreicht haben. Präsident Donald Trump sehe vor allem den erhöhten Druck auf Nordkorea als Grund dafür, dass das Land wieder Gespräche mit dem Süden aufgenommen habe, so Hook.

Bessere Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea sind nicht in Sicht

Nach mehreren Raketentests Pjöngjangs hatte sich das Verhältnis 2017 zusehends verschlechtert. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatte bereits in seiner Neujahrsansprache erklärt, dass sich die Beziehung zwischen Nord- und Südkorea wieder verbessern müsse.

Mehr zu Olympia 2018

Analysten gehen davon aus, dass die Spannungen nach den Olympischen Winterspielen wieder zunehmen werden, da Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm nicht aufgeben will. Im Gegenzug werden die USA ihren Druck auf das Land vermutlich nicht verringern.

Experten sehen in Kims Vorstoß zudem einen Versuch, einen Keil zwischen Seoul und dessen Verbündeten in Washington zu treiben. So könnten die internationale Isolation des Landes etwas aufgehoben und die Sanktionen gegen Pjöngjang gelockert werden.

Olympia: Die besten Wintersportler aller Zeiten

Zur Galerie
Die aktuellen TOP-THEMEN

Mega-Sale: SPORTBUZZER-SHOP

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus aller Welt