aspach Noch ruht der Ball in der Mechatronic Arena. Doch am Sonnabend wollen die Kieler Störche in der Heimstätte der SG Sonnenhof Großaspach das Frühjahrs-Märchen zu einem goldenen Ende bringen. Und mindestens 1000 KSV-Schlachtenbummler werden die Idylle zu einem Hexenkessel machen. © imago
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Normaler Ausnahmezustand bei den Störchen

Über Großaspach in die Zweite Liga? Mindestens 1000 Holstein-Fans sind dabei

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So viel Normalität wie möglich. Zur Umsetzung dieses Leitsatzes benötigt Markus Anfang, Cheftrainer des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel, alle Kraft. Die kollektive Aufregung im packenden Aufstiegs-Endspurt birgt viele Gefahren. „Jeder, der meint, etwas träumen zu müssen, ist fehl am Platze“, schreibt Anfang seinen Profis vor der Partie am Sonnabend bei der SG Sonnenhof Großaspach (13.30 Uhr/live im NDR) ins Stammbuch.

So viel Normalität wie möglich. Ein kompliziertes Unterfangen angesichts der Lobeshymnen der Konkurrenz, die den Tabellenzweiten von der Förde schon vor dem Anstoß des vorletzten Saisonspiels als verdienten Aufsteiger feiert. „Die Wahrnehmung andernorts ist schön, aber es zählen nur Fakten“, so Anfang. „Fest steht bislang lediglich, dass wir auf jeden Fall Vierter werden und damit für den DFB-Pokal qualifiziert sind. Dazu habe ich der Mannschaft in unserer Analysesitzung gratuliert.“

So viel Normalität wie möglich. Und dazu so wenig Selbstzufriedenheit wie möglich. Bestes Heimteam, bestes Torverhältnis, die beste Defensive, seit elf Drittliga-Spielen ungeschlagen, 15 Partien ohne Gegentreffer – die Liste der Verlockungen, sich auf die Schulter zu klopfen, ist lang. Auch deshalb ist in diesen Tagen mehr denn je der Psychologe in Anfang gefordert: „Die Jungs wissen, wie schwer es war, dorthin zu kommen, wo sie jetzt sind. Wie schwer es war, mit dem 2:1 gegen Rostock endlich den dritten Dreier am Stück einzufahren. Oder in Erfurt im ersten Spiel als Tabellenzweiter wenigstens einen Punkt zu erobern. Das alles sind hoffentlich positive Erfahrungswerte.“ Sein Team fahre nach Großaspach, um etwas zu gewinnen. Und nicht mit dem Gedanken, etwas verlieren zu können.

So viel Normalität wie möglich. Kaum realisierbar, wenn sich die „halbe Stadt“ auf den Weg in die schwäbische Provinz macht. Wenn den Pkw-Vermietern die Sieben- und Neunsitzer ausgehen. Die Fahrgemeinschaften zählen zu der großen Schar an Schlachtenbummlern. Erwartet werden laut Einschätzung der KSV am Sonnabend in der Mechatronic Arena mindestens 1000 Holstein-Fans. Das 19-köpfige Spieleraufgebot der Kieler startet bereits heute zur Mission „Ende der 36-jährigen Zweitliga-Abstinenz“. Ein Akteur mehr als im Regelfall, weil Marvin Ducksch das Donnerstag-Training wegen Hüftbeschwerden abbrechen musste. Hinter dem Einsatz des Leih-Stürmers steht ein kleines Fragezeichen. Die nicht nominierten Spieler des Kaders folgen zwecks Unterstützung der Kollegen gemeinschaftlich am Sonnabend.

Ach ja, den Gegner gibt’s ja auch noch. Der für ihre taktische Flexibiltät bekannten SGSG ist das Kunststück gelungen, als einziges Team neben Osnabrück in Kiel zu gewinnen. Top-Torjäger Lucas Röser (14 Treffer) hat seine Rotsperre rechtzeitig vor dem Duell mit Holstein abgebrummt. Die KSV will aufsteigen, für zwei Gewinner einer Verlosung im Stadion geht’s per Ballon in die Luft – keineswegs Normalität in Großaspach.

Region/Kiel 3. Liga Deutschland 3.Liga (Herren) Holstein Kiel Holstein Kiel (Herren) SG Sonnenhof Großaspach

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