IMG__holstein-fans_vor_d_1_1_PLLR245 Die Botschaft der Fans nicht nur in Kiel ist unmissverständlich: „Unsere Farben in die 2. Liga tragen“ – fragt sich nur, welcher Drittliga-Klub diesen Wunsch in dieser Saison erfüllt? © Mah
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Nur nicht aus dem Fenster hängen

Aufstiegskampf in der Dritten Fußball-Liga gerät zum unkalkulierbaren Schlingerkurs

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 Nie war es leichter in die Zweite Fußball-Bundesliga aufzusteigen als in diesem Jahr. Sagen die einen und zielen damit auf einen möglichen Qualitätsverlust der Konkurrenz im Vergleich zu den Vorjahren ab. Die Gegenseite bewertet das unkalkulierbare Treiben an der Spitze der Dritten Liga völlig anders: Jeder Klub kann – unabhängig von der Tabellensituation – jeden schlagen. Aufgrund der Ausgeglichenheit der Konkurrenz falle der Sprung ins Bundesliga-Unterhaus besonders schwer.

Die Fakten: Außer dem aktuellen Primus MSV Duisburg – und das auch nur mit Abstrichen – mangelt es den um die zwei direkten Aufstiegsplätze und Relegationsrang drei kämpfenden Teams samt und sonders an Ergebnis-Konstanz. In der Geschichte der eingleisigen Dritten Liga hatte das Führungstrio nach 33 Spieltagen zusammen nie weniger Punkte auf dem Konto als in dieser Serie (163). Den Bestwert gab’s 2013/14, als Heidenheim, RB Leipzig und Darmstadt 98 im Verbund satte 201 Zähler verbuchten. Noch nie seit der Liga-Geburt 2008 ging es zudem enger zu als im Frühjahr 2017. Ganze fünf Punkte trennen den Tabellenzweiten Jahn Regensburg und den -neunten Chemnitzer FC.

Nicht eingerechnet in die Aufstiegswertung sind der VfR Aalen, dem wegen der Einleitung eines Insolvenzverfahrens neun Punkte abgezogen werden sollen, und der FSV Zwickau, der keine Lizenz für die Zweite Liga beantragt hat. Auch Jahn Regensburg (53 Zähler) hatte vor Wochen nicht ernsthaft damit gerechnet, fünf Partien vor Saisonende wie vor Jahresfrist die Würzburger Kickers den Durchmarsch von der Vierten in die Zweite Liga aus eigener Kraft bewerkstelligen zu können. Am 29. April empfängt der SSV Jahn die Kieler Störche. SSV-Coach Heiko Herrlich indes hält den Ball flach. „Ich versuche immer, den schlechtesten Fall hochzurechnen. Ich glaube nicht, dass uns irgendjemand etwas schenkt und wir noch 15 Punkte holen“, sagt der ehemalige Nationalstürmer.

Holstein Kiel benötigt das Optimum von fünf Siegen, um auf jene 67 Zähler zu kommen, die vor zwei Jahren den Einzug in die Aufstiegsspiele gegen 1860 München bescherten. Alle Beteiligten im Nest der seit immerhin acht Partien ungeschlagenen und mit dem besten Torverhältnis ausgestatteten Störche wollen mit Macht das Ende der 36-jährigen Zweitligaabstinenz besiegeln, doch über allem stehen offiziell die Begriffe „Prozess" und „Entwicklung".

Kopfschütteln bestimmt derweil die Gemütslage beim 1. FC Magdeburg (52 Punkte). Von seinen letzten fünf 1:0-Vorsprüngen verspielte der 1. FCM vier, darunter fallen die späten Gegentreffer bei der KSV Holstein und dem Chemnitzer FC (jeweils 1:1) sowie bei der 1:2-Heimniederlage gegen Regensburg. Die Begeisterung im blau-weißen Lager ist ungebrochen. Mehr als 60000 Zuschauer erwartet der Traditionsverein zu seinen letzten drei Heimpartien gegen Großaspach, FSV Frankfurt und Lotte.

Wobei die Aufgabe gegen die SG Sonnenhof Großaspach (49) programmgemäß die schwierigste sein dürfte. Vier Siege haben der Ex-Kieler Marlon Krause und Co. in den jüngsten sechsten Begegnungen geholt. „Die Gier steckt weiter in uns. Aber wir wollen alles tun, um zunächst einmal die 50-Punkte-Marke zu knacken“, gibt SGS-Coach Oliver Zapel zu Protokoll. Eine typische Formulierung dieser Drittliga-Tage: Lust auf mehr ja, zu weit aus dem Fenster hängen angesichts der selbst geschürten Erwartungen auf keinen Fall! Schließlich kommen die Rückschläge schneller als gedacht. Wie beim VfL Osnabrück (49). De Lila-Weißen verspielten mit zuletzt zwei nicht einkalkulierten Niederlagen und einem Remis eine deutliche bessere Ausgangslage.

Heute Abend um 19.12 Uhr wird auf KN-online.de das Video mit den Fragen an Holstein-Trainer Markus Anfang vor dem Heimspiel gegen Chemnitz freigeschaltet. Doch schon können Sie wieder neue Fragen stellen. Anlass ist das Halbfinale des SHFV-Lotto-Pokals zwischen dem Regionalligisten VfB Lübeck und der KSV Holstein am kommenden Dienstag um 18 Uhr. Schreiben Sie Ihre E-Mail an trainer.frage@kieler-nachrichten.de

Das Restprogramm im Aufstiegsrennen:

1. MSV Duisburg (58 Punkte/39:26 Tore – +13): FSV Frankfurt (H), Aalen (A), Lotte (H), Fortuna Köln (A), Zwickau (H). 

2.  Regensburg (53 Punkte/53:43 Tore – +10): Wiesbaden (A), Kiel (H), Erfurt (A), Chemnitz (H), Münster (A). 

3. Holstein Kiel (52 Punkte/48:24 Tore – +24): Chemnitz (H), Regensburg (A), Rostock (H), Großaspach (A), Halle (H). 

4. 1. FC Magdeburg (52 Punkte/45:31 Tore – +14): Großaspach (H), Halle (A), FSV Frankfurt (H), Aalen (A), Lotte (H). 

5. SG Sonnenhof Gr. (49 Punkte/46:41 Tore – +5): Magdeburg (A), Werder II (H), Wiesbaden (A), Kiel (H), Erfurt (A). 

6. VfL Osnabrück (49 Punkte/44:40 Tore – +4): Aalen (H), Lotte (A), Fort. Köln (H), Zwickau (A), Paderborn (H).

Region/Kiel Holstein Kiel Holstein Kiel (Herren) SG Sonnenhof Großaspach 1. FC Magdeburg SSV Jahn Regensburg MSV Duisburg 3. Liga Deutschland 3.Liga (Herren)

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