09. August 2018 / 19:37 Uhr

OBM Hilbert übergibt Fördermittel für neues Dynamo-Trainingsgelände

OBM Hilbert übergibt Fördermittel für neues Dynamo-Trainingsgelände

Jochen Leimert
Die Dynamo-Geschäftsführer Michael Born (2. v. l.) und Ralf Minge (2. v. r.) erläutern den SGD-Talenten Marlon (l.), Lasse, Lennox und Quentin (r.) am Modell, wo sie einmal trainieren können. Dynamo-Präsident Andreas Ritter (mit Sonnenbrille) und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (3. v. r.) hören und schauen und hören interessiert zu.
Die Dynamo-Geschäftsführer Michael Born (2. v. l.) und Ralf Minge (2. v. r.) erläutern den SGD-Talenten Marlon (l.), Lasse, Lennox und Quentin (r.) am Modell, wo sie einmal trainieren können. Dynamo-Präsident Andreas Ritter (mit Sonnenbrille) und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (3. v. r.) hören und schauen und hören interessiert zu. © Anja Schneider
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Während einer Feierstunde auf der Schlachthofinsel übergab OBM Dirk Hilbert einen kommunalen Fördermittelbescheid über vier Millionen Euro. Damit kommt die Stadt Dresden für ein Viertel der entstehenden Kosten auf. 

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Dresden. Am Montagabend nach dem 1:0-Auftaktsieg über die Duisburger strahlten bei Dynamo Dresden bis auf den frisch verletzten Kapitän Marco Hartmann alle übers ganze Gesicht. Drei Tage später hatte der Fußball-Zweitligist gleich noch einmal allen Grund zum Feiern, denn im Ostragehege übergab Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) der Dynamo-Führung den ersehnten Fördermittelbescheid für das neue Trainingsgelände. Vier Millionen Euro steuert die Stadt für das 16 Millionen Euro teure Projekt bei, das nach derzeitigem Planungsstand im Mai 2020 fertiggestellt sein soll.

Auf dem ehemaligen Schlachthofgelände beseitigen Arbeiter derzeit mit schwerem Gerät die Reste der maroden Bausubstanz, um Baufreiheit zu schaffen.
Auf dem ehemaligen Schlachthofgelände beseitigen Arbeiter derzeit mit schwerem Gerät die Reste der maroden Bausubstanz, um Baufreiheit zu schaffen. © Anja Schneider
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Welch enorme Bedeutung das Vorhaben für die Schwarz-Gelben hat, das machten die Anwesenden am Donnerstag bei einer kleinen Feierstunde am Messering auf der Schlachthofinsel noch einmal deutlich. Dynamo-Pressesprecher Henry Buschmann begrüßte die Gäste „auf der schönsten Baustelle Dresdens“ – und keiner dachte auch nur daran, ihm angesichts der grauen Schuttberge und rumpelnden Bagger im Hintergrund zu widersprechen. Dynamo-Präsident Andreas Ritter gestand glaubhaft: „Für mich ist das ein bewegender Moment.“ Der 56-Jährige erinnerte an den heißen Sommer 2003, als er als Freitaler DRK-Chef vom damaligen Dynamo-Geschäftsführer Volkmar Köster um Unterstützung gebeten wurde, weil das Trainingsgelände im Großen Garten in der Hitze zu verdorren drohte. „,Er hat zu mir gesagt: Herr Ritter, der Boden ist so hart, wir haben schon drei Verletzte. Wir brauchen Feuerwehrschläuche, müssen den Rasen bewässern.’ Ich habe ihn gefragt: ,Können wir uns denn keine kaufen?’ Daraufhin antwortete er nur: ,Nein, wir sind schon mit so vielen Zahlungen im Rückstand, haben kein Geld’.“ So sei er schließlich losgezogen, habe bei der Feuerwehr in Kreischa zwei Schläuche für Köster bzw. die Spieler besorgt, damit der Trainingsbetrieb weiterlaufen konnte. „Und heute stehen wir hier und sprechen über ein Trainingsgelände für 16 Millionen Euro – was für ein Gegensatz!“, staunt Ritter noch immer.

Auch Sport-Geschäftsführer Ralf Minge kann kaum glauben, dass seine Vision vom einem zeitgemäßen Trainingszentrum jetzt wahr wird. Mit seinem damaligen Geschäftsführer-Kollegen bei Dynamo, Ralf Gabriel (heute Chef des Sportstättenbetriebes), habe er 2014, „als wir im Sinkflug in Richtung 3. Liga unterwegs waren“ nach einem Standort für das neue Trainingszentrum gesucht und wegen fehlender Flächen in der Stadt sogar in Radeberg, Wilsdruff, Kesselsdorf oder Kamenz nach Alternativen Ausschau gehalten. Als man dann nach Gesprächen mit der Stadt auf der Schlachthofinsel – mitten in Dresden und unweit des Nachwuchsleistungszentrums – fündig wurde und sich daran machte, das Projekt umzusetzen – „da hatte das einen Hauch von Größenwahn“, gibt Minge rückblickend zu.

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Dafür, dass das Trainingszentrum nun kommt, obwohl erhebliche Hürden zu überwinden und Umplanungen aus Gründen des Hochwasser- und Naturschutzes nötig waren, dankte die Dynamo-Spitze allen Unterstützern. Die sitzen in den Stadtratsfraktionen, bei der Stadtverwaltung, beim Freistaat (fördert das Projekt mit zwei Millionen Euro) und im eigenen Verein, denn die Mitglieder sprachen sich mit großer Mehrheit für den Umzug in den Dresdner Osten aus.

Oberbürgermeister Hilbert, ein bekennender Fußball- und Dynamo-Fan, stellte klar, dass das Fördergeld der Stadt in erster Linie für die Verbesserung der Bedingungen für den Nachwuchs gedacht ist. Mit dem neuen Trainingsgelände werde zudem der Sportpark Ostra weiterentwickelt: „Das neue Trainingsgelände stärkt den Fußballstandort Dresden weiter und bietet dem Verein ausgezeichnete Entwicklungsmöglichkeiten. Junge Fußball-Talente, die im Sportpark Ostra bereits die Nachwuchs-Akademie, das Internat, das Sportschulzentrum und zahlreiche weitere Sportanlagen nutzen, haben dann optimale Trainingsbedingungen.“

Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born erinnerte daran, dass neben den Profis die Teams von der U16 bis zur U19 mit ins neue Trainingszentrum ziehen. So würden für die jüngeren Jahrgänge Trainingsflächen bei der Nachwuchsakademie frei. Ist das neue Gelände mit drei Großspielflächen und einem Kleinfeld fertig, übernimmt Dynamo sofort die Betreibung und zahlt die Anlage über 25 Jahre per Mietkauf bei der DGI Gesellschaft für Immobilienwirtschaft mbH Dresden ab. Die DGI errichtet das Trainingsgelände, kann es Dynamo aber auch früher komplett übergeben, wenn die SGD es mit Sondertilgungen vorzeitig erwirbt.. „Eine vorzeitige Tilgung würde die Kosten für uns senken“, weiß Born.

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