Ein (gekünsteltes) Prosit der Gemütlichkeit: Eigentlich war den Bayern um Thomas Müller (l.) und Mats Hummels (r.) so gar nicht nach Feiern zumute.  Ein (gekünsteltes) Prosit der Gemütlichkeit: Eigentlich war den Bayern um Thomas Müller (l.) und Mats Hummels (r.) so gar nicht nach Feiern zumute.  © imago
Ein (gekünsteltes) Prosit der Gemütlichkeit: Eigentlich war den Bayern um Thomas Müller (l.) und Mats Hummels (r.) so gar nicht nach Feiern zumute. 

Oktoberfest-Besuch nach Wolfsburg-Remis: Der Bayern-Kater

Nach dem erneuten Punktverlust gegen den VfL Wolfsburg in der Bundesliga müssen die Stars vom FC Bayern München aufs Oktoberfest. Partystimmung kommt derzeit beim FCB allerdings nicht auf.

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Die bestens eingeschenkten Maß Bier hielt ein Helfer allzeit bereit. Wenn der Schaum etwas in sich zusammenfiel, wurde nachgebessert. Bevor die Profis und die Bosse am Sonnabendnachmittag beim traditionellen Oktoberfest-Besuch der Bayern-Familie samt Anhang die Treppen zu Käfer’s Wiesn-Schänke emporstiegen, wurde jedem ein Maßkrug in die Hand gedrückt.

Einmal lächeln für die Fotografen, bitte. Auch wenn’s schwer fällt: Viele schauten eher grimmig drein, zeigten ihr 2:2-Gesicht. Am Tag nach dem Schock, dem 2:2 nach 2:0-Führung gegen den VfL Wolfsburg. Sportdirektor Hasan Salihamidzic sprach von einem „ganz schönen Scheißtag“. Denn solch eine Peinlichkeit ist ihnen seit dem März 2014 in einem Heimspiel nicht mehr passiert – damals holte Hoffenheim in München nach einem 1:3 mit dem 3:3 noch einen Punkt.

Die Bayern in Noten: Die Einzelkritik gegen Wolfsburg

Die Bayern gingen also mit Katerstimmung auf die Wiesn – und das schon vor dem ersten Bier. Es werde „nicht ganz so ausgelassen, wie es hätte werden können“, meinte Mats Hummels. Eine Runde Frusttrinken, bitte. Oder wie man in Bayern dazu sagt: „Schwoam mas owe!“ Spülen wir’s runter! Also formulierte es Bayer Thomas Müller, dem Optimismus verpflichtet, positiver: „Für das Teambuilding ist die Maßnahme nicht schlecht.“ Ein Prosit der Beharrlichkeit! „Das bringt uns alle noch mal ein bisschen zusammen“, sagte Salihamidzic trotzig, für die Spieler sei es „wichtig, dass sie mal den Kopf frei kriegen können“.

Trainer Carlo Ancelotti, das Synonym für einen Pragmatiker erster Güte, wollte nicht den Promille-Polizisten spielen: „Die Spieler können trinken, was sie wollen. Ich bin nicht ihr Papa oder Bruder. Ich bin nur der Trainer.“ Er bleibt bei seiner Linie der langen Leine, bevorzugt die Politik der ruhigen Hand.

Nach dem Besuch bei bestem Herbstwetter wirkten die Bayern schon wieder lockerer, die Zuversicht kehrte in die Gesichter zurück. Der Sonntag diente der Regeneration nach dem Wiesn-Besuch, trainingsfrei für Kopf und Körper. Es gab ja auch einiges zu verdauen. Der unerklärliche Einbruch gegen die Wolfsburger, die man schon im Sack hatte mit der 2:0-Führung zur Pause. „Wir spielen noch nicht den Fußball, den wir uns vorstellen“, meinte Hummels. „Wir haben den Sieg weggeschmissen“, klagte Müller, ohne dabei Torwart Sven Ulreich, auf der Wiesn nur mit Wasser im Glas, anzuzählen, der sich beim Stand von 2:0 einen Freistoß ins eigene Tor geboxt hatte. Die „geistige Frische“ habe gefehlt. Und die letzte Konsequenz, der unbedingte Wille, kurz: die Gier. Andere machen es vor: Mit 6:1 hatte Dortmund Gladbach demontiert und mitreißenden Angriffsfußball gezeigt, den man sich auch in München wünscht. Das bereitet Kopfschmerzen an der Säbener Straße, wo man den schlechtesten Saisonstart seit sieben Jahren verzeichnet, damals unter Trainer Louis van Gaal.

In Bildern: So feiern die Bayern auf dem Oktoberfest

Und das kurz vor dem ersten Höhepunkt der diesjährigen Spielzeit, dem Kräftemessen mit dem durch die Millionen einer Investorengruppe aus Katar aufgerüsteten Hauptstadtklub Paris Saint-Germain am Mittwoch (20.45 Uhr) in der Champions League. „Das wird eine ganz heiße, schwierige Aufgabe. Auswärts in Paris ist momentan definitiv eines der fünf schwersten Spiele in Europa und damit auf der Welt“, ahnt Hummels. Ein Duell, das Karl-Heinz Rummenigge durch seine Aussagen auf eine noch höhere Ebene gehoben und damit den Druck auf seine Mannschaft erhöht hat. „Es kribbelt bei uns allen gewaltig“, sagt Bayerns Vorstandsboss, der sich auf das „Prestigespiel“ freut und angesichts der Transfers von Neymar (222 Millionen Euro Ablöse) und Kylian Mbappé (180 Millionen nach Leihe) findet: „Es ist das Aufeinandertreffen zweier Kulturen. Auf der einen Seite ein neureicher Verein und wir, der altreiche. Druck hat vor allem PSG. Wer so viel Geld in die Hand nimmt, muss die Champions League gewinnen.“

FC Bayern München (Herren) Fussball Bundesliga

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