13. Juni 2018 / 16:32 Uhr

Oliver Kluth: "Wir haben nichts zu verlieren"

Oliver Kluth: "Wir haben nichts zu verlieren"

Mario Nagel
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FCH-Trainer Oliver Kluth muss im entscheidenden letzten Saisonspiel auf zahlreiche Akteure verzichten. © Mario Nagel
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Der FC Huchting bestreitet am letzten Spieltag ein echtes Endspiel um den Landesliga-Aufstieg - Trainer Oliver Kluth sieht dem Duell mit dem SV Türkspor entspannt entgegen

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Nur der Meister SG Findorff kassierte ebenso wenige Niederlagen in dieser Saison wie der FC Huchting (3), keine andere Mannschaft kassierte in der Bezirksliga Bremen derart wenige Gegentore wie die Süd-Bremer (45). Trotzdem belegen die Huchtinger einen Spieltag vor dem Saisonende keinen Aufstiegsplatz. Mit zwei Punkten Rückstand auf den SV Türkspor ist die Mannschaft von Trainer Oliver Kluth nur Dritter, doch am letzten Spieltag kommt es zum direkten Duell. Nur mit einem Sieg würde der FCH den Gang in die Landesliga antreten und den SV Türkspor noch von Rang zwei verdrängen, bei einem Remis oder einer Niederlage wäre der Traum vom Aufstieg vorbei. Wir sprachen mit Huchting-Coach Oliver Kluth über die Ausgangslage und das anstehende "Endspiel".

Herr Kluth, Ihr Team steht vor dem wichtigsten Spiel der Saison. Wie ist die Stimmung in der Mannschaft?

Oliver Kluth: Im Dienstags-Training hat man noch nichts davon gemerkt, die Jungs haben gut gearbeitet. Von Nervosität war keine Spur, aber das habe ich auch so erwartet. Wir wollen uns am Sonntag überraschen lassen und machen daher alles so wie immer.

Dem SV Türkspor reicht bereits ein Remis zum Aufstieg, Ihre Mannschaft ist also gefordert, zu gewinnen...

Aber ich sehe Türkspor trotzdem mehr unter Druck. Seit dem Abstieg aus der Landesliga haben sie immer nur vom Wiederaufstieg gesprochen und alles dafür getan, damit es klappt. Türkspor braucht zwar nur einen Punkt, aber sie sind noch mehr gefordert als wir. Für uns ist es natürlich super, da oben zu stehen, der Aufstieg war allerdings nie das erklärte Ziel. Wir sind erst durch eine starke Hinrunde in diese Lage gekommen, und jetzt haben wir von den Patzern der Konkurrenz am letzten Wochenende profitiert. Wir haben nichts zu verlieren.

Ihre Mannschaft hat bislang nur drei Niederlagen kassiert, dafür aber neun Mal Unentschieden gespielt. Trauert man so manchem Punkt hinterher, gerade weil der FC Huchting mit zwei Zählern mehr auf dem Konto aufgrund des besseren Torverhältnisses Tabellenzweiter wäre?

Natürlich denkt man bei so einer Anzahl an Remis schon darüber nach, ob es nicht der ein oder andere Punkt hätte mehr sein können. Aber wir hatten ja auch glückliche Unentschieden dabei, wie beim Blumenthaler SV II, als wir mit 0:2 hinten lagen und uns noch ein 2:2 erkämpfen konnten. Dem stehen zwar auch bittere Spielverläufe gegenüber, wie gegen Geestemünde II, als wir eine 2:0-Führung verspielt haben oder beim FC Roland, als wir beim Stand von 1:1 auf Sieg gespielt und verloren haben. Aber am Ende glaube ich ist es im Nachhinein immer schwer, irgendwelche Rechnungen zu machen. Wir können noch aufsteigen und haben es selbst in der Hand - ich glaube da würden Hasenbüren oder Sebaldsbrück schon mit uns tauschen wollen, auch wenn sie weniger Unentschieden haben.

Bildergalerie zum Bezirksliga Bremen-Spiel zwischen dem FC Huchting und der SG Findorff (3:3).

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Kommen wir wieder zum anstehenden Endspiel um den Aufstieg. Welche Erfahrungen aus dem Hinspiel können Sie mit in das letzte Saisonspiel nehmen?

Wir haben 1:1 gespielt, Türkspor war bis zur 1:0-Führung klar besser, brauchte aber einen strittigen Elfmeter, um zu treffen. Nach dem Ausgleich waren wir dann besser, am Ende war es denke ich ein verdientes Remis. Für das neuerliche Duell können wir aus dem Spiel aber nicht so viel mitnehmen. Zum einen, weil Türkspor im Winter einen neuen Trainer bekommen hat, und zum anderen, weil sie auch viele neue Spieler geholt haben. Das einzige was wir wissen ist, dass uns ein Gegner mit sehr viel Qualität gegenüber stehen wird.

Aber Ihre Mannschaft hat natürlich auch gewisse Qualitäten...

Ja, aber wir fahren zurzeit auf der Felge. Bei uns könnten für das Spiel bis zu sieben Stammspieler ausfallen, einige davon sind bereits sicher. Das ist besonders im Angriff ärgerlich, weil wir keinen 30-Tore-Mann haben, wie andere Mannschaften. Bei uns verteilt sich das auf vier Spieler, und wenn drei von denen ausfallen, dann schwächt dich das schon ziemlich. Daniel Fecker hat eine Rippenprellung, Pascal Busch einen Muskelfaserriss und Timo Witten ist im Urlaub, genau wie ein weiterer Spieler auch.

Dass die Saison ausgerechnet am letzten Spieltag entschieden wird, konnten die beiden Spieler nicht wissen. Trotzdem fliegen sie während der Saison in den Urlaub, können Sie ihnen das verübeln?

Nein, überhaupt nicht. Der SPORTBUZZER hat im Winter ja mal eine Umfrage gemacht, ob man eher für eine längere Winter- oder Sommerpause wäre. Da habe ich für eine längere Sommerpause gestimmt, dazu stehe ich auch. Die meisten Spieler haben keine Familie und sind somit nicht auf die Ferien angewiesen, um Urlaub zu machen. Wenn sie also Mitte Juni 200€ oder 300€ weniger zahlen als im Juli/August, dann kann ich ihre Entscheidung absolut nachvollziehen. Wenn die Saison, wie bereits von mir vorgeschlagen, mit einer Englischen Woche Anfang August starten würde und die Hinrunde - plus die ersten beiden Rückrundenspiele - bis Mitte Dezember ginge, dann könnte man die Saison Ende Mai beenden. Aber da gibt es im Verband wenig Zustimmung.

Ihrer Mannschaft fehlen also wichtige Spieler, zudem sehnen sich viele nach der Sommerpause. Trotzdem: wie geht das Spiel aus?

Bei uns sind die Spieler aus der zweiten Reihe gefragt, die auch alle den Anspruch haben, zu spielen. Wenn es uns gelingt, unser Spiel durchzuziehen und die Ausfälle als Team zu kompensieren, dann sehe ich gute Chancen für uns. Wir gewinnen mit 1:0.

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