09. August 2018 / 08:36 Uhr

Olympia Frankenhains Frauen schütteln alle ab

Olympia Frankenhains Frauen schütteln alle ab

Ronny Pohle
Frankenhains Carolin Weber im rot-schwarzen Trikot setzt sich gegen Stefanie Dietrich (l.) vom FSV Oschatz durch. Die Olympia-Akteurin ist in dieser Partie gut drauf und netzt vierfach ein.
Frankenhains Carolin Weber im rot-schwarzen Trikot setzt sich gegen Stefanie Dietrich (links) vom FSV Oschatz durch. Die Olympia-Akteurin ist in dieser Partie gut drauf und netzt vierfach ein. © Andreas Döring
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Kreisliga der Frauen in der Bilanz: Thierbach und Pegau landen auf dem Treppchen.

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Muldental/Leipziger Land. Eine ereignisreiche Kreisliga-Saison liegt hinter den Fußballerinnen aus der Region. Wir blicken zurück und bilanzieren. Von Saisonbeginn an übernahm Olympia Frankenhain das Zepter. Da die Mannschaft bereits letztes Jahr hinter Luppa zweite Kraft war, war dies nicht einmal überraschend.

Olympia konnte nach der Saison 2011/12 endlich wieder den Meistertitel feiern. Mit 44 Punkten aus 16 Spielen hatte das Team letztlich acht Zähler Vorsprung auf den Zweiten, den Thierbacher SV. Die einzigen Punkte, die nicht auf dem Frankenhainer Konto landeten, wurden gegen Landesklasse-Absteiger Hartenfels Torgau eingebüßt. Beide Spiele konnten nur unentschieden gestaltet werden (1:1/0:0). Dass die Torgauerinnen Frankenhain irgendwie nicht liegen, untermauerte auch das Ausscheiden im Pokal. Dort warf Torgau die Olympia-Damen mit 2:0 aus dem Wettbewerb.

Der höchste Saisonsieg gelang gegen Böhlen (12:2). Olympia machte in der gesamten Saison wenig Fehler und blieb weitestgehend von Verletzungssorgen verschont. Für Trainer Steffen Schurig war es eine Bilderbuch-Saison, es lief einfach alles und mit Blick auf den Kader hatten man auch das kompletteste Team in der Breite am Start. Beste Torschützin war Carolin Weber mit 36 Treffern, Kristin Meinig traf elfmal und Antje Konzack achtmal. Weitere acht Spielerinnen trugen sich in die Torschützenliste ein, was die Ausgeglichenheit belegt.

Entscheidung am vorletzten Spieltag

Überraschender Vizemeister wurde in dieser Saison der Thierbacher SV. Mit diesem hatten wohl die wenigsten so weit oben gerechnet. Die Mannschaft machte die Meisterschaft lange spannend, aber nach der 0:2-Niederlage am vorletzten Spieltag gegen Frankenhain war der Titelkampf entschieden. Thierbach schoss nur zwei Tore weniger als die Champions und konntn beim 16:0 gegen Böhlen und beim 14:0 gegen Kitzscher die höchsten Siege der gesamten Liga verbuchen. Das Team verlor aber beide Spiele gegen Olympia (2:4, 0:2) und musste auch gegen Pegau (2:5) und Bad Lausick (0:3) Pleiten einstecken.

Thierbach musste aber auch einen weiteren Nackenschlag wegstecken. Als Kapitänin Christin Voigt im März auf tragische Art und Weise ums Leben kam, stand der ganze Verein unter Schock und auch die Mädels waren fassungslos. Das diese dann dennoch so eine gute Rückrunde spielten, ist aller Ehren wert und verdient großen Respekt. Beste Torschützin war Diana Mamedov mit 41 Treffern, die damit auch die Torjägerkrone gewann. Jane Uhlig traf 15-mal und Christin Voigt noch neunmal. Thierbach zeichnete sich durch seine faire Spielweise aus, kam mit nur einer gelben Karte aus und teilte sich mit Kitzscher Platz eins in der Fairness-Tabelle.

Pegau muss sich neu finden​

Landesklasse-Absteiger TuS Pegau musste sich nach dem Abstieg erst einmal finden, spielte aber dennoch gleich eine gute Rolle in der Liga. Besonders die Umstellung auf Kleinfeld machte zunächst zu schaffen. Zur Halbserie waren TuS noch ärgster Verfolger von Frankenhain. Aber durch die drei Niederlagen gegen Frankenhain (2:3), Oschatz (1:4) und Torgau (1:3) zum Ende der Saison mussten das Team Frankenhain ziehen und sogar noch Thierbach an sich vorbei lassen. Im letzten Spiel gegen Böhlen fingen sich die Frauen aber wieder und konnten dank des 7:0-Erfolges Platz drei sichern. Mit zwölf Treffern war Vanessa Gronau die beste Schützin im Team, Nadja Neitzsch traf elfmal und Nicole Marke noch fünfmal.Weitere acht Spielerinnen konnten sich in die Torschützenliste eintragen.

Etwas weiter vorn hätte sich wohl der zweite Landesklasse-Absteiger Hartenfels Torgau gerne gesehen. Entscheidend waren dabei die drei Unentschieden gegen Kitzscher, Böhlen und Frankenhain sowie die beiden Niederlagen gegen Thierbach. Am Ende standen zwei Zähler weniger auf dem Konto als beim Dritten Pegau und es blieb der undankbare vierte Platz. Ein kleiner Trost ist der Gewinn des Pokalwettbewerbes – diesen gewann Hartenfels durch ein 2:0 im Finale gegen den FSV Oschatz. Beste Torschützinnen waren Peggy Burkhardt und Juliane Ritz mit jeweils 13 Toren. Weitere vier Spielerinnen sorgten für die restlichen der immerhin 42 geschossenen Tore.

Der letztjährige Dritte FC Bad Lausick kam in dieser Saison nicht richtig in Tritt. Mit Platz fünf lagen die Kurstädterinnen etwas hinter den eigenen Erwartungen zurück. Gegen Frankenhain (0:3), Thierbach (1:2) und sogar gegen Kitzscher (0:2) mussten in der Hinrunde schmerzliche Niederlagen hingenommen werden. Insgesamt verlor Bad Lausick neun Spiele in der Saison – einfach zu viel für die hohen Erwartungen des ehemaligen Serienmeisters. Selina Kluge (10),Vanessa Moche (10) und Franziska Osterhaus (9) schossen 29 der insgesamt 37 Bad Lausicker Tore, sieben weitere Spielerinnen trafen ebenfalls.

Oschatz kann sich leicht steigern​

Voll zufrieden kann dagegen der FSV Oschatz sein. Mit 18 Punkten belegten das Team Platz sechs und konnte sich im Gegensatz zur letzten Serie um drei Plätze steigern. Sechs Siegen stehen elf Niederlagen gegenüber. Auffällig dabei ist, dass auswärts nur drei Zähler gewonnen werden konnten. Am treffsichersten zeigten sich Susanne Löwe (14), Stefanie Dietrich (12) und Alexandra Bohn (5). Zudem trafen weitere fünf Spielerinnen.

Mit Platz sieben machte Chemie Böhlen dasBeste aus einer ziemlich verkorksten Saison. Die Statistik – zwei Siege, zwei Unentschieden und zwölf Niederlagen – spricht eine deutliche Sprache. Trainer Hiller hatte die gleichen Sorgen wie in der Hinrunde: ständig wechselndes Personal und die schon fast traditionelle mangelnde Chancenverwertung kombiniert mit der schlechtesten Defensive der Liga (101 Gegentore). Dies alles habe keine bessere Platzierung zugelassen, gestand Hiller, will aber nächste Saison wieder angreifen. Etwas ruppig ging es bei den Chemie-Spielen allerdings auch zu, denn mit sechsmal Gelb und einmal Rot war das Team Letzter der Fairness-Tabelle. Sarah Ferl (8), Janine Cebulla (7) und Maria Ehrhardt (6) waren die Treffsichersten ihrer Mannschaft.

SVN startet Aufholjagd

Eine kleine Steigerung konnte der SV Naunhof verzeichnen. Zur Halbserie noch mit einem Zähler enttäuschend auf dem letzten Platz, konnte die Mannschaft in der Rückrunde gegen Oschatz (2:0), Kitzscher (2:1) und Bad Lausick (2:1) gewinnen und die Rote Laterne abgeben. Als Schwachpunkt ließ sich die Naunhofer Offensive ausmachen. Acht Spielerinnen teilten sich 30 Tore, was den schlechtesten Wert der Liga darstellt. Jessica Hänsel traf mit zehn Toren am besten.

Die Leistungen des FSV Kitzscher waren meist zu wechselhaft und dazu noch zu ausrechenbar, da das Spiel meist auf Nicole Schmaland zugeschnitten war, die auch über die Hälfte der 45 Tore selbst erzielte. Dies funktionierte dann meist nur gegen die unteren Mannschaften wie beim 17:5 (!) über Böhlen, das zugleich das torreichste Spiel der Saison war. Dort traf Schmaland allein neunmal.

Eklatante Abwehrschwächen

Die 0:14-Niederlage im Stadtderby gegen Thierbach offenbarte aber auch die eklatanten Abwehrschwächen des jungen Teams. 92 Gegentreffer stellen dazu den zweitschlechtesten Wert der Liga dar, was zum wiederholten Mal nur zum letzten Tabellenplatz reichte. Mit Thierbach haben die FSV-Damen immerhin den besten Wert in der Fairness-Tabelle. Sie kamen mit nur einer Verwarnung aus. Insgesamt geht es fair zu bei den Damen.

Denn die Schiedsrichter mussten nur 31-mal Gelb, dreimal Gelb-Rot und ein einziges Mal Rot zeigen – dennoch sind mehr Karten zu verzeichnen als in der letzten Saison. 79 Spielerinnen erzielten insgesamt 424 Tore, dies ergibt einen Schnitt von 5,9 Treffern pro Spiel. Das sind 131 weniger als in der Saison zuvor. Damals waren allerdings auch noch zehn Teams im Spielbetrieb.

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