13. März 2018 / 19:14 Uhr

OSC-Keeper Eden: Auf einmal unverzichtbar

OSC-Keeper Eden: Auf einmal unverzichtbar

Dennis Schott
Nico Eden
Zurück zwischen den Pfosten: Nico Eden, hier noch im Trikot des FC Hagen/Uthlede, ist beim OSC Bremerhaven die unangefochtene Nummer eins. © Björn Hake
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Der Torwart genießt beim Bremen-Ligisten das Vertrauen, das er beim FC Hagen/Uthlede vorher nicht besaß

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Gleich das erste Pflichtspiel hat ihn in seiner Meinung bestärkt, dass es die richtige Entscheidung war, in der Winterpause den Verein zu wechseln. Vor drei Wochen stand Nico Eden, der neue Torwart des OSC Bremerhaven, gegen den ESC Geestemünde zum ersten Mal zwischen den Pfosten seines neuen Vereins - und avancierte auf Anhieb zum Erfolgsgaranten. In der Rückbetrachtung kann er es sich selbst kaum erklären, wie der Bremen-Ligist das Bremerhavener Derby mit 1:0 für sich entscheiden konnte. Schließlich hatte der Lokalrivale die Partie eindeutig bestimmt und die wesentlich besseren Torchancen auf seiner Seite. Aber es gab da eben auch den neuen OSC-Schlussmann, an dem sich der Kontrahent in steter Regelmäßigkeit die Zähne ausbiss. "Er hat gut gehalten", stellte ESC-Coach Stefan Schlie seinerzeit anerkennend heraus.

Besser hätte der Auftakt für Nico Eden im neuen Jersey kaum laufen können. Und auch wenn sich der OSC Bremerhaven in den zwei anschließenden Spielen zwei Niederlagen einhandelte, darunter ein mehr als eindeutiges 0:8 gegen den Brinkumer SV, so fällt das Fazit des 24-Jährigen durchweg positiv aus. Denn: Nico Eden spielt wieder. Das war in der Vergangenheit nur selten der Fall. Der veranlagte Keeper musste sich beim Lüneburger Landesligisten FC Hagen/Uthlede hintanstellen, weil das Team mit Yannick Becker einen ebenfalls sehr starken Torwart besitzt, der gegenüber Nico Eden den Vorzug der Trainer genoss. Erste Wahl war der 24-Jährige eigentlich nur zu der Zeit, als sich sein Rivale den Ellbogen brach und für mehrere Monate außer Gefecht gesetzt war. Und so war Edens Stammplatz - gerade unter Trainer Carsten Werde und von wenigen Ausnahmen abgesehen - meistens die Bank.

Knapp zweieinhalb Jahre ging das so. Eine unbefriedigende Situation für einen, dessen Qualität selbst in Hagen nie wirklich infrage gestellt wurde, aber unbedingt spielen wollte. Und so reifte in ihm der Entschluss, den Landesligisten in diesem Winter zu verlassen. "Eigentlich war mir das nach dem ersten Spiel gegen Bornreihe klar, dass ich den Verein verlassen werde", erklärt Nico Eden. Seine Hoffnung, endlich zu dieser Spielzeit mehr Einsatzzeiten zu bekommen, hatte sich zerschlagen, nachdem sein Rivale von Anfang an ran durfte. Aus Erfahrung wusste Nico Eden, dass Coach Carsten Werde auf der Torwartposition nur ungern rotieren lässt. Also blieb für den 24-Jährigen wieder nur die Bank übrig. Ein Teufelskreis, aus dem es auszubrechen galt. "Als Torwart muss man spielen. Ich bin eigentlich mit der Devise gewechselt, dass ich es mir noch einmal beweisen will. Und ich habe in den drei Spielen gemerkt, dass ich auf dem Weg bin, wieder der Alte zu werden", sagt Nico Eden trotz der eigentlich unbefriedigenden Zahl an bisherigen Gegentreffern (zehn in drei Spielen).

Dass seine Wahl dabei auf den OSC Bremerhaven fiel, war fast vorprogrammiert. Zum einen, weil Nico Eden für die "Olympischen" bereits zwischen den Pfosten stand. Zum anderen kennt er OSC-Trainer Björn Böning sehr gut, bei ihm hat er während seiner Zeit beim A-Junioren-Bundesligisten VfB Oldenburg sein Abitur gemacht. "Er war mein Lehrer", erklärt der Keeper. Sein neuer Coach machte nach Bekanntwerden von Edens Wechsel kein Geheimnis daraus, welch guten Fang er mit ihm gemacht hat. Erst recht, weil die vorherige Nummer eins des OSC oftmals nicht fehlerfrei agierte. "Er gibt uns Stabilität und redet mit seinen Vorderleuten, strahlt eine starke Präsenz aus", hatte OSC-Coach Björn Böning bereits gesagt, nachdem sein Team die ersten Hallenturniere gespielt hatte. Welch hohen Stellenwert Nico Eden bei ihm besitzt, beweist zudem die Tatsache, dass er seinen neuen Keeper direkt zum Kapitän ernannt hat. "Nach gerade einmal sechs Wochen", sagt der OSC-Keeper.

Kein Zweifel: Nico Eden kommt in diesen Tagen jene Wertschätzung zu, die er beim FC Hagen/Uthlede lange Zeit vermisst hat. "Es ist schwierig, wenn man weiß, dass man nicht den Rückhalt vom Trainer hat", so der 24-Jährige. Er spricht von zwei Welten. Auf der einen Seite den FC Hagen/Uthlede, bei dem seine Qualitäten zwar geschätzt, aber nicht gewürdigt wurden. Und auf der anderen der OSC Bremerhaven, bei dem er eine wichtige Säule bildet. Klingt fast danach, als hätten sich Nico Eden und der OSC Bremerhaven gesucht und gefunden. Auch für länger? Oder zumindest über die Saison hinaus? "Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht", erklärt der Torwart. Im Vergleich zur Landesliga Lüneburg sei der sportliche Reiz in der Bremen-Liga geringer, weil sie nicht so stark sei. Andererseits besitze die Bremen-Liga ihren Reiz über den Pokalwettbewerb. "Die Chance, mal im DFB-Pokal zu spielen, ist in Bremen wesentlich größer. Der LTS ist es im letzten Jahr ja auch gelungen", meint Nico Eden, der mit seinem neuen Verein im Ligabetrieb vornehmlich darauf bedacht ist, die Klasse zu halten. Aber wer weiß? Vielleicht tritt der OSC in die Fußstapfen des amtierenden Pokalsiegers Leher TS, schließlich ist der Bremen-Ligist noch im Wettbewerb vertreten. Nico Eden stünde dann auf einer Bühne, von der er zu Saisonbeginn nie zu träumen gewagt hätte.

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