Ousmane Dembélé war der gefeierte Held beim 5:0-Sieg des FC Barcelona gegen den Lokalrivalen Espanyol. Ousmane Dembélé war der gefeierte Held beim 5:0-Sieg des FC Barcelona gegen den Lokalrivalen Espanyol. © imago
Ousmane Dembélé war der gefeierte Held beim 5:0-Sieg des FC Barcelona gegen den Lokalrivalen Espanyol.

Ousmane Dembélé: So lief sein glanzvolles Debüt für den FC Barcelona

So viel Applaus haben Neuzugänge im Camp Nou selten erhalten: Ex-BVB-Star Ousmane Dembélé hat beim FC Barcelona einen Einstand nach Maß gefeiert. Die Fans sangen schon seinen Namen, bevor er überhaupt eingewechselt wurde. Aus Barcelona berichtet unser Korrespondent Florian Haupt.

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Nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit brandete Jubel auf im Camp Nou. Ousmane Dembélé klatschte in die Hände, dann machte er sich ans Aufwärmen. Die Kurve sang seinen Namen zur Melodie der französischen Nationalhymne – nicht mal gespielt, und schon ein eigenes Lied: nicht so schlecht für den Anfang.

Der hatte sich hinausgezögert, weil Trainer Ernesto Valverde vor 72857 Zuschauern im Stadtderby gegen Espanyol entgegen allgemeiner Erwartung zunächst auf den 105 Millionen Euro teuren Rekordeinkauf verzichtet hatte. Der Plan ging schnell auf, dank Lionel Messi und dem Schiedsrichterteam, dem eine Abseitsposition vor dem 1:0 nicht auffiel. Barça hatte 75 Prozent Ballbesitz, wirkte aber lange nicht unwiderstehlich, bis es das Ergebnis in der Schlussphase doch noch zu einer Demütigung des Stadtnachbarn ausweitete. 5:0, Tabellenführung übernommen, nach drei Spielen schon vier Punkte Vorsprung auf Real Madrid – so die Bilanz des Abends.

In einer Stunde spielt der FC Barcelona im Stadtderby gegen RCD Espanyol - der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé ist im Kader. Aber steht er auch in der Startelf? SPORTBUZZER-Reporter Florian Haupt mit den letzten Infos!

Geplaatst door Sportbuzzer - dem Fußball sein Zuhause op zaterdag 9 september 2017

Mehr Applaus bei Dembélé-Einwechslung als bei jedem Treffer

Und natürlich: doch noch das ersehnte Debüt. Als Dembélé zur Einwechslung bereit stand, fiel gerade das 3:0, Messis drittes Tor. Mittlerweile lief die 68. Minute, und als der Franzose tatsächlich das Spielfeld betrat, war der Applaus stärker als bei jedem Treffer. Nach dem Abgang von Neymar und angesichts der Vereinskrise – draußen standen die Leute nach Spielschluss noch Schlange, um ihre Unterschrift für ein Misstrauensvotum gegen die Klubführung von Präsident Bartomeu abzugeben – braucht es Gesichter der Hoffnung. Selbst beim ersten – und eher belanglosen – Ballkontakt des ehemaligen Dortmunders an der rechten Seitenlinie wurde euphorisch gejubelt.

Hier lesen: So lief die Vorstellung von Ousmane Dembélé beim FC Barcelona

Der Drang, schnell eine Duftmarke setzen zu wollen, war Dembélé beim ersten Einsatz für seinen erklärten Traumklub anzumerken. In der 85. Minute zog er nach einem Doppelpass mit Luis Suárez aussichtsreich von der rechten Seite zum Tor, doch der Schiedsrichter unterbrach das Spiel wegen eines vorherigen Fouls an dem Uruguayer.

Ousmane Dembélé: Bilder vom Debüt für den FC Barcelona

Dembélé bereitet das schönste Tor des Abends vor

Als alles schon auf ein unspektakuläres Debüt hindeutete, wurde Dembélé dann aber doch noch Teil der Torparty. Treu seiner Position auf rechts bekam er vom ebenfalls eingewechselten André Gomes einen Pass in den Raum gespielt. Mit dem ersten Kontakt leitete er ihn perfekt in die Mitte weiter, wo ihn Suárez, ebenfalls direkt, veredelte. Tack-tack-tack, 5:0, das schönste Tor des Abends.

Barças Stars liefen beim Torjubel danach bewusst zu dem Neuen. „Die Mitspieler versuchen, ihm ein Nest zu bauen, weil er ein junger Spieler ist, der teuerste Einkauf der Klubgeschichte, und alle wissen, dass er unter besonderen Umständen hierher gekommen ist“, sagte Valverde später in Erinnerung an Dembélés Trainingsstreik, der ihn bei seinem Ex-Klub zum Buhmann gemacht und ihn während knapp zwei Wochen aus der Trainingsroutine genommen hatte.

Riesenlob vom Trainer

Der Coach ließ auch erahnen, warum er in der Startelf noch auf sein neues Juwel verzichtet hatte: „Wir wollen ihn nach und nach auf seine Minuten kommen lassen, damit er sich an unser Spiel anpasst, die Kollegen kennen lernt, nicht nur im Training, sondern auch im Wettkampf, und so ihre Mechanismen versteht. Wir erwarten viel von ihm, heute war der erste Schritt.“ Was ihm besonders gefallen habe? „Dass er nicht nur seine Pflicht erfüllen wollte, sondern mutig war und etwas versucht hat“, so der Trainer.

Dembélés Ex-Teamkollege und einer seiner besten Freunde während seiner Zeit bei Borussia Dortmund, Pierre-Emerick Aubameyang gratulierte dem Franzosen via Twitter direkt nach dem Spiel.

Trotz des 5:0 gegen den Lokalrivalen bricht allerdings noch lange nicht die große Feierstimmung im Verein aus. Das Stadion war bei Schlusspfiff schon halb leer war, und ein guter Teil der Verbliebenen hatte wie schon bei Dembélés Präsentation vor zwei Wochen noch eine Botschaft an den Präsidenten. „Bartomeu, Rücktritt“ hallte es durch das Camp Nou, das zuvor ausnahmsweise nicht seinen gewohnten Gott Lionel Messi am lautesten gewürdigt hatte. Sondern einen neuen, Ousmane Dembélé.

FC Barcelona (Herren) Fußball International Primera Division Ousmane Dembele (Borussia Dortmund)

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