07. November 2018 / 15:28 Uhr

Oyten-Angreifer Pascal Döpke: "Ein zweiter Knipser fehlt"

Oyten-Angreifer Pascal Döpke: "Ein zweiter Knipser fehlt"

Mario Nagel
SPORT // Fu§ball-1. Kreisklasse: Fu§ball-Bezirksliga: TV Oyten - VSK Osterholz-Scharmbeck:
Pascal Dšpke (Oyten) 
FOTO: Bjšrn Hake
Oyten-Kapitän Pascal Döpke. © Björn Hake
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Der Torjäger des TV Oyten spricht im Interview darüber, warum der Bezirksligist noch kein Titelanwärter ist

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Pascal Döpke ist Stürmer beim Bezirksligisten TV Oyten. Seit Jahren ist er regelmäßig unter den Top-Torjägern der Liga zu finden. Auch in dieser Saison stehen für den 23-Jährigen bereits wieder 14 Treffer in 14 Spielen zu Buche. Im Interview spricht Döpke nun aber unter anderem darüber, warum die Oytener noch kein Titelkandidat sind.

Herr Döpke, Sie und der TV Oyten sind mittlerweile seit zehn Spielen ungeschlagen. Einzig der VSK Osterholz-Scharmbeck kann mit elf Partien ohne Niederlage eine bessere Bilanz in der Bezirksliga vorweisen. Der schwache Saisonstart mit lediglich drei Punkten aus vier Partien ist damit bereinigt. Was hat sich verändert?

Pascal Döpke: Wir hatten uns anfangs einfach noch nicht gefunden. Es hat ja schon ein kleiner Umbruch bei uns stattgefunden. Die Neuzugänge mussten erst mal eingebaut werden, die Laufwege waren daher noch unklar. Nach dieser Findungsphase ist es viel besser geworden. Jetzt sind wir wieder ein Team.

Einmal mehr hat der TV Oyten im Sommer einen wichtigen Spieler verloren. Diesmal war es Arthur Bossert, der sich dem Landesligisten Rotenburger SV anschloss. Ist auch sein Wechsel mittlerweile kompensiert?

Ich denke ja. Mit Marius Winkelmann (kam vom Regionalligisten SV Drochtersen/Assel, Anm. d. Red.) läuft es auch immer besser – wenn er denn mal da ist (lacht).

Anfangs wirkte Marius Winkelmann, obwohl er vorher drei Ligen höher gespielt hat, eher als Fremdkörper auf dem Platz...

Es ist ja ein riesiger Schritt von der Regional- in die Bezirksliga. Er musste ja auch erst mal sehen, wie in der Bezirksliga gespielt wird. Daher konnte alles nicht sofort zu hundert Prozent funktionieren. Das gehörte mit zur Findungsphase. Ich verstehe mich sehr gut mit ihm auf dem Platz. Ich kann gut erkennen, was er als nächstes vorhat, was er plant.

Durch die Serie an ungeschlagenen Partien hat sich der TV Oyten bis auf Rang sechs vorgeschoben. Am Sonnabend wird die bis dato beste Mannschaft der Liga zu Gast an der Stader Straße sein, der FC Hambergen. Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?

Hambergen war in den letzten Jahren immer sehr stark. Doch zu Hause haben wir immer sehr gut gegen sie ausgesehen. Auswärts war das etwas anders. Vielleicht ist es die Atmosphäre, wenn wir zu Hause spielen und uns unsere Fans anfeuern.

Doch der TVO spielt nun nicht regelmäßig vor 500 Zuschauern...

Stimmt. Aber trotzdem ist es in solchen Spielen eine andere Stimmung als gegen Mannschaften wie Scharmbeckstotel oder so.

Sehen Sie sich und Ihre Mannschaft denn auf dem Niveau des kommenden Gegners?

Nein, das derzeit nicht. Wir haben zwar vor der Saison gesagt, dass wir oben mitspielen und auch mal auf die Spitze schauen wollen, doch man muss realistisch sein. Zwölf Punkte Abstand haben wir auf Hambergen. Da müssen wir erkennen, dass wir tiefer stapeln müssen. Der Aufstieg ist kein Thema.

Was ist noch möglich in dieser Saison?

Der Knackpunkt ist wahrscheinlich auch, dass Mannschaften wie Etelsen und Ottersberg runtergekommen sind und der VSK wiedererstarkt ist. Somit sind die Top fünf der Liga erweitert worden. Bei der Konstanz der Teams von oben sind vielleicht noch die Top drei möglich, mehr aber nicht.

Was fehlt dem TV Oyten noch, um mit solchen Mannschaften dauerhaft konkurrieren zu können?

Gute Frage, darüber habe ich mir noch nicht wirklich Gedanken gemacht. Zum Teil liegt es daran – da nehme ich mich auch selber mit ins Boot – dass wir aus 15 Chancen nur ein, zwei Tore machen und nicht vier, fünf, sechs. An der Defensive hakt es nicht. Einen einzigen, richtigen Knackpunkt gibt es nicht.

Sie sprechen es quasi schon selbst an: Im Vergleich mit Teams wie Etelsen und Hambergen schießt der TVO zu wenig Tore. Sie hingegen stehen persönlich mit 14 Treffern auf Rang zwei der Torschützenliste. Um den zweitbesten Oytener Schützen zu finden, muss der Blick weit nach unten auf dieser Liste gerichtet werden (Simon Seekamp, drei Tore)...

Ja, da ist ein Problem. In den vergangenen Jahren gab es immer einen, der zumindest ansatzweise mit mir Schritt halten konnte. Ein zweiterKnipser fehlt schon. Das hat man auch am Anfang der Saison gesehen. Wenn ich nicht getroffen habe, dann haben wir auch verloren. Das sieht bei Hambergen natürlich deutlich besser aus. Da sind gleich drei Leute ganz weit vorne in der Torschützenliste.

Hat einer Ihrer jetzigen Mitspieler das Potenzial, diese Lücke zu füllen – vielleicht Elvedin Bibic (sechs Spiele, zwei Tore)?

Ja, er verfügt über eine große Qualität. Das hätte ich vor der Saison nicht gedacht, aber er wird immer besser. Er hat eine starke Technik und ist eiskalt vor dem Tor. Ihm traue ich das zu. Er wäre dann für den technischen Part zuständig, ich laufe und schieße ja einfach (lacht).

Bei Ihrer Trefferquote gab es sicherlich einige Anfragen höherklassiger Teams...

Das kann ich nicht leugnen (schmunzelt).

Kommen diese Anfragen wieder und der TV Oyten steigt nicht in die Landesliga auf: Wechseln Sie dann?

Das kommt darauf an, wer geht und wer kommt. Ich lege mich immer erst sehr spät fest, weil ich schauen will, was passiert, wie die Planungen aussehen. Und ich fühle mich pudelwohl in Oyten. Mittlerweile ist er so was wie mein Heimatverein geworden. Mittlerweile bin ich auch zu so etwas wie dem Gesicht des Vereins geworden, das ist toll, das macht mich stolz. Ich bin sehr glücklich in Oyten. Die Frage, die ich mir vor jeder Saison stelle ist: Oder bin ich irgendwo anders glücklicher?

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