11. März 2018 / 15:11 Uhr

Pal Dardai stinksauer über Pfiffe der Hertha-Fans

Pal Dardai stinksauer über Pfiffe der Hertha-Fans

dpa
Pal Dardai ist alles andere als begeistert von der Reaktion der Hertha-Fans auf das 0:0 gegen den SC Freiburg.
Pal Dardai ist alles andere als begeistert von der Reaktion der Hertha-Fans auf das 0:0 gegen den SC Freiburg. © Annegret Hilse
Anzeige

Bundesliga: Nach dem 0:0 gegen den SC Freiburg ärgert sich der Berliner Trainer über die Reaktion der Anhänger.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Der Frust nagt an Pal Dardai. Die lauten Pfiffe der eigenen Fans und die heftige Kritik nach vier torlosen Spielen seines Teams haben dem Hertha-Trainer kräftig zugesetzt. Am Tag nach dem jüngsten 0:0 des Berliner Fußball-Bundesligisten gegen den harmlosen SC Freiburg platzte es aus Dardai heraus: „Das Spiel muss man nicht schlechtreden. Ich lasse meine Spieler nicht unsicher machen, nicht vom Publikum und nicht von den Journalisten“, sagte der aufgebrachte Ungar auf dem Trainingsplatz. Seine Spieler würden selbst spüren, dass sie derzeit keine Tore machen: „Aber sie müssen positiv bleiben. Es ist großer Quatsch, ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen.“

"Verstehe die Vorwürfe nicht"


Unmittelbar nach der Partie vor nur 38 625 Zuschauern hatte Dardai noch von der verpassten Chance gesprochen, „die Blockade zu lösen“. Hertha sind in der Rückrunde nur vier Treffer gelungen, im eigenen Stadion warten die Berliner 2018 weiter auf einen Sieg. Doch die Reaktionen darauf hält der Chefcoach für völlig überzogen: „Wir haben 30 Tore geschossen in dieser Saison. Ich verstehe die Vorwürfe nicht. Ich lasse mir nicht alles kaputtreden.“

​50 ehemalige Hertha-Spieler – und was aus ihnen wurde.

Marko Pantelic: War als Stürmer auf und neben dem Platz nie ganz pflegeleicht. Heute besitzt er ein Restaurant im Belgrader Stadtzentrum und arbeitet als Spielerberater. Zur Galerie
Marko Pantelic: War als Stürmer auf und neben dem Platz nie ganz pflegeleicht. Heute besitzt er ein Restaurant im Belgrader Stadtzentrum und arbeitet als Spielerberater. ©
Anzeige

In der Tabelle habe es keinen Rückschlag gegeben, hob Dardai hervor. Im Gegenteil: Mit 32 Punkten steht Hertha auf Rang elf und baute den Abstand auf den Abstiegs-Relegationsplatz auf sieben Zähler aus. „Wir müssen realistisch bleiben und so schnell wie möglich 40 Punkte sammeln“, meinte Defensivspieler Fabian Lustenberger. Die falschen Erwartungshaltungen haben Profis und die Sportliche Leitung schon seit längerer Zeit angeprangert.

Dardai sieht starken Teamgeist

Der siebte und sechste Platz zum Abschluss der beiden jüngsten Spielzeiten seien „mit Abstand das Maximum“, das Hertha erreichen könne, wiederholte der aufgebrachte Dardai am Sonntag nochmals. Dass sein Team mit acht Punkten nach dem Jahreswechsel fast schon traditionell schwächelt, wollte der Trainer so nicht stehenlassen und verwies auf neue Stärken: „Ich würde nicht so negativ sein, wir haben in der Rückrunde die wenigsten Tore kassiert. Das spricht für den Teamgeist. Defensiv zu stehen, ist ein Charakter der Mannschaft.“ Zudem habe sich das Team in Drucksituationen weiterentwickelt.

Die Pfiffen und die Unzufriedenheit der Zuschauer müsse man akzeptieren, bemerkte der Trainer trotzig: „Das ist die Fankultur bei uns. Es ist natürlich nicht schön, dass die eigenen Anhänger in der Endphase unsere Spieler unsicher machen.“ Er werde mit dem Team so weiterarbeiten wie bisher: „Es gibt überhaupt keine Hektik. Ich weiß: Es ist langweilig für alle.“ Doch „irgendwann wird der Punkt kommen“, an dem seine Spieler die Tore wieder machen werden.

Jarstein: "Ich verstehe die Zuschauer"


Hoffnung gibt das Startelf-Comeback von Mitchell Weiser nach fast zwei Monaten Verletzungspause und Formkrise: „Er hat gut gespielt“, lobte Dardai. U21-Europameister Weiser sorgte zusammen mit dem Österreicher Valentino Lazaro für die gefährlichsten Szenen im Berliner Spiel. „Wir brauchen seine Momente“, betonte Dardai.

Gegen Freiburg erspielten sich die Gastgeber durchaus brauchbare Torchancen – am Ende aber reichte den Breisgauern eine solide Defensivleistung zum erst neunten Auswärtspunkt der Saison. Nur eines der jüngsten zehn Spiele gegen Freiburg konnten die Berliner gewinnen. „Ich verstehe die Zuschauer“, sagte Torhüter Rune Jarstein zu den Unmutsbekundungen der Fans. „Wir haben uns nicht für den riesigen Aufwand belohnt“, erklärte Confed-Cup-Sieger Marvin Plattenhardt: „Ein Punkt ist zu wenig.“

Mehr zum Hertha-Spiel
Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Brandenburg
Sport aus aller Welt