IMG_spo_Holstein_Kiel_1-_1_1_R011P745 Tor kaputt? Nein, die auf der Latte installierte Kamera verzerrt mit ihrem 360-Grad-Blickwinkel die Perspektive beim Holstein-Training. © HFR
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Panorama-Blick bei Holstein Kiel

Torwartcoach Patrik Borger setzt im Trainings-Alltag auf die 360-Grad-Kamera

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Seine Meinung über die neue Generation der Fußball-Lehrer ließ wenig Freiraum für positive Interpretationen. Als „Laptop-Trainer“ qualifizierte Ex-Bayern-Ass und Ex-Coach Mehmet Scholl in seiner Funktion als TV-Experte seine jüngeren Kollegen vor knapp zwei Jahren ab. Ein Hauch von Kritik, die an Patrik Borger abprallt. „Ich bin Computer-affin“, sagt der Torwarttrainer des Zweitligisten Holstein Kiel.

Die jüngste Idee stammt aus dem Urlaub nach dem Aufstieg ins Bundesliga-Unterhaus. „Da habe ich in der Zeitung von der Panorama-Kamera gelesen, die Andreas Köpke bei der deutschen Nationalmannschaft einsetzt“, so Borger. Per WhatsApp habe er als gebürtiger Kieler Kontakt zum ehemaligen Storch und heutigen Bundestorwarttrainer nach dem Motto „Kieler hilft Kieler“ aufgenommen. Kurze Zeit später kam die erhoffte Antwort, verbunden mit den besten Wünschen des ehemaligen Welttorhüters für die Zweite Liga.

Seit zwei Wochen befestigt Borger nun die faustgroße Würfel-Kamera mit Schnürsenkeln („Alles ist noch ein bisschen improvisiert. Ich tüftele an der Optimierung“) in der Mitte der Torlatte. Per Handy wird die Kamera bedient, werden Fotos geschossen oder kleine Videos aufgenommen. „Wie verhält sich der Torwart, wenn der Gegner zum Schuss ansetzt? Steht er perfekt zum Ball, wie hüpft er? Bei der Fehleranalyse ist der Rundumblick der Kamera sehr hilfreich“, beschreibt Borger die Vorteile der Raumperspektive. Zwar werde, so der 38-Jährige, der in seiner Zeit beim FC St. Pauli 27 Mal als Keeper in der Zweiten Liga auflief, keine stundenlange Aufbereitung des Bildmaterials betrieben. „Wir setzen es nur punktuell ein, wenn es uns sinnvoll erscheint.“ Doch die Korrekturen seien auf diese Weise dem KSV-Trio Kenneth Kronholm, Lukas Kruse und Bernd Schipmann leichter zu vermitteln. „Bilder sind da besser als Worte“, lautet Borgers Credo. Seine Rechnung ist ebenso simpel wie nachvollziehbar: „Für Torhüter sind Details extrem wichtig. Wenn dadurch auch nur zwei Bälle mehr gehalten werden, kann das drei Punkte bedeuten. Und die können über Auf- und Abstieg entscheiden.“ Eine 500-Euro-Investition, die sich bezahlt machen dürfte.

Bei der Fuß-Arbeit seiner Keeper vertraut Borger indes eher dem traditionellen Wiederholungseffekt der Übungen: „Mindestens einmal pro Woche ist die Spieleröffnung durch den Torwart ein zentrales Thema im Training.“ Wenn dann im Spiel die von Kronholm und Co. als Chip über die erste Kette des Gegners geschlagenen Bälle beim Mitspielern ankommen und dieser die Kugel leicht verarbeiten kann, fühlt sich auch Borger in seiner Arbeit bestätigt.

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