08. September 2018 / 13:14 Uhr

Papendorfs Trainer: Aus dem Urlaub ins Duell gegen Hansa Rostock

Papendorfs Trainer: Aus dem Urlaub ins Duell gegen Hansa Rostock

Kai Rehberg
Coach Tom Wilhelm (r.) klatscht mit den mitgereisten Zuschauern ab.
Tom Wilhelm (35), Trainer der SG Warnow Papendorf. © Johannes Weber
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Wegen lange geplanter Reise lief Vorbereitung aufs Pokalspiel mit Ersatzcoach. Dorfverein hat zweitbeste Offensive in MV

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Rostock. Auf dieses Spiel fiebert jeder Amateurfußballer in MV hin: einmal gegen den großen FC Hansa antreten. In der 2. Runde des Landespokals haben die Landesklasse-Kicker der SG Warnow Papendorf am Sonntag (14.00 Uhr/Liveticker im SPORTBUZZER) dieses seltene Glück. Doch ausgerechnet jetzt konnte sie ihr Trainer Tom Wilhelm (35) nicht auf das Highlight vorbereiten. Er kommt erst heute aus dem Familienurlaub auf Mallorca zurück.

„Der Urlaub war schon lange vor der Auslosung geplant“, bedauert der Coach. Die Vorbereitung auf das reizvolle Duell musste er Ersatztrainer und Vorstandsmitglied Thomas Engels überlassen. „Immer abgestimmt mit mir, denn ich habe ja auch meinen Plan“, erzählt Wilhelm, der seinen „Co“ in der Saison 2015/16 noch selbst als Trainer erlebte. Davor war Thomas Engels mehrere Jahre Leiter des Hansa-Nachwuchsinternats.

Das Duell gegen den Drittligisten, das aus Sicherheits- und Kapazitätsgründen ins Rostocker Leichtathletik-Stadion verlegt wurde, elektrisiert bei den Rand-Rostockern Jung und Alt. Statt der üblichen 80 bis 150 Zuschauer in Papendorf werden nun 3000 Besucher erwartet. „Das ganze Dorf ist unterwegs“, weiß Tom Wilhelm.

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Die Mannschaft als große Familie – in Papendorf ist das keine Floskel. Der Coach berichtet von gemeinsamen Ausflügen, Geburtstagen und einer Saison-Abschlussfahrt mit Kind und Kegel und insgesamt 75 Personen. Viele Helfer des Vereins haben sich seit Wochen auch das Spiel gegen Hansa vorbereitet.

Es gab sogar ein„Organisationskomitee“. Sportlich gibt sich der Trainer des Dorfklubs aus der 8. Liga keinen Illusionen hin. Bei den Rostockern fehlen zwar mehrere verletzte und angeschlagene Spieler. „Aber Hansa wird nichts anbrennen lassen“, sagt Tom Wilhelm. „Wir sind Realisten genug, um zu wissen, dass eine Sensation ganz weit weg ist. Ich verlange, dass jeder von uns hundert Prozent gibt. Wenn das so ist und wir dennoch 0:5 oder 0:9 verlieren, macht mich das trotzdem stolz.“

Einen Traum hat er aber: ein Tor gegen die Profis schießen. Dummerweise hat sich gerade jetzt Maik Wießmann, einer der beiden Top-Scorer, einen Muskelfaserriss zugezogen. 28 Tore erzielte er in der vorigen Saison, Sturmpartner Maik Peters sogar 42. Mit 115 Treffern war Warnow Papendorf die Mannschaft mit der zweitbesten Offensive in ganz MV. „Und wir hatten 15 verschiedene Torschützen“, lobt der Coach seine Mannschaft, in der vom Wohnwagenverkäufer über den Steuerberater bis zum Zimmerer viele Berufe vertreten sind. „Ich gewinne lieber 5:4 als 1:0. Ich bin einer, der das Spektakel liebt“, meint Tom Wilhelm. Ein Spektakel auf eigene Kosten sollte es Sonntag aber möglichst nicht geben.

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