13. Mai 2018 / 19:31 Uhr

Partystimmung beim SV Atlas Demenhorst

Partystimmung beim SV Atlas Demenhorst

Michael Kerzel
Oberliga Niedersachsen 2017/18: SV Atlas Delmenhorst - SVG Göttingen
Der SV Atlas Delmenhorst schafft den Klassenerhalt in der Oberliga Niedersachsen. © Ingo Möllers
Anzeige

Oberligist holt mit gnadenloser Effektivität einen 5:0-Auswärtssieg beim SVG Göttingen

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Die gesamte Mannschaft inklusive Trainerduo kletterte nach Spielschluss auf die Tribüne, mischte sich unter die Fans, während auf dem Rasen die Vorsänger des Block H fahneschwenkend zur Humba anstimmten. Der SV Atlas Delmenhorst hatte gerade die Begegnung in der Fußball-Oberliga beim SVG Göttingen mit 5:0 (2:0) gewonnen und damit aus eigener Kraft der Klassenerhalt gesichert. "Wir haben unseren Matchball genutzt und verdient gewonnen, weil wir vorne sehr effektiv waren", sagte ein erleichterter Trainer Jürgen Hahn. Die Saison sei enorm ereignisreich, aber auch enorm anstrengend gewesen. "Es war wichtig, dass wir ruhig geblieben sind, auch als wir eine Krise hatten und auch die Stimmung in der Mannschaft schlecht war. Wir haben viele Erkenntnisse gewonnen. Ich bin jetzt auch froh, wenn die Saison vorbei ist", erzählte Hahn.

Ähnlich ging es Teammanager Bastian Fuhrken: "Das war die mit Abstand anstrengendste Saison für mich bei Atlas bisher. Beide Trainer und ich hatten viel mehr zu tun als vorher. Dazu kam eine hohe Erwartungshaltung von außen nach der Vorbereitung und auch nach der guten Hinrunde. Wir wussten, dass es nicht immer so weitergeht. Aber dass wir am Ende nochmal so unter Druck geraten, hätte ich auch nicht gedacht", berichtete er. Von "Erleichterung ohne Ende", sprach Dominik Entelmann nach der Partie. "Das war schon sehr nervenaufreibend", fügte der 36-jährige Routinier hinzu.

Das Spiel begann mit einer rund 20-minütigen Verspätung, da sowohl der Mannschaftsbus als auch die Fanbusse der Blau-Gelben im Stau standen. Vier Stunden saßen die Atlas-Akteure so auf ihren Plätzen – aufgrund eines kleineren Busses als sonst mit weniger Platz und Beinfreiheit, wie Fuhrken berichtete. Nicht die optimale Vorbereitung auf das eminent wichtige Spiel.

Doch die Delmestädter, angefeuert von rund 200 lautstarken Fans, schlossen dort an, wo sie vergangene Woche gegen den SC Spelle-Venhaus aufgehört hatten: Sie versenkten ihre Torschancen gnadenlos. Bereits nach fünf Minuten stellte Lars Scholz die Weichen auf Klassenerhalt. Er köpfte eine Flanke vom erneut überzeugenden Steven Müller-Rautenberg sehenswert in die Maschen – 1:0 (5.). In der Folge drehten die Gastgeber jedoch auf. Immer wieder überwanden sie die letzte Abwehrreihe der Blau-Gelben mit hohen Steilpässen, immer wieder war ein Göttinger Angreifer durch.

Zunächst schlenzte Yannik Freyberg aus 18 Metern neben das Tor (8.), kurz danach erreichte er einen Steilpass vor dem aus dem Tor herausgeeilten Florian Urbainski, schloss jedoch von weit außen überhastet und damit über das Tor ab (11.). Im Minutentakt scheiterten die Gastgeber nun. Stephan Kaul schoss freistehend im Eins-gegen-eins Urbainski an (13.), da Atlas den Ball nicht klären konnte, gelangte er zu Janek Brandt, der auf Kaul flankte. Dessen Kopfball parierte der Atlas-Schlussmann stark zur Ecke (14.). Spätestens nach 15 Minuten hätte es 1:1 stehen müssten. Doch erst parierte Urbainski stark, den Nachschuss aus einem Meter setzte Freyberg über den Kasten. Zwei Zeigerumdrehungen später kam Ali Ismail nach einem Steilpass rund 30 Meter vor dem Tor vor Urbainski an den Ball, überlupfte ihn. Doch Marlo Siech klärte noch.

Atlas befreite sich selten, setzte dann nach 19. Minuten aber den wichtigen Konter zum 2:0. Patrick Degen legte von links flach in die Mitte zum freistehenden Scholz, der problemlos einschoss. Während die Atlas-Akteure noch jubelten, rannte Hahn aufs Feld, um mit Thomas Mutlu die neue Taktik zu besprechen. "Wir wollten nach dem 2:0 tiefer stehen", berichtete Hahn. Und das funktionierte auch besser.

Göttingen kam nicht mehr so einfach durch, hatte jedoch eine weitere Riesenchance: Urbainski versprang ein harmloser Rückpass, Ismail schaffte es jedoch, das Leder aus wenigen Metern nur an den Pfosten zu befördern. "Klar hatte Göttingen ein Chancenplus, aber wir waren effektiv", stellte Entelmann fest. Und das blieb auch in den zweiten 45 Minuten so.

Ebenso blieb Göttingen enorm abschlussschwach. Und da sich zum Unvermögen auch noch Pech gesellte – Florian Evers schlenzte Ball an die Latte (77.), Freyberg traf die Unterkante der Latte (81.) – blieb es bei null Heimtoren. Da die Göttinger aber durchgehend nach vorne spielten und bis zum Ende hoch standen, ähnlich wir beim 9:2-Atlas-Erfolg im Hinspiel, hatten die Delmenhorster viel Platz bei Kontern. Zunächst konnten jedoch weder der durchbrechende Scholz (47.), der seine Gegenspieler immer wieder überlief, noch Degen (66.) das Spielgerät frei vorm Gästetor kontrolliert aufs den Kasten bringen. Doch dann machte Müller-Rautenberg das entscheidende 3:0 (68.). Mathis Ernst wartete mit dem Ball am Fuß im Göttinger Strafraum so lange, bis sich Müller-Rautenberg das Leder holte und ins kurze Ecke schoss. Torwart Omar Younes machte dabei keine glückliche Figur.

Zwei Minuten später war Younes chancenlos. Der eingewechselte Marco Prießner lief alleine auf ihn zu und schob locker zum 4:0 ein (70.). Den Schlusspunkt setzte der starke Scholz in Minute 84. Nach einer Kombination von Degen und Prießner stand er vor dem leeren Kasten und musste nur einschieben. Zwei Minuten vorher hatte Prießner in ähnlicher Situation noch auf den Pass verzichtet und stattdessen Younes im kurzen Ecke angeschossen – sehr zum Unmut des zu BW Lohne wechselnden Scholz.

Beide Mannschaften spielten bis zum Abpfiff auf weitere Tore, doch Göttinger vergab noch ein paar Möglichkeiten und verpassten so den mehr als verdienten Ehrentreffer. "Wir wussten, dass Göttingen alles spielerisch lösen will und das auch bis zum Ende macht. Da mache ich ein Kompliment", sagte Hahn. Seine Elf habe das sehr gut ausgenutzt.

Einen Spieltag vor Schluss haben die Delmenhorster damit den Klassenerhalt gesichert und könnten bei einem Sieg zum Abschluss daheim gegen Arminia Hannover noch auf eine ausgeglichene Bilanz mit dann neun Siegen und neun Niederlagen bei zwölf Unentschieden kommen. "Das ist unser Ziel. Dafür wollen wir die Spannung hochhalten. Das ist auch wichtig für das Gefühl. Dafür war es auch wichtig, dass wir es aus eigener Kraft geschafft haben und nicht auf Schützenhilfe angewiesen waren. Wir wollten unser Ding durchziehen und gewinnen. Und das haben wir getan", resümierte Hahn.

Mehr zur Oberliga Niedersachsen
Die aktuellen TOP-THEMEN

Mega-Sale: SPORTBUZZER-SHOP

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Bremen
Sport aus aller Welt