22. Mai 2018 / 18:55 Uhr

Pokalnacht der Chemie-Leipzig-Elf geht bis morgens 4 Uhr  

Pokalnacht der Chemie-Leipzig-Elf geht bis morgens 4 Uhr  

Redaktion Sportbuzzer
BSG Chemie Leipzig jubelt nach Sachsenpokal-Sieg gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf.
BSG Chemie Leipzig jubelt nach Sachsenpokal-Sieg gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf. © Christian Modla
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Für Alexander Bury und Benny Schmidt gibt es Freibier im "Spizz" / Einige Spieler wollen nicht mit in die Oberliga runter / Wunschlos BVB.

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Leipzig. Der Tag nach dem Pokalsieg: In Leutzsch ist realisieren und Wunden lecken angesagt. Die Spieler genießen den ersten Urlaubstag, einige packen ihre Sachen. So wie Tommy Kind, der zum VfL Halle wechselt, oder Sebastian Hey, der ein Angebot aus Halberstadt vorliegen haben soll. Tim Bunge will sich in Meuselwitz versuchen, Felix Beiersdorf hat es in Leutzsch nicht vermocht, sich aufzuraffen und richtig Gas zu geben. Folgerichtig geht auch er – Ziel unbekannt. Auch Rintaro Yajima will nicht mit in die Oberliga gehen, sein neuer Verein steht noch nicht fest.

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Prominentester Abgang ist Pokalheld Alex Bury. Mit seinem Treffer Marke „Tor des Monats“ schoss er die BSG zum Pokalsieg – und wechselt zum Chemnitzer FC. So richtig realisieren konnte der Mittelfeldmann die Geschichte auch am Tag danach noch nicht richtig: „So ein Tor, das gibt’s doch nicht, das klappt nicht mal im Training!“ Dass er in jedem Pokalspiel sein Tor machte, bei den 1:0-Siegen gegen Bautzen, Auerbach und jetzt Neugersdorf das einzige und entscheidende, gehört zu den Geschichten, die nur der Fußball schreibt.

Trainer Dietmar Demuth hatte den genialen, gelegentlich aber lässig wirkenden Techniker in der Woche nochmal ins Gebet genommen, verlangte von ihm eine Steigerung. Das klappte, Bury wirkte wie aufgedreht und verewigte sich mit seinem Tor Marke Robben, als er den Ball vom Strafraumwinkel ins obere Ecke zirkelte.

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„Das war wie aus dem Drehbuch, so was kann man nicht erfinden“, wunderte er sich immer noch. „So eine Serie ist doch einmalig, das ist nicht zu wiederholen“. Nun geht’s als Rucksack-Tourist samt Freundin nach Vietnam, dann beginnt sein Dienst in Chemnitz. „Das ist wie ein neues Abenteuer.“ Er bekennt aber auch, wie schwer ihm der Abschied aus Leutzsch tatsächlich fällt: „Mir wird der Verein fehlen, die Fans, die vielen Ehrenamtler, das ganze verrückte Drumherum. Aber ich freue mich jetzt auch auf die neue Aufgabe.“

Die letzte Party mit den alten Team-Kameraden absolvierte er standesgemäß. Zunächst wurde im Stadion mit den Fans gefeiert, bis das Bier alle war. Danach fuhr Bury mit Benny Schmidt per Straßenbahn in die Stadt, wo beide bemerkten, dass sie kein Geld dabei hatten. Im „Spizz“ hatte man aber vom Leutzscher Triumph gehört und so gab es Freibier für die beiden Pokalhelden. Im „Hotel Seeblick“ in Connewitz stießen sie zur großen Feiergemeinde und ließen es bis 4 Uhr morgens krachen.

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Benny Schmidt betätigte sich zeitweise als DJ, immer wieder wurden Lieder angestimmt. „Es blieb alles im Rahmen, wir waren ziemlich geschlaucht und fertig“, bekannte Schmidt, der sich den BVB als Gegner im DFB-Pokal wünscht. Als Junge hatte er für die Dortmunder Sympathien gehegt. Sein Wunsch: „Lieber gleich einen Kracher als einen undankbaren Namen, wo man auch ausscheidet.“ Jetzt geht’s auch für ihn nach Asien. Den Abwehrmann zieht es nach Thailand, ebenfalls mit Rucksack.

Ganz ruhig ließ es dagegen Präsident Frank Kühne angehen. Er verzog sich halb acht nach Hause und genoss dort noch einige Gläser Rotwein mit seiner Frau. „Ich war ganz platt. Das war doch eine Last, die von einem abfiel. Das war erstaunlich, denn ich hatte das gar nicht so empfunden – erst, als er vorbei war.“

Am Morgen nach dem Sieg war das E-Mail-Fach voll mit Angeboten von Spielerberatern. „Lauter kleine Pelés, alles ganz wahnsinnige Fußballer, die da angeboten werden“, grinst Kühne. Wie gewohnt, lässt man sich nicht treiben bei der Suche nach Verstärkungen. „Wir haben da ganz klare Vorstellungen, wo wir was machen wollen und müssen, das gehen wir jetzt an“, sagt der Vorstands-Chef. Spannend wird, ob dem Verein in den nächsten Tagen die Vertragsverlängerung mit Stürmer Pierre Merkel gelingt. „Wir werden sehen, wie die Gespräche laufen. Aber wir werden das nicht um jeden Preis machen, da bleiben wir uns absolut treu.“

Jens Fuge

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