30. Januar 2019 / 19:12 Uhr

Popp von den VfL Wolfsburg Frauen im Interview: „Der Titel in der Königsklasse hat bei uns absolute Priorität“

Popp von den VfL Wolfsburg Frauen im Interview: „Der Titel in der Königsklasse hat bei uns absolute Priorität“

Jasmina Schweimler
Tim Schulze; Wolfsburg, SPORT, Fußball-Bundesliga, Frauen, VfL Wolfsburg - SC Freiburg
Will unbedingt die Champions League gewinnen: VfLerin Alexandra Popp (r.) freut sich auf das Viertelfinale gegen Titelverteidiger Olympique Lyon. © Tim Schulze
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Die VfL-Fußballerinnen bereiten sich derzeit im Trainingslager in Portugal auf die zweite Saisonhälfte vor. Sportbuzzer-Journalistin Jasmina Schweimler sprach mit Nationalspielerin Alexandra Popp  über die laufende Saison, Neu-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und das Champions-League-Duell mit Olympique Lyon.

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Frau Popp, am letzten Spieltag der Hinserie haben Sie sich gegen Essen einen Jochbeinbruch zugezogen. Wie geht es Ihnen jetzt?
Ich bin gesund und munter. Ich muss zwar noch die Maske tragen, aber ich gehe davon aus, dass das auch nicht mehr lange der Fall sein wird. Wichtig ist, dass ich keine Schmerzen mehr habe, von daher passt alles.

Vor dem Trainingslager haben Sie sich mit der deutschen Nationalmannschaft in Marbella versammelt, um unter anderem Neu-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg besser kennenzulernen. Sie kennen sich aber schon länger, schließlich feierten Sie damals beim FCR Duisburg unter ihrer Leitung Ihr Bundesliga-Debüt. Wie würden Sie ihr Verhältnis beschreiben?
Sie ist genau so, wie sie früher schon zu mir war. Sie hat klare Strukturen, macht klare Ansagen. Sie weiß ganz genau, was sie von uns will und gibt das auch so preis. Wir hatten gute Tage in Marbella und haben ordentlich gearbeitet. Es gab schon gute Ansätze. Man hat sich auch innerhalb der Mannschaft unterhalten. Es war alles sehr positiv, mit der Art und Weise wie Martina es angenommen hat und wir sie und das restliche Trainerteam als Mannschaft aufgenommen haben. Das war gut, macht Spaß und Hoffnung auf mehr.

Seit dem 23. Januar bereiten Sie sich mit dem VfL in Portugal im Wintertrainingslager auf die Rückserie vor. Wie schwer sind die Beine?
Die Mannschaft arbeitet gut mit, es sind alle motiviert, auch wenn wir ein bisschen müde wirken. Aber das ist natürlich das gute Recht der Mannschaft. Hier wird viel gearbeitet, auch viel Wert auf taktische Elemente gelegt. Einfach um ein paar Sachen auszuprobieren. Da schauen wir dann mal, wie es sich im Laufe der Rückrunde so anschauen lässt.

Trainingslager Frauen-Bundesligist VfL Wolfsburg

Trainingslager Frauen-Bundesligist VfL Wolfsburg. Zur Galerie
Trainingslager Frauen-Bundesligist VfL Wolfsburg. ©
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Zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte geht’s am 17. Februar ausgerechnet gegen den direkten Verfolger Bayern München…
Die Vorbereitung wird so ausgelegt, dass es mal Phasen gibt, in denen du müde bist. Mit solchen Situationen lernen wir auch umzugehen, wenn die Beine vielleicht schwer sind, wir mental vom Kopf her ein wenig müde sind, dass man es dann trotzdem schafft, an die 100-Prozent-Grenze zu gehen. Gegen Bayern wird davon aber nichts mehr zu spüren sein. Wenn es gegen die Bayern geht, werden wir spritzig sein. Wir wollen auf jeden Fall die drei Punkte mitnehmen.

Der VfL hat eine rekordverdächtige Hinrunde gespielt, zum Ende hin aber unter anderem zweimal unentschieden gespielt und den Abstand auf den FC Bayern auf drei Punkte schrumpfen lassen. Ärgert Sie das?
Grundsätzlich haben wir bisher eine überragende Saison gespielt, das kann man auch mit den zwei Remis am Ende sagen. Man hat ja trotzdem in den Spielen gesehen, dass wir die dominierende Mannschaft waren. Wir haben es einfach versäumt, da genug Tore zu schießen. Das Spiel gegen Potsdam müssen wir in der ersten Hälfte schon für uns entscheiden und gegen Essen war das ähnlich, wo man fast nur auf ein Tor spielt. Da hat uns leider die Durchschlagskraft gefehlt. Aber auch das ist normal. Wir haben noch nie so eine Hinserie gespielt, es gab zudem schon viele englische Wochen. Von daher gehört es auch einfach mal dazu, zumal es der Liga weiter Spannung verleiht. (lacht)

Ist der VfL stärker als letztes Jahr?
Ich würde sagen: Ja!

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Das ist ja auch gerade im Hinblick auf das anstehende Champions-League-Viertelfinale gegen Titelverteidiger Olympique Lyon eine wichtige Aussage… Ist das frühe Aufeinandertreffen ein Vorteil? Gibt es für so eine Ansetzung überhaupt einen richtigen Zeitpunkt?
Auch diese Rückrunde kann gespickt mit englischen Wochen sein, wenn man vom Optimum spricht. In der Hinsicht könnte uns der Zeitpunkt im März dieses Mal in die Karten spielen. Man hat nicht nur fünf Tage, um zu regenerieren, sondern kann frischer in die Spiele gehen. Aber man hat natürlich Hin- und Rückspiel, das macht das Ganze nicht einfacher. Aber generell sehe ich es als gut an, dass wir Olympique Lyon jetzt schon schlagen dürfen. (lacht)

Im Champions-League-Finale vergangene Saison waren Sie bei der 1:4-Niederlage aufgrund eines Platzverweises die tragische Figur. Ist das eine besondere Motivation, jetzt erst recht Gas zu geben?
Die Aktion mit mir im Finale ist komplett raus aus meinem Kopf. Da habe ich keine extra Motivation oder sonst etwas. So gesehen ist es ein Spiel wie jedes andere, für uns ist es aber einfach wichtig, dass wir wissen, dass wir mit ihnen auf Augenhöhe stehen. Auch in den letzten Spielen gegen Lyon war das schon so, da haben nur Nuancen entschieden. An den beiden Tagen dürfen wir nicht nur bei 100 Prozent sein, sondern müssen 110 Prozent geben. Aber da mache ich mir bei unserer Mannschaft gar keine Sorgen, denn wir haben ganz klar gesagt: Der Titel in der Königsklasse hat bei uns absolute Priorität als Zielsetzung und so wird das auch angegangen.

In den letzten Jahren hieß es immer, die Bundesliga sei das Kerngeschäft. Diese Saison spricht man also klar vom Triumph in der Königsklasse?
Ja, wir wollen unbedingt die Champions-League gewinnen!

Dass das AOK-Stadion womöglich das erste Mal ausverkauft sein wird, ist dabei bestimmt ein besonderer Push?
Mit so einem Gegner haben wir uns das natürlich auch erhofft. Wenn man in diesem Spiel das Stadion nicht vollkriegt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. (lacht) Ein besseres Spiel kannst du einfach nicht haben. Da freuen wir uns natürlich drauf, dass unser kleiner Hexenkessel richtig voll sein wird und ordentlich Support von den Rängen kommt.

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