Sven Hannawald und Martin Schmitt (kleines Bild) kritisieren die aktuelle Verteilung des Geldes bei der Vierschanzentournee. Sven Hannawald und Martin Schmitt (kleines Bild) kritisieren die aktuelle Verteilung des Geldes bei der Vierschanzentournee. © dpa/Montage
Sven Hannawald und Martin Schmitt (kleines Bild) kritisieren die aktuelle Verteilung des Geldes bei der Vierschanzentournee.

Prämiendebatte im Skispringen - Was verdienen die DSV-Adler?

Sven Hannawald und Martin Schmitt bekamen früher mehr und kritisieren die aktuelle Verteilung des Geldes bei der Vierschanzentournee. Bei einem Sieg würden Richard Freitag 17.000 Euro Preisgeld winken.

BUZZER DEINE MEINUNG!

  • Fail -
  • Läuft -
  • Krass -
  • WTF -
  • Kopf Hoch -
  • Peinlich -
Anzeige

Es waren goldene Zeiten für Skispringer: Als Sven Hannawald 2002 seinen Vierfachsieg bei der Vierschanzentournee feierte, kassierte er an Preisgeldern und Prämien satte 330.000 Euro. Von solchen Summen kann der deutsche Topspringer Richard Freitag nur träumen: Je 8000 Schweizer Franken Preisgeld (gut 6.800 Euro) kassierte der Mann mit dem Schnauzbart für seine zweiten Plätze bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen. Würde er sich im Duell mit Kamil Stoch (Polen) den ersten deutschen Gesamtsieg seit 16 Jahren sichern, gäbe es 20.000 Schweizer Franken (17.000 Euro) plus einen goldenen Adler als Siegestrophäe.

Mehr zur Prämiendebatte

Selbst die früheren Superstars Hannawald und Martin Schmitt zeigten sich nun solidarisch mit ihren Nachfolgern und kritisierten die Prämien. „Der Stellenwert ist so groß, es wird so viel Geld umgesetzt, da ist es äußerst dürftig, was am Ende beim Sieger übrig bleibt“, sagte Schmitt. Hannawald ergänzte: „Die Tournee ist das Größte, was es gibt im Wintersport. Das sollte sich auch im Preisgeld widerspiegeln.“ Für seine drei Siege und fünf zweiten Plätze im Weltcup in diesem Winter hat Freitag 81.000 Franken (69.100 Euro) kassiert. Läuft es weiter so gut im Olympiawinter, könnte er über Prämien von seinen privaten Geldgebern, seinen Ausrüstern und Verbandsboni wohl auf geschätzte 500.000 Euro kommen. Das klingt nach viel. Aber in der Relation? 6,69 Millionen TV-Zuschauer – 1,6 Millionen mehr als im Vorjahr – hatte das ZDF beim Neujahrsspringen. Das sind Quoten, die es sonst nur bei Fußball-Länderspielen oder in der Champions League gibt.

Diese Ski-Adler sicherten sich bei der Vierschanzentournee in Deutschland und Österreich den Gesamt-Erfolg. Klickt Euch rein!

Tourneepräsident Michael Maurer entgegnet indes, dass alle Vermarktungseinnahmen zur Kostentilgung verwendet werden. Der Gewinn durch den Ticketverkauf ginge an die Sportförderung. „Top-Athleten wie Magdalena Neuner, Felix Neureuther oder Laura Dahlmeier kommen ja nicht aus dem Nichts“, betonte Maurer.

Mehr zur Vierschanzentournee

Hannawald und Schmitt verdienten zur Jahrtausendwende doppelt so viel wie Freitag heute. „Man kann im Skispringen schon auf einem ähnlichen Niveau wie damals zu unserer Zeit verdienen, wenn man erfolgreich ist. Aber man darf bei der Einschätzung der Einnahmen nicht vergessen, dass sich die Welt in den letzten 15 Jahren weiterentwickelt hat“, sagt Schmitt. Der Champion von einst ist inzwischen Mitinhaber einer Vermarktungsagentur und weiß als Betreuer des verletzten Topfliegers Severin Freund, wovon er redet. Es seien auch Rahmenbedingungen für die Skispringer schlechter geworden. So kassierte Schmitt in seiner Glanzzeit wie andere Topspringer noch ein Grundgehalt von seiner Skifirma. Heute gibt es Prämien für Erfolge. Das hat auch damit zu tun, dass viele einst im Skispringen aktive Topmarken ausgestiegen sind.

Olympische Winterspiele 2018: Die Favoriten im Skispringen

Auch andere Entwicklungen sind nicht gut fürs Portemonnaie der Flieger: Früher gab es im Weltcup Preisgeld für die besten sechs, jetzt wird es unter den ersten 30 aufgeteilt. Entsprechend weniger Geld gibt es für die Topflieger. Auch bei der Tournee zeigt die Kurve nach unten – Aktionen wie 2011/2012, als 1 Million Schweizer Franken für den Springer ausgelobt waren, der alle Springen bei der Tournee gewinnt, gibt es nicht mehr. Auch weil die Vermarktungseinnahmen für die vier Springen nicht entscheidend gestiegen sind, die Kosten für die Veranstaltungen aber schon. Auch von Einschaltquoten mit bis zu 15 Millionen wie beim Grand-Slam-Triumph von Hannawald 2002 bei RTL sind ARD und ZDF heute weit entfernt – auch wenn die Kurve in diesem Winter durch die Erfolge von Freitag wieder nach oben zeigt.

„Es ist extrem wichtig, dass ein deutscher Springer bei der Vierschanzentournee ganz vorn dabei ist“, sagt Martin Schmitt. „Die Tournee hat medial die höchste Aufmerksamkeit. Mit einem deutschen Sieg würde das Thema präsenter, das würde der ganzen Sportart guttun.“ Und bestimmt auch den Geldbeuteln von Richard Freitag und Co.

Preisgeld: So viel kassieren die Sport-Stars!


Wintersport RedaktionsNetzwerk Deutschland

KOMMENTIEREN

Die besten Bundesliga Quoten werden bereitgestellt von Smartbets.

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

KOMMENTARE

Anzeige