03. Oktober 2018 / 18:16 Uhr

Preußen Reinfeld verpasst Sensation gegen Weiche Flensburg

Preußen Reinfeld verpasst Sensation gegen Weiche Flensburg

Daniel Politowski
Ex-Lübecker Gary Noel kommt, wie so oft in dieser Partie, zu spät gegen den bockstarken SVP-Keeper Jonas Marschner.
Ex-Lübecker Gary Noel kommt, wie so oft in dieser Partie, zu spät gegen den bockstarken SVP-Keeper Jonas Marschner. © Agentur 54°
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Auch wenn der Sieg des Favoriten aus der Regionalliga nie wirklich in Gefahr gerät, nehmen die geschlagenen Reinfelder einiges mit aus der Partie und erweisen sich als fairer Verlierer

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Tapfer gekämpft, aber am Ende doch verloren. Gegen den Regionalligisten Weiche Flensburg hält die Mannschaft von Preußen-Coach Michael Clausen vor 770 Zuschauern zwischenzeitlich gut mit, zieht dann aber doch den Kürzeren.

Reinfeld hält dagegen

In Person von Dennis Lie und Kapitän Patrick Witten zeigten die Hausherren von Beginn an, dass sie sich trotz der klaren Rollenverteilung nicht verstecken wollten. Mit dem Selbstvertrauen der Tabellenführung in der Landesliga gingen sie in die Partie um den Einzug ins Pokalfinale auf der Lohmühle. Schon nach einer Minute setzte Lie einen Distanzschuss neben das Tor von Weiche-Keeper Florian Kirschke. Knapp eine Viertelstunde war gespielt, da zeigte Witten bei einem Zweikampf, der die gelbe Karte nach sich zog, dass die Gastgeber auch gewillt waren, körperlich dagegenzuhalten.

Reinfeld im Glück - Marschner stark

Kurz darauf hatte Reinfeld Glück, dass Ex-VfB-Lübeck-Spieler Gary Noel, der von den Fans regelmäßig ausgepfiffen wurde, nach einem sehr gefährlichen Freistoß am langen Pfosten nicht traf (14.). Danach können sich die Reinfelder und alle, die es am heutigen Nachmittag mit ihnen hielten, bei ihrem Schlussmann, Jonas Marschner, bedanken, dass das Spiel nicht schon vor der Pause entschieden war. Mit drei Glanzparaden gegen Nico Empen und nach einem Schuss aus dem Gefühl in seinem Strafraum rettete er seinem Team noch das 0:0 (24., 26.).

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Weiche-Führung kurz vor der Halbzeit

Nach einer Ecke für Flensburg war es dann aber doch so weit. In der Unordnung im Strafraum schaltet Jannick Ostermann am schnellsten und erzielte noch vor Abpfiff des ersten Durchgangs durch ein Pingpongtor die Führung für die Favoriten des Regionalligisten (42.). Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Halbzeitpause.

Weiche lässt auf sich warten, SVP verzweifelt

Während die Hausherren hochmotiviert schon früh aus der Kabine zurück auf den Platz kamen, ließen die Gäste von Weiche Flensburg relativ lange auf sich warten. Diese Motivation sieht man den Reinfeldern dann anfangs zwar an und sie konnten kurz nach Wiederanpfiff zwei Ecken in Folge rausspielen, doch dann übernahm der Favorit immer mehr das Ruder. Das endete darin, dass Patrick Schröder vor lauter Verzweiflung einen Ball aus 30 Metern Entfernung am Tor vorbei jagte.

Empen trifft und wird ausgepfiffen

Nach diesem Verzweiflungsschuss hat Reinfeld Glück, dass Schiedsrichter Malte Göttsch, der in Schleswig-Holstein zu den besten seiner Zunft gehört, nicht auf den Elfmeterpunkt zeigt, nachdem Ex-VfB-Lübeck-Spieler Gary Noel im Strafraum von Preußen umgerissen wird (52.). In der Folge macht der SC weiter Druck - Reinfeld mit Mühe, aus der eigenen Hälfte zu kommen, da viele Bälle zu schnell wieder an den Gegner verloren werden. Dieser Dauerdruck sollte dann belohnt werden. Hendrik Ostermann steckt durch auf Nico Empen, der im Strafraum alleine gelassen wird und sicher zum 2:0 abschließt (62.). Ein paar Minuten später spielt Empen, der in der Jugend für Holstein Kiel und St. Pauli kickte, den Unschuldsengel, nachdem er den Ball offensichtlich mit der Hand ins Tor von Reinfeld befördert hatte. Ganz zum Unmut der Heimfans, die ihn daraufhin bei seiner Auswechslung mit gellenden Pfiffen verabschieden (71.).

Reinfeld fällt nichts mehr ein

Auch mit frischer Kraft, nachdem Reinfeld-Übungsleiter Clausen dreifach wechselt und Benjamin Pirch, Marcel Dankert und Paul Treichel in die Partie kommen (55., 69., 76.), fällt dem Außenseiter nicht mehr viel ein. Die letzten Spielminuten plätschern vor sich hin, Weiche verwaltet die Führung souverän und kurz vor Schluss haben die Hausherren Glück, dass der Freistoß von Ex-VfBer Dominic Hartmann knapp am Winkel vorbeigeht.

Die siegreichen Flensburger stehen also, wie schon im Vorjahr, im Finale des SHFV-Pokal und treffen dort in dessen Wohnzimmer auf der Lohmühle auf Ligakonkurrent VfB Lübeck, der SV Todesfelde im zweiten Halbfinale locker mit 3:0 besiegte.

"Wir können sehr viel lernen"

Reinfeld-Übungsleiter Clausen sah nach dem Spiel einen verdienten Sieger und zog Positives aus der Partie gegen den zwei Klassen höher spielenden Gegner aus Flensburg: "Wir haben das gut gemacht und haben den Zuschauern, glaube ich, einen schönen Nachmittag bereitet. Weiche hat verdient gewonnen - gar keine Frage und Glückwunsch an Daniel Jurgeleit und sein Team. Man hat gesehen, dass eher mehr als zwei Klassen zwischen Landesligaspitze und Regionalligaspitze liegen. Aus Spielen wie diesen können wir sehr viel lernen."

Der Spielführer des siegreichen SC, Jonas Walter, stimmte Clausen zu: "Wir haben die Tore zu den perfekten Zeitpunkten gemacht, der Sieg war nie in Gefahr."

Weiche-Trainer und Ex-VfBer Daniel Jurgeleit sagte nach der Partie zum Sportbuzzer: "Wir haben uns gut auf den Gegner vorbereitet. Die haben ein gutes Konzept für ihr Offensivspiel, vorne starke Leute. Wenn man sowas nicht ernst nimmt, kann's knifflig werden. Aber wir hatten das Spiel immer im Griff, hätten höher führen können, aber der Torwart hat zwei, drei mal stark gehalten. Unsere Tore machen wir aus einem Standard mit dem Pingpongtor von Jannick (Ostermann) und dem sehr schön herausgespielten 2:0 durch Nico (Empen). Wir sind hochverdient im Finale und freuen uns auf das Duell mit dem VfB im Mai."

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