04. September 2018 / 06:00 Uhr

Im SPORTBUZZER-Interview: Hochspringer Przybylko kündigt Weitsprung-Karriere an

Im SPORTBUZZER-Interview: Hochspringer Przybylko kündigt Weitsprung-Karriere an

Stefan Döring
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Mateusz Przybylko ist aktuell noch Hochspringer - im Winter will der EM-Sieger im Weitsprung angreifen.
Mateusz Przybylko ist aktuell noch Hochspringer - im Winter will der EM-Sieger im Weitsprung angreifen. © imago
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Im Winter will der Hochspringer auch als Weitspringer angreifen: EM-Überraschung Mateusz Przybylko kündigt im Interview mit dem SPORTBUZZER eine zweite Karriere an.

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Überraschend gewann Hochspringer Mateusz Przybylko Gold bei der Leichtathletik-EM in Berlin. Am Sonntag sprang er beim Istaf in der Bundeshauptstadt noch mal auf Platz zwei. Jetzt ist endlich Zeit zum Durchschnaufen. Im Interview erzählt Przybylko, wie er als Hochleistungssportler den Urlaub genießt und warum er bald zum Weitspringer wird.

SPORTBUZZER: Mateusz Przybylko, drei Wochen sind seit Ihrem EM-Titel in Berlin vergangen. Haben Sie es inzwischen realisiert, was Sie geleistet haben?

Mateusz Przybylko: Nein, ich kann es immer noch nicht fassen. Seitdem hatte ich viele Termine und Wettkämpfe und immer andere Sachen im Kopf. Aber es ist ein tolles Gefühl, und der Moment in Berlin war unglaublich schön. Ich dachte: Was machst du hier?!

Das Istaf in Berlin, wo Sie noch einmal Zweiter wurden, war der Abschluss einer langen Saison. Zur rechten Zeit?

Ja, absolut. Nach einem Höhepunkt wie der EM und dem Titel ist es schwierig, sich noch einmal zu motivieren. Der Kopf kämpft gegen den Körper. Der Kopf will nicht mehr, der Körper hat noch einiges drin. Als Leichtathlet geht es auch darum, dass ich bei den Meetings Geld verdiene. Diese Gelegenheiten nutze ich. So kann ich Geld zur Seite legen und mir vielleicht irgendwann eine Wohnung kaufen, um später ein leichteres Leben zu haben.

"Im Urlaub esse ich, auf was ich Bock hab"

Wie verbringen Sie Ihren Urlaub?

Ich werde noch ein bisschen trainieren und dann eine Woche zu meinen Eltern fahren. Die bauen ein Haus, da will ich helfen. Eine Woche kein Druck, kein Training. Ansonsten will ich die Sachen machen, für die ich während einer Saison keine Zeit habe: Kino, schwimmen, faul sein. Mit Kumpels werde ich Motorrad-Touren machen. Ich will abschalten und frei sein. Im Oktober fliege ich mit meiner Freundin für zwei Wochen nach Bali. Ich habe maximal vier Wochen frei. Ich werde zwischendurch also normal trainieren. Komplett den Rhythmus zu unterbrechen geht kaum. Zumal ich danach mit meinem Maschinenbaustudium beginnen werde.

Aber Sie gönnen sich auch etwas?

Ich habe Glück mit meinem Stoffwechsel. Wenn ich während der Saison Bock auf eine Currywurst oder eine Pizza habe, esse ich die. Ich bin ein Extremfall, es funktioniert. Im Urlaub esse ich dann wirklich, auf was ich Bock habe.

In der Hallensaison wollen Sie wieder voll angreifen?

Ja – aber nicht nur im Hochsprung. Ich werde versuchen im Weitsprung die deutsche Qualifikationsweite von 7,40 Meter für die Hallen-DM anzugreifen. Ich werde im Winter viel für den Weitsprung trainieren.

Gefährdet das nicht Ihre Ziele im Hochsprung?

Ich glaube, dass ich im Hochsprung davon profitieren werde. Andere Sportler haben das auch gemacht. Das andere Training, die andere Sportart lenkt ab. Ich muss mich auf andere Sachen konzentrieren und habe nicht mehr nur das Eine im Kopf. Ich glaube, dass ich so auch Fortschritte im Hochsprung mache.

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Inwiefern?

Ich bin das Jahr über in einem Rhythmus, es geht immer weiter, drei bis fünf Monate lang. Da ist die Hallensaison nicht eingerechnet. Und das Wintertraining ist eine Hassliebe. Eigentlich will ich das nicht machen, aber ich sehe die Fortschritte, die das Krafttraining bringt. Ich drücke 260 Kilogramm aus den Knien. Das Training im Weitsprung ist eine willkommene Abwechslung, weil ich nicht jeden Tag die gleichen Übungen mache.

Dennoch wollen Sie den deutschen Hochsprung-Rekord angreifen?

Das ist mein großes Ziel: Ich will erst aufhören, wenn ich über 2,38 Meter gesprungen bin und einen neuen deutschen Rekord aufgestellt habe. Das ist ein Muss! Wenn ich irgendwann mit den Legenden des Sports genannt werde, wäre das geil. Dann hätte ich wirklich was geleistet.

Und das ohne Doping.

Doping ist scheiße! Wir als Athleten müssen Statements setzen. Deshalb nehme ich nicht an Meetings teil, bei denen überführte Doper am Start sind. Auch wenn mir dann Einnahmen fehlen. Ich würde auch auf Meisterschaften verzichten, wenn ein kürzlich überführter Sportler an den Start gehen dürfte. Dann ist der Sport nicht ehrlich – und macht keinen Spaß. Leider wird vom IOC und der Wada zu wenig dagegen gemacht. Wer einmal gedopt hat, gehört lebenslang gesperrt!

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