25. Mai 2018 / 06:23 Uhr

Quartett in Lauerstellung: Wer wird unser WM-Kapitän?

Quartett in Lauerstellung: Wer wird unser WM-Kapitän?

Heiko Ostendorp
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Joachim Löw bieten sich vier Kapitäns-Alternativen als Neuer-Ersatz.
Joachim Löw bieten sich vier Kapitäns-Alternativen als Neuer-Ersatz. © Getty/Montage
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Sollte Kapitän Manuel Neuer die Weltmeisterschaft in Russland verpassen, stellt sich die Frage: Wer trägt die Binde? Beim DFB-Team kristallisieren sich vier denkbare Alternativen heraus.

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Wenn man es nicht besser wüsste, käme wohl kaum jemand auf die Idee zu denken, dass Manuel Neuer gerade eine achtmonatige Pause hinter sich hat. Zumindest wirkt der Bayern-Torhüter im Training der Nationalmannschaft so fit, als wäre er nie weg gewesen. Diesen subjektiven Eindruck bestätigte gestern auch der Bundestrainer: "Aktuell hat Manuel überhaupt keine Probleme – auch nicht bei höchster Belastung. Es sieht wirklich gut aus." Allerdings schob Joachim Löw auch eine Einschränkung hinterher: "Wir wissen alle, welche Verantwortung wir haben. Wenn er Probleme bekommen sollte, müssen wir in eine andere Richtung denken."

Die Uhr tickt also. Am kommenden Montag und Mittwoch soll Neuer bei zwei internen Tests in Südtirol gegen die U20-Nationalmannschaft erstmals im Tor stehen, dann im Länderspiel gegen Österreich am 2. Juni. Erst danach wird endgültig entschieden, ob er wirklich mit zur WM nach Russland fliegt. Und selbst wenn dies der Fall sein sollte: Spielt er dann auch tatsächlich? Oder gibt Löw zunächst Marc-André ter Stegen den Vorzug, der heute zur Mannschaft stößt und mit dem FC Barcelona eine überragende Saison hinter sich hat? Steht Kapitän Neuer zum WM-Auftakt am 17. Juni gegen Mexiko nicht im Kasten, stellt sich unweigerlich die Frage: Wer trägt die Binde?

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Die K-Frage - ein altbekanntes Thema

Eigentlich gab es in der Vergangenheit kein Turnier, in dem die K-Frage nicht irgendwann zum Thema wurde. Wer erinnert sich beispielsweise nicht an den Zoff zwischen Philipp Lahm und Michael Ballack 2010? Nach dem Titelgewinn 2014 übernahm Bastian Schweinsteiger das Amt von Lahm. Als "Schweini" nach der EM 2016 zurücktrat, entbrannte eine deutschlandweite Diskussion, wer künftig den Weltmeister anführen soll. Die Verantwortlichen spielten das Thema stets runter. Heute habe man ohnehin flache Hierarchien. Es sei praktisch egal, wer den Stofffetzen um den Arm trägt.

Doch natürlich ist es innerhalb einer Mannschaft immer ein großes, wichtiges – ja sogar politisches Thema. Es geht um Macht, um Ansehen, um Ruhm und Ehre – und das Ausfüllen einer Führungsrolle. Nur zu gern wäre Jérôme Boateng der erste dunkelhäutige Kapitän Deutschlands geworden. Löw entschied sich dagegen – und für Neuer.

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Auch jetzt dürfte sich Boateng berechtigte Hoffnungen machen, die Binde zu tragen, falls die Nummer eins ausfällt. Schließlich führte er das Team im letzten Länderspiel gegen Brasilien (0:1) an. Heute hat der Innenverteidiger nach seinem Muskelfaserriss eine abschließende Untersuchung in München und soll in den nächsten Tagen im Trainingslager eintrudeln.

Neben Boateng gibt es ein ambitioniertes Trio in Lauerstellung für den Fall der Fälle: Sami Khedira, Thomas Müller und Toni Kroos. Alle waren schon mal mindestens in einem Länderspiel DFB-Kapitän, alle haben durchaus das Zeug und den Anspruch, diese Rolle auch während einer WM zu übernehmen. Alle sind im Team respektiert, alle sind aber unterschiedliche Typen.

Khedira und das Stammplatz-Problem

Khedira, der die Binde zuletzt gegen Spanien und Frankreich trug, ist für Löw ein echter Anführer. Er spielte bei Juventus Turin wohl die beste Saison seiner Karriere, muss aber dennoch um seinen Stammplatz in Russland kämpfen – mit Ilkay Gündogan hat er einen hochkarätigen Konkurrenten.

Thomas Müller übernahm zuletzt auch bei den Bayern das Kapitänsamt während Neuers Abwesenheit. Löw lobte ihn jüngst in der Sportbild: "Er könnte diese Aufgabe hervorragend ausfüllen, weil er ein Spieler ist, der zu allen in der Mannschaft ein gutes Verhältnis hat." Und: "Er ist eine absolut positive Erscheinung mit der nötigen Lockerheit und Professionalität."

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Bleibt Kroos, der sich am Sonnabend mit Real Madrid im Champions-League-Finale gegen den FC Liverpool zum dritten Mal in Folge die Krone des europäischen Fußballs aufsetzen kann. Über seine Rolle sagt Löw: "Toni führt die Mannschaft schon allein aufgrund seiner Position an. Er ist in seiner Spielweise, in seiner Persönlichkeit seit der WM 2014 noch mal unglaublich gereift. Er zeigt keine Nerven und ist vor einem WM- oder Champions-League-Finale genauso ruhig wie vor einem Gruppenspiel."

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