12. Juni 2018 / 16:13 Uhr

Rapper Dean Dawson über Jérôme Boateng: Scheiße quatschen und lachen

Rapper Dean Dawson über Jérôme Boateng: Scheiße quatschen und lachen

Alexander Salenko
Die SPORTBUZZER-Reporter Alexander Salenko (v.l.), Lisa Neumann und René Wenzel mit Dean Dawson (2.v.r.).
Die SPORTBUZZER-Reporter Alexander Salenko (v.l.), Lisa Neumann und René Wenzel mit Dean Dawson (2.v.r.). © Sportbuzzer
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Dean Dawson kann keiner was vormachen. Er ist deutscher Meister im American Football und Rugby, Weltmeister bei der Fußball-WM der Künstler, einer der erfolgreichsten Hip-Hopper Berlins und Kumpel von Jérôme Boateng. Bei unserem ersten Zwischenhalt in Berlin haben wir den knapp zwei Meter großen Deutschamerikaner auf ein Bier am Potsdamer Platz getroffen.

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Na, Bock auf die WM?

Aber sicher! Sie findet ja nur alle vier Jahre statt. Wenn Deutschland es schaffen sollte, den Titel zu verteidigen, dann werden die Spieler zu Helden. Sie würden sich damit für immer verewigen.

Du fieberst also für Deutschland?

Klar! Aber gucken wir uns die anderen Mannschaften mal an: In der japanischen Mannschaft sehen alle Spieler aus wie Japaner, in der mexikanischen sehen alle aus wie Mexikaner und so weiter. Bei der deutschen Auswahl ist es aber ein bunter Mix. Wir haben fast jede Nationalität in der Mannschaft. So gesehen spiegelt Deutschland die ganze Welt wieder. Und ein gewisser Nationalstolz und Patriotismus sind eh immer ein Teil vom Spiel.

Nationalspieler Jérôme Boateng kennst du ja aus seiner Jugendzeit. Wie ist er so als Typ?

Ich habe Jérôme als bodenständig kennengelernt, genauso wie seine Brüder. Als Weltmeister und Fundament der Abwehr des FC Bayern könnten andere Charaktere sicher in die andere Richtung schießen, wenn ihr Ego zu groß wird.

Meinst du da jemanden Bestimmtes?

Ein Sandro Wagner zum Beispiel braucht in Berlin gar nicht mehr aufzutauchen. Als er mit seinem Tor für Darmstadt die Ostkurve im Olympiastadion provozierte, wollten ihn die Hertha-Fans am liebsten schlachten. So stillos auf die Kacke zu hauen passt für mich nicht zum Charakter von Jérôme.

Was sagst du eigentlich zu Jérômes WM-Song mit dem britischen Comedian Jack Whitehall?

Ah, da dachte ich mir nur „Warum?“. Das hätte man sich auch sparen können. Für mich als Musiker ist dieses Ding eher fraglich, aber anderen gefällt’s wieder. Humor ist Geschmackssache. Viel wichtiger ist aber, was Jérôme bei der WM macht.

Humor und Profi-Sport – passt das eigentlich zusammen?

Es gibt nichts Schöneres als Scheiße quatschen und lachen. Trash-Talk auf dem Platz ist genau dasselbe. Da wird gepickt, da wird der Charakter getestet, und das kann dein Spiel beeinflussen. Ich stehe dann auf dem Feld uns sage: „Deine Mama war nice gestern.“ Und jetzt hast du zwei Möglichkeiten: Entweder reagierst du darauf oder du lässt es sein. Von so etwas darf man sich beim Spiel nicht beeinflussen lassen.

Du selbst bist ja nicht nur Musiker, sondern auch Sportler. Wie hat deine Fußball-Karriere angefangen?

Genauso wie mein Bruder Felicio Brown Forbes habe ich zunächst beim FV Wannsee gespielt. Dann war ich mit dem Berliner SC beim Gothia Cup, dem größten Jugendfußballturnier in Schweden. Danach habe ich mit Basketball angefangen und später zehn Jahre American Football gespielt, bin unter anderem auch deutscher Meister geworden. Fußball spielte ich aber parallel immer.

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Auch heute?

Vor Kurzem habe ich ein Angebot bekommen, bei Hertha 03 in der Ü40-Liga zu spielen. Sobald die Ärzte mir ein Go geben, fange ich wieder an zu zocken. Na klar! So alt bin ich noch nicht. Wenn ich andere in meinem Alter sehe mit ihren grauen Haaren, klar renne ich sie alle über den Haufen! Darum geht’s doch im Leben, um die Selbstherausforderung.

Was war dein größter Erfolg im Fußball?

Mein fußballerisches Highlight war, dass ich 2008 bei der Künstler-Weltmeisterschaft in Russland Weltfußballer geworden bin. Im Endspiel traf eine russische auf eine internationale Auswahl. Als es 3:1 für die Russen stand, wurde ich eingewechselt und habe mit einem Kopfballtor und einer Torvorlage den Ausgleich erzwungen.

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