18. Februar 2018 / 13:56 Uhr

RB-Coach Hasenhüttl verteidigt Montagsspiele – Frankfurt-Fans planen Proteste

RB-Coach Hasenhüttl verteidigt Montagsspiele – Frankfurt-Fans planen Proteste

Anne Grimm
RB Leipzigs Coach Ralph Hasenhüttl verteidigt die Montagstermine, bedeuten sie doch für den Europa League-Teilnehmer mehr Zeit zur Regeneration. 
RB Leipzigs Coach Ralph Hasenhüttl verteidigt die Montagstermine, bedeuten sie doch für den Europa League-Teilnehmer mehr Zeit zur Regeneration.  © dpa
Anzeige

Das erste Montagabendspiel der Bundesliga wird begleitet von Diskussionen und Protesten. Die Fans sind verärgert, die Liga will die Vereine in der Europa League unterstützen. Die RB-Fans bekommen die Busfahrt nach Frankfurt von der Mannschaft spendiert.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Leipzig/Frankfurt. Noch bevor das erste Montagsspiel der Bundesligageschichte überhaupt angepfiffen worden ist, sind heiße Diskussionen über Sinn und Unsinn entfacht, sowie Proteste angekündigt worden. Auf der einen Seite stehen die Fans, die mit der Zerteilung der Spieltage bis in die Woche hinein ihre Interessen mit Füßen getreten sehen. Auf der anderen Seite agieren die Vereine und die Liga, die diese Partien befürwortet haben, um international konkurrenzfähiger zu sein.

Einen Tag vor der Premiere eines Montagabendspiels (20.30 Uhr) im Fußballoberhaus zwischen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig sagte Gästetrainer Ralph Hasenhüttl: „Die fünf Montagspiele haben auch damit zu tun, dass wir uns erhoffen, dass der ein oder andere deutsche Verein in der Europa League ein paar Runden übersteht. Es wäre ja auch für den deutschen Fußball wichtig.“

Optische und akustische Proteste in Frankfurt

In dieser Saison war das schwache internationale Abschneiden der Bundesligavereine stark kritisiert worden. Die Leipziger haben nun nach dem 3:1-Sieg beim SSC Neapel beste Aussichten auf das Erreichen des Achtelfinals der Europa League. „Wir sind nicht traurig darüber, dass wir noch einen Tag länger Zeit hatten, nachdem wir aus Neapel zurückreisen mussten. Für uns ist der Termin so natürlich angenehmer“, meinte Hasenhüttl, der am kommenden Donnerstag bereits das Rückspiel gegen den Tabellenführer der italienischen Serie A im heimischen Stadion bestreitet.

Durchklicken: Die Bilder zum Spiel gegen Frankfurt

Interessante Impressionen vom Bundesligaspiel zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt (dpa). Zur Galerie
Interessante Impressionen vom Bundesligaspiel zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt (dpa). ©
Anzeige

Die Partie Frankfurt gegen Leipzig ist das erste von fünf regulären Montagspielen dieser Saison und ruft großen Unmut bei den aktiven Fanszenen hervor. Bei der Eintracht ruft die „Nordwestkurve" in einem offiziellen Schreiben der Ultras Frankfurt dazu auf, den Protest gegen das Montagsspiel auf Tapete oder Stoff zu malen. Wie die Bild am Sonntag berichtet, wollen die Eintracht-Fans ihre Abneigung auch akustisch mit Vuvuzelas, Trillerpfeifen sowie Megaphonen kundtun. Ultras der Frankfurter planen zudem in der ersten Halbzeit Protestaktionen im Innenraum des Stadions und wollen damit eine Spielunterbrechung provozieren. Wie Axel Hellmann, Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt der „BamS“ erklärte, seien zwar mehr als 42.000 Karten verkauft worden, doch er rechne nicht mit mehr als 32.000 Zuschauern – aus Protest.

RB Leipzig spendiert seinen Fans die Busfahrt nach Frankfurt

Auch die Gruppe Rasenballisten aus Leipzig fordert die RB-Fans auf, nicht nach Frankfurt zu fahren. „Bundesliga-Fußball soll für uns am Wochenende und auch nur am Wochenende stattfinden, so zumindest die Wunschvorstellung. Dass die Verbände dabei die Meinungen der Fans ständig und auf immer dreistere Weisen konterkarieren, sollte allen aufgefallen sein“, heißt es im Boykott-Aufruf. Etwas mehr als 500 Leipziger Schlachtenbummler reisen trotzdem mit nach Hessen. Das sind deutlich weniger als sonst. In Neapel waren am vergangenen Donnerstag 1500 RB-Fans dabei.

Mehr zu: RB Leipzig - Eintracht Frankfurt (2:1)

Ganz unabhängig von der Ansetzung der Partie spendiert die Mannschaft des Bundesligisten als Dankeschön für die bisherige Unterstützung in dieser Saison den Fans die Busfahrt nach Frankfurt. Etwa 300 RB-Fans haben diese Einladung angenommen und starten in sechs Bussen zum Topspiel des Tabellenzweiten gegen den Fünften.

DFL hält Proteste für populistischen Unsinn

Die Deutsche Fußball Liga kann die Vorwürfe der Fans nicht nachvollziehen. Geschäftsführer Christian Seifert hält sie im Kern für populistischen Unsinn. „Von 306 Spielen einer Saison finden maximal fünf an einem Montag statt“, sagte er der Deutschen Presseagentur. Der Vorwurf der Kommerzialisierung treffe aus zwei Gründen nicht zu. „Kommerzielle Gründe waren dabei nicht entscheidend, auf die fünf Montagsbegegnungen entfällt weniger als ein Prozent der Medienerlöse“, schreibt die DFL. Anlass für deren Einführung sei nur die Schonung der deutschen Europa-League-Teilnehmer gewesen. Und der Wunsch, nicht mehrere Bundesliga-Spiele an Sonntagen parallel zu Amateurspielen stattfinden zu lassen. „Betroffene Clubs hatten zuvor immer wieder darum gebeten, nach internationalen Spielen am Donnerstag nicht bereits wieder am Samstag antreten zu müssen“, so die DFL

Historie
Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt