27. Februar 2018 / 09:38 Uhr

RB Leipzig: Auf der Suche nach dem Wir-Gefühl

RB Leipzig: Auf der Suche nach dem Wir-Gefühl

Guido Schäfer
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Ein glücklicher Tag würde RB-Trainer Ralph Hasenhüttl und seinen Fußball-Jüngern mal wieder ganz gut tun.
Ein glücklicher Tag würde RB-Trainer Ralph Hasenhüttl und seinen Fußball-Jüngern mal wieder ganz gut tun. © Imago
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Die Rasenballer sind 2018 in jedem ihrer Bundesligaspiele in Führung gegangen. Gewonnen hat die Hasenhüttl-Elf allerdings nur drei. Das liegt wohl auch an der Stimmung im Team.

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Leipzig. Das 1:2 der Rasenballer förderte in den Fanforen dichterische Talente zu Tage. Zum Beispiel: „Kölle, Alaaf, RB brav wie ein Schaaf!“ Nun ja. Das Spiel gegen Köln war für Coach Ralph Hasenhüttl aufschlussreich. RB spielte mit dem Effzeh Katz und Maus, berauschte sich am eigenen Können. Hacke, Spitze, eins, zwei, drei, darf’s noch ein Beinschüsschen sein? Irgendwann drängte sich der Eindruck auf: Die wolln’ doch nur spielen. Die Maus merkte, dass das Katertier ein lässiger Meister des Vorspiels ist, aber nicht zur Sache kommt. Und dann drehte sich das Ganze. Der Kater schrumpfte, die Maus wuchs.

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RB Leipzig - 1.FC Köln (1:2) Zur Galerie
RB Leipzig - 1.FC Köln (1:2) © Getty Images
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Lässliche Sünde und Momentaufnahme? Mitnichten. RB ist in allen sieben Bundesligaspielen 2018 1:0 in Führung gegangen, hat aber nur gegen Schalke, in Gladbach und gegen Augsburg gewonnen. In Frankfurt kann man verlieren, ja. Aber man sollte es als Spitzenteam nicht in Freiburg und gegen Köln. Und auch das 1:1 gegen den HSV offenbarte kein Problem der Kräfte oder Klasse, sondern eines zwischen den Ohren. Nach der Kölner 2:1-Führung trotteten die Rasenballer mit gesenkten Köpfen zum Anstoßkreis. Körpersprachlich hieß das: Aufgabe, weiße Flagge.

Womit wir beim Thema Mentalität sind. Die Roten Bullen der Vorsaison zogen zig knappe Spiele mit Willen und Unbekümmertheit auf ihre Seite. An diesen Stellen wurde es in dieser Saison weniger. Weil RB anders wahrgenommen und bespielt wird. Aber auch, weil das Wir-Gefühl längst nicht mehr so ausgeprägt ist.

Von Rössern & Reitern & Grüppchen


Wenn die französischen bzw. französisch sprechenden Spieler beim Warmmachen unter sich bleiben, kann das nicht im Sinn des Teamgeistes sein.

Naby Keita: Der Supermann der Leipziger geht im Sommer nach Liverpool. Die Leistungen, die aus dem jungen einen gemachten Mann gemacht haben, bringt er nicht mehr regelmäßig aufs Grün. Wenn Keita einigermaßen laufen kann, spielt er. Das wiederum ist Männern wie Diego Demme, Stefan Ilsanker oder Dominik Kaiser ein Dorn im Auge. Konfliktpotenzial.

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Emil Forsberg: Der fürs RB-Spiel elementare Schwede ist ewig ausgefallen, weil er Schmerzen verheimlicht hat. Forsberg will bei der WM glänzen. Vielleicht will er auch nach Mailand oder sonstwo hin. Dazu muss er bei RB liefern. Das sind gute Voraussetzungen.

Jean-Kevin Augustin: Der hochbegabte Pariser verließ sich lange auf sein Talent, wurde erst nach einem schonungslosen Gespräch zwischen Sportdirektor Ralf Rangnick und JKs Beratern fleißiger.

Marcel Sabitzer: Der stabilste Bulle seit vielen Monden fiel annähernd zeitgleich mit seinen Gedanken um eine Vertragsverlängerung leistungstechnisch ab. Eine zeitnahe Klärung wäre für alle Beteiligten wichtig.

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(32) Peter Gulacsi: Bei den Gegentoren alleingelassen und machtlos. Note 3  (@ GEPA Pictures) Zur Galerie
(32) Peter Gulacsi: Bei den Gegentoren alleingelassen und machtlos. Note 3  (@ GEPA Pictures) ©

Timo Werner: Der Mittelstürmer wurde in Leipzig zum Nationalspieler, fand auch sein privates Glück – und sich auf den imaginären Einkaufslisten von großen Clubs wieder. Werner profitierte in der Saison 2016/2017 von Keitas und Forsbergs genialen Eingebungen. Die dünnten sich aus erwähnten Gründen aus.

Bruma sieht sich eher als Solist, denn als Assistent. All das nagt an Werner. Wie auch die Tatsache, dass er hin und wieder von der Bank kommt. Beißt sich mit dem neuen Selbstverständnis des WM-Hoffnungsträgers. Werners Körpersprache ist mindestens ausbaufähig. Wie so vieles in diesen bewegten Tagen und Stunden um RB Leipzig.

Belantis verlost für das Spiel RB gegen den BVB (Sonnabend, 18.30 Uhr) den Platz des Einlaufkindes an der Seite von Bulli. Infos: www.belantis.de/de/fussball-gewinnspiel

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel

Marcel Sabitzer (RB Leipzig): Klar  hatten wir eine anstrengende Woche, aber da musst du drüber gehen. Wir hätten 2:0 oder 3:0 in Führung gehen müssen. Wenn du das versäumst, dann glauben die Kölner an ihre Chance. In der zweiten Hälfte hatten wir es nicht verdient zu gewinnen, die Kölner dagegen schon. Zur Galerie
Marcel Sabitzer (RB Leipzig): Klar hatten wir eine anstrengende Woche, aber da musst du drüber gehen. Wir hätten 2:0 oder 3:0 in Führung gehen müssen. Wenn du das versäumst, dann glauben die Kölner an ihre Chance. In der zweiten Hälfte hatten wir es nicht verdient zu gewinnen, die Kölner dagegen schon. ©

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