03. September 2018 / 10:39 Uhr

RB Leipzig in der Zwickmühle: Zu starkes Gefälle im zu kleinen Kader

RB Leipzig in der Zwickmühle: Zu starkes Gefälle im zu kleinen Kader

Anne Grimm
Ralf Rangnick kann im Moment nicht zufrieden sein.
Ralf Rangnick kann im Moment nicht zufrieden sein. © dpa
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Hoher Aufwand, wenig Tore, einfache Gegentreffer: Das Muster zieht sich bei RB Leipzig wettbewerbsübergreifend durch die ersten Wochen der Saison. Die große Rotation krankt noch an mehreren Punkten.

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Leipzig. Das Wort „Fehlstart“ waberte nach den beiden sieglosen Partien von RB Leipzig in die neue Bundesligasaison durch die Katakomben des Stadions. Fakt ist: So schlecht, nur ein Punkt aus den ersten zwei Ligaspielen, hat der Verein seit seiner Gründung vor zehn Jahren noch nie begonnen. Kein Grund zur Panik, meinen die Verantwortlichen. Doch an einigen Stellen ist noch jede Menge Urlaubssand im Fußball-Getriebe.

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„Wo wir unter allen Umständen besser werden müssen, ist im Verteidigen der gesamten Mannschaft“, fordert Rangnick – der die größte Baustelle der vergangenen Saison im Sommer nicht beheben konnte. „Bei dem Gegentor sind wir mit drei oder vier Mann in Überzahl. Den Gegner trotzdem wieder raus zu lassen, hat nichts mit gutem und aggressivem Pressing zu tun“, monierte der RB-Coach nach dem 0:1-Rückstand gegen Aufsteiger Düsseldorf.

In Dortmund brach vor einer Woche die Standardschwäche wieder auf, gegen Luhansk zeigte sich RB in der Euro-League-Quali bei Kontern anfällig. Erst zweimal in neun Partien spielten die Leipziger zu null. Die Gegentreffer fallen zu einfach. Peter Gulacsi, der mit seinen Paraden gegen Düsseldorf einen Punkt fest hielt, fordert gegen schwächere Mannschaften: „Wir müssen daran arbeiten, in solchen Spielen das Null zu Null halten, um dann mit einem Tor zu gewinnen.“

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* „Nicht so leistungsstark, wie er sein müsste“*

Mit dem kleinen Kader hat sich Rangnick selbst auferlegt, im Drei-Tages-Rhythmus nach jedem Spiel im großen Stile zu rotieren. Um frühzeitig Verletzungen zu vermeiden sowie jedem das Gefühl zu geben, dass er gebraucht wird. Der Vorteil: Die körperliche Frische ist zu erkennen. Der Nachteil: Die Feinabstimmung fehlt, wenn ständig neue Formationen zusammenspielen.

Der Coach sieht derzeit vor allem ein Problem: „Wir haben ein zu großes Gefälle, den ein oder anderen Spieler, der noch lange nicht wieder dort ist, wo er bei uns schon mal war. Das macht so ein Spiel wie gegen Düsseldorf auch zäh.“ Rangnick vermied es, konkrete Namen zu nennen. In der Defensive fiel erneut Dayot Upamecano ab. In der Offensive blieb Bruma blass. Auch die in der vergangenen Saison lange verletzten Emil Forsberg und Marcel Sabitzer, sowie der agile aber glücklose Timo Werner, haben Luft nach oben. „Der Kader ist noch nicht wieder so leistungsstark, wie er sein müsste“, meint Rangnick.

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Mangelnde Chancenverwertung

RB betreibt in der Offensive viel Aufwand, zeigt Mentalität, wie nach den beiden Rückständen in den Euro-League-Playoffs oder gegen den Aufsteiger aus Düsseldorf. Doch der Ertrag lässt zu wünschen übrig. Zum Vergleich: Gegen die Fortuna standen 23:14 Torschüsse auf der Statistiktafel. Die echten Torchancen werden jedoch zu selten genutzt.

Geschäftsführer Oliver Mintzlaff resümierte nach den ersten Wochen der neuen Saison: „Zwei Spiele, ein Punkt. Das ist sicher nicht der Start, den wir uns vorgestellt haben. Auf der anderen Seite sind wir im Pokal eine Runde weiter und stehen in der Gruppenphase der Europa League.“ Anders formuliert: Gegen Kontrahenten aus international schwächeren Ligen sowie eine unterklassige Mannschaft im DFB-Pokal haben die Leistungen gereicht, für die starke Bundesliga noch nicht.

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Länderspielpause mit Testkick

„Wir müssen bis zum Spiel gegen Hannover in ein paar Punkten schon etwas weiter sein“, fordert Rangnick. Das wird schwierig, wenn sich in den kommenden anderthalb Wochen etwa zwei Drittel der gesamten Mannschaft mit den Nationalmannschaften auf Länderspielreise befindet. Trotzdem hat sich der Coach für ein Testspiel gegen den polnischen Erstligisten Lubin am Donnerstag entschieden. „Es gibt Spieler, die den Rhythmus und die Spielpraxis brauchen“, meint Rangnick. So könnte Marcel Halstenberg nach seinem Kreuzbandriss die ersten Minuten absolvieren, der dritte Torhüter Marius Müller den Kasten hüten. Einige Akteure aus der U19 werden helfen müssen, um eine spielfähige Mannschaft auf den Rasen zu bekommen.

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