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RB Leipzig in der Zwickmühle: Zu starkes Gefälle im zu kleinen Kader

Anne Grimm
Ralf Rangnick kann im Moment nicht zufrieden sein. © dpa

Hoher Aufwand, wenig Tore, einfache Gegentreffer: Das Muster zieht sich bei RB Leipzig wettbewerbsübergreifend durch die ersten Wochen der Saison. Die große Rotation krankt noch an mehreren Punkten.

Leipzig. Das Wort „Fehlstart“ waberte nach den beiden sieglosen Partien von RB Leipzig in die neue Bundesligasaison durch die Katakomben des Stadions. Fakt ist: So schlecht, nur ein Punkt aus den ersten zwei Ligaspielen, hat der Verein seit seiner Gründung vor zehn Jahren noch nie begonnen. Kein Grund zur Panik, meinen die Verantwortlichen. Doch an einigen Stellen ist noch jede Menge Urlaubssand im Fußball-Getriebe.

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DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Spiel gegen Fortuna

RB Leipzigs Kevin Kampl im Zweikampf mit Düsseldorfs Alfredo Morales.  © dpa
RB Leipzigs Jean-Kévin Augustin beim Torschuss. © dpa
RB Leipzigs Torwart Péter Gulácsi kann einen Schuss von Düsseldorfs Marvin Ducksch abwehren.  © dpa
RB Leipzigs Peter Gulacsi entschärft die Großchance von Marvin Ducksch. © Christian Modla
RB Leipzigs Jean-Kevin Augustin treibt den Ball nach vorn.  © Christian Modla
RB Leipzigs Dayot Upamecano im Zweikampf gegen Marvin Ducksch. © Christian Modla
RB Leipzigs Jean-Kévin Augustin im Duell mit Düsseldorfs Alfredo Morales (M) und Marcel Sobottka.  © dpa
RB Leipzigs Diego Demme im Laufduell gegen Alfredo Morales  © Christian Modla
Fortuna Torwart Michael Rensing beim Abschlag.  © Christian Modla
RB Leipzigs Brumas Hereingabe fängt Michael Rensing im Tor der Düsseldorfer sicher.  © Christian Modla
RB Leipzigs Timo Werner (r) schießt aufs Tor, Düsseldorfs Andre Hoffmann kann nichts mehr verhindern.  © dpa
RB Leipzigs Timo Werner ist unzufrieden. © Christian Modla
RB Leipzigs Jean-Kevin Augustin beim Torabschluss.  © Christian Modla
RB Leipzigs Jean-Kévin Augustin im Duell mit Düsseldorfs Kaan Ayhan.  © dpa
RB Leipzigs Jean-Kévin Augustin im Duell mit Düsseldorfs Kaan Ayhan.  © dpa
Es läuft nicht rund bei RB Leipzig. © Christian Modla
RB Leipzigs Timo Werner im Laufduell gegen Marcin Kaminski. © Christian Modla
RB Leipzigs Jean-Kevin Augustin trabt enttäuscht zurück nachdem sein Treffer wegen Abseits nicht anerkannt wurde. © Christian Modla
RB Leipzigs Emil Forsberg im Zweikampf mit Düsseldorfs Andre Hoffmann  © Christian Modla
RB Leipzigs Emil Forsberg nimmt den Ball artistisch mit der Hacke mit.  © Christian Modla
Düsseldorfs Spieler Niko Gießelmann (l) und Alfredo Morales (r) bejubeln Matthias Zimmermann für den Treffer zum 0:1.  © dpa
Düsseldorfs Spieler bejubeln das 0:1. © dpa
Düsseldorfs Matthias Zimmermann im Laufduell im RB Leipzigs Marcelo Saracchi  © Christian Modla
Rouwen Hennings im Zweikampf mit Dayot Upamecano. © Christian Modla
Fortuna Torwart Michael Rensing pariert einen Ball von Timo Werner  © Christian Modla
Torschuetze Jean-Kevin Augustin und Andre Hoffmann nach dem 1:1-Ausgleich  © Christian Modla
RB Leipzigs Nordi Mukiele wird von Düsseldorfs Niko Gießelmann zu Fall gebracht. © dpa
RB Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick (3.v.r.) versucht, bei einem Streit auf dem Feld zu schlichten.  © dpa
RB Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick versucht, bei einem Streit auf dem Feld zu schlichten.  © dpa
RB Leipzigs Jean-Kévin Augustin jubelt über den Ausgleich.  © dpa
Peter Gulasci und Nordi Mukiele klären gemeinsam in höchster Not. © Christian Modla
Benito Raman (Fortuna #9) gegen Stefan Ilsanker (RB #13) beim Spiel RasenBallsport Leipzig (RB) vs Fortuna Düsseldorf / Duesseldorf, Fussball, 1.Liga, 02.09.2018 DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO © Christian Modla
Düsseldorfs Kenan Karaman im Zweikampf mit RB Leipzigs Marcel Sabitzer  © Christian Modla
RB Leipzigs Peter Gulasci verhindert  den Gegentreffer durch Benito Raman.  © Christian Modla
Dayot Upamecano im Zweikampf mit Marvin Ducksch. © Christian Modla
Enttäuschung bei RB Leipzigs Stefan Ilsanker nach dem 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf. © Christian Modla
Die Düsseldorfer Fortuna kann mit dem 1:1 bei RB Leipzig zufrieden sein.  © Christian Modla
Düsseldorfs Andre Hoffmann jubelt nach dem verdienten Punktgewinn gegen RB Leipzig.  © Christian Modla

„Wo wir unter allen Umständen besser werden müssen, ist im Verteidigen der gesamten Mannschaft“, fordert Rangnick – der die größte Baustelle der vergangenen Saison im Sommer nicht beheben konnte. „Bei dem Gegentor sind wir mit drei oder vier Mann in Überzahl. Den Gegner trotzdem wieder raus zu lassen, hat nichts mit gutem und aggressivem Pressing zu tun“, monierte der RB-Coach nach dem 0:1-Rückstand gegen Aufsteiger Düsseldorf.

In Dortmund brach vor einer Woche die Standardschwäche wieder auf, gegen Luhansk zeigte sich RB in der Euro-League-Quali bei Kontern anfällig. Erst zweimal in neun Partien spielten die Leipziger zu null. Die Gegentreffer fallen zu einfach. Peter Gulacsi, der mit seinen Paraden gegen Düsseldorf einen Punkt fest hielt, fordert gegen schwächere Mannschaften: „Wir müssen daran arbeiten, in solchen Spielen das Null zu Null halten, um dann mit einem Tor zu gewinnen.“

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* „Nicht so leistungsstark, wie er sein müsste“*

Mit dem kleinen Kader hat sich Rangnick selbst auferlegt, im Drei-Tages-Rhythmus nach jedem Spiel im großen Stile zu rotieren. Um frühzeitig Verletzungen zu vermeiden sowie jedem das Gefühl zu geben, dass er gebraucht wird. Der Vorteil: Die körperliche Frische ist zu erkennen. Der Nachteil: Die Feinabstimmung fehlt, wenn ständig neue Formationen zusammenspielen.

Der Coach sieht derzeit vor allem ein Problem: „Wir haben ein zu großes Gefälle, den ein oder anderen Spieler, der noch lange nicht wieder dort ist, wo er bei uns schon mal war. Das macht so ein Spiel wie gegen Düsseldorf auch zäh.“ Rangnick vermied es, konkrete Namen zu nennen. In der Defensive fiel erneut Dayot Upamecano ab. In der Offensive blieb Bruma blass. Auch die in der vergangenen Saison lange verletzten Emil Forsberg und Marcel Sabitzer, sowie der agile aber glücklose Timo Werner, haben Luft nach oben. „Der Kader ist noch nicht wieder so leistungsstark, wie er sein müsste“, meint Rangnick.

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DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel

Stefan Ilsanker (RB Leipzig): „Es war ein brutal schweres Spiel heute. Wir haben bis zum Schluss gekämpft, aber in Summe müssen wir mit dem Punkt leben, da auch Düsseldorf viele gute Chancen hatte.“ © Christian Modla
Matthias Zimmermann (Fortuna Düsseldorf): "Wir haben vieles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, haben auch gute Chancen erarbeitet und viel liegen lassen. Insofern haben wir zwei Punkte verschenkt. Ich habe alles gegeben, musste mit Krämpfen vom Platz. Ich denke, die Leipziger haben uns unterschätzt." © Christian Modla
Peter Gulacsi (RB Leipzig): „Es war erwartet hart. Fortuna hat es sehr gut gemacht in den ersten 20 Minuten, dann waren wir die bessere Mannschaft. Es ist sehr unglücklich, dass wir gleich nach der Halbzeit das Tor zu kassieren. Dann haben wir wieder unsere Mentalität gezeigt. Schade, dass wir uns nicht mit drei Punkten belohnen konnten." © imago/Uwe Kraft
Dietmar Hamann (Sky-Experte): "Sie [RB Leipzig] arbeiten im Moment Fußball. Die Leichtigkeit, die sie in den vergangenen zwei Jahren ausgezeichnet hat, fehlt ihnen im Moment." © usage Germany only, Verwendung nur in Deutschland
Emil Forsberg (RB Leipzig): „Wir wollten den Sieg heute unbedingt haben. Aber in der zweiten Halbzeit kriegen wir wieder ein einfaches Tor gegen uns und müssen mit Gegenwind arbeiten. Das ist nicht so leicht, aber wir haben es in den letzten 35 Minuten richtig gut gemacht und überzeugt gespielt. Aber wir müssen auch das zweite Tor machen." © Christian Modla
Diego Demme (RB Leipzig): „Das Spiel hätte in beide Richtungen gehen können. Pete hält ein paar Bälle sensationell, wir hatten aber auch ein paar richtig gute Chancen. Wir haben uns mehr als das Unentschieden vorgenommen. Aber am Ende müssen wir uns damit zufrieden geben.“ © Christian Modla
Ralf Rangnick (RB Leipzig): „Wir haben uns speziell in der ersten Halbzeit schwer getan, in den Rhythmus zu kommen. Was mich am meisten ärgert, ist das Gegentor und die Tatsache, dass wir dem Gegner mehrere Chancen zu viel gegeben haben. Ich habe der Mannschaft bei der Moral nichts vorzuwerfen. Aber wir müssen an der Verteidigung arbeiten. Wir haben uns heute natürlich mehr vorgestellt, als nur den einen Punkt.“ © dpa
André Hoffmann (Fortuna Düsseldorf): "Wir wollten hier mutig auftreten. Das war von der ersten Minute an zu sehen. Das ist ein absolut verdienter Punkt. Es war eine Abwehrschlacht für uns und wir haben uns 90 Minuten gegen gestemmt. Ich bin unheimlich stolz auf die Truppe." © (c) dpa-Zentralbild
Friedhelm Funkel (Fortuna Düsseldorf): „Ich freue mich total über die gute Leistung meiner Mannschaft. Wir sind mutig aufgetreten und haben aus einer gut organisierten Grundordnung, auch immer wieder versucht, den Weg nach vorne zu finden. Das ist gegen so eine Mannschaft wie RB, die extrem pressen, nicht einfach. Wenn wir so geschlossen auftreten, sind wir durchaus in der Lage, Mannschaften in der Bundesliga zu ärgern.“ © dpa
Alfredo Morales (Fortuna Düsseldorf): "Wir wollten Leipzig den Ball geben. Sollten sie doch versuchen, uns zu bespielen. Wir mussten viel miteinander kommunizieren und die Räume schließen. Da musst du jeden Meter gehen und kannst dir keinen Schritt sparen. Ich hatte ein gutes Gefühl als wir aus der Halbzeit kamen." © (c) dpa-Zentralbild
Niko Gießelmann (Fortuna Düsseldorf): "Die Fouls gingen nicht nur von uns aus. Das gehört aber auch dazu. Wenn die Fans immer lauter werden, ist es logisch, dass es ein bisschen hitziger wird. Es waren ein, zwei Rudelbildungen dabei. Es war nichts groß Unfaieres dabei und wir haben uns nach dem Spiel die Hand gegeben." © dpa
Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig): „Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber man kann nicht von einem Fehlstart reden.“
Kaan Ayhan (Fortuna Düsseldorf): "Wir haben direkt nach dem Spiel schon untereinander ein paar Ansagen gemacht. Wenn wir so in jedes Spiel wie heute gehen, dann haben wir es künftig vor dem Tor auch einfacherer. Nicht jeder Gegner hat die individuelle Qualität wie Leipzig." © dpa
Marcin Kaminski (Fortuna Düsseldorf): "Ich bin sehr glücklich, wie wir hier gespielt haben. Wir hatten wirklich gute Chancen. Besser hätte mein erstes Spiel nicht laufen können." © (c) Copyright 2018, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Jean Zimmer (Fortuna Düsseldorf): "Wir haben selbst nach dem 1:1 nicht zurückgesteckt und weiter gefightet. Am Ende hatten wir noch zwei sehr gute Chancen auf den Sieg. Es ist schon bitter wie das Gegentor fällt. Wir haben den ersten Punkt gegen so eine Mannschaft geholt. Ich glaube, dass sich Leipzig mehr ärgert als wir." © Christian Modla

Mangelnde Chancenverwertung

RB betreibt in der Offensive viel Aufwand, zeigt Mentalität, wie nach den beiden Rückständen in den Euro-League-Playoffs oder gegen den Aufsteiger aus Düsseldorf. Doch der Ertrag lässt zu wünschen übrig. Zum Vergleich: Gegen die Fortuna standen 23:14 Torschüsse auf der Statistiktafel. Die echten Torchancen werden jedoch zu selten genutzt.

Geschäftsführer Oliver Mintzlaff resümierte nach den ersten Wochen der neuen Saison: „Zwei Spiele, ein Punkt. Das ist sicher nicht der Start, den wir uns vorgestellt haben. Auf der anderen Seite sind wir im Pokal eine Runde weiter und stehen in der Gruppenphase der Europa League.“ Anders formuliert: Gegen Kontrahenten aus international schwächeren Ligen sowie eine unterklassige Mannschaft im DFB-Pokal haben die Leistungen gereicht, für die starke Bundesliga noch nicht.

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Länderspielpause mit Testkick

„Wir müssen bis zum Spiel gegen Hannover in ein paar Punkten schon etwas weiter sein“, fordert Rangnick. Das wird schwierig, wenn sich in den kommenden anderthalb Wochen etwa zwei Drittel der gesamten Mannschaft mit den Nationalmannschaften auf Länderspielreise befindet. Trotzdem hat sich der Coach für ein Testspiel gegen den polnischen Erstligisten Lubin am Donnerstag entschieden. „Es gibt Spieler, die den Rhythmus und die Spielpraxis brauchen“, meint Rangnick. So könnte Marcel Halstenberg nach seinem Kreuzbandriss die ersten Minuten absolvieren, der dritte Torhüter Marius Müller den Kasten hüten. Einige Akteure aus der U19 werden helfen müssen, um eine spielfähige Mannschaft auf den Rasen zu bekommen.

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