02. Juni 2014 / 13:30 Uhr

RB Leipzig sorgt für Misstöne bei Eintracht Frankfurt

RB Leipzig sorgt für Misstöne bei Eintracht Frankfurt

Matthias Roth
Wählt deutliche Worte: Armin Kraaz von Eintracht Frankfurt. USER-BEITRAG
Wählt deutliche Worte: Armin Kraaz von Eintracht Frankfurt. © Eintracht Frankfurt
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Leipzig. Schlechte Stimmung zwischen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig. Der Grund: Voraussichtlich verlieren die Hessen eines ihrer Talente an die Bullen.

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Leipzig. Schlechte Stimmung zwischen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig. Der Grund: Voraussichtlich verlieren die Hessen eines ihrer hoffnungsvollsten Nachwuchstalente an die Sachsen. Die Roten Bullen haben ihre Fühler nach Stürmer Renat Dadachev ausgestreckt.

Eintrachts Nachwuchs-Chef Armin Kraatz ist stinksauer und um die Entwicklung des Jungen besorgt. „Wenn er nach Leipzig geht, ist er weit weg von zu Hause“, so Kraatz. Das sei nicht gut für einen 15-Jährigen. Sportlich versteht der 49-Jährige den bevorstehenden Wechsel gleich gar nicht. „Wir haben hier ein Drei-Sterne-Leistungszentrum und eine hervorragende Mannschaft“, berichtet Kraatz. Am vergangenen Wochenende hat sich die U 15 der Eintracht die süddeutsche Meisterschaft mit einem Sieg gegen den FC Bayern München gesichert.

Dadachev, der auch in den Nachwuchs-Nationalteams von Aserbaidschan spielt, will offenbar trotzdem weg. Als die Eintracht ihm einen Fördervertrag anbot, lehnten die Eltern laut Kraatz ab. Solche Kontrakte dürfen erst im Alter von 15 Jahren abgeschlossen werden. Dadachev hatte am 17. Mai Geburtstag und vollzog da den nötigen Alterssprung.

Mit dem Fördervertrag verbunden ist auch eine Aufwandsentschädigung. Die Mindestsumme ist vom Deutschen Fußball Bund mit 250 Euro festgeschrieben. „Die zahlen wir in der Regel auch in dieser Höhe, legen nur dann etwas darauf, wenn die Spieler erhöhte Fahrtkosten haben“, berichtet Kraatz. Der Vorwurf der Eintracht: Die Roten Bullen wildern mit unmoralischen Summen auf dem Markt. Beträge kann Kraatz allerdings nicht nennen. „Geld gehört aber zu den Argumenten“, glaubt er.

„Aggressiv wie einst Hoffenheim“

Besonders ärgerlich für Kraatz: Erst vor rund einer Woche hat er mit RB-Nachwuchschef Frieder Schrof telefoniert. „Da ging es um einen B-Jugendspieler von uns, Dadachev hat er mit keinem Ton erwähnt“, so der Frankfurter. Kraatz fühlt sich an Hoffenheim erinnert. „Die waren vor sechs, sieben Jahr ähnlich aggressiv am Markt“, sagt er. Das Verhältnis habe sich aber inzwischen entspannt.

RB wollte die Personalie Dadachev am Montag auf Anfrage nicht kommentieren. Sportdirektor Ralf Rangnick betonte aber in der Vergangenheit mehrfach, dass der Verein junge Spieler vom sportlichen Weg in Leipzig überzeugen will, und nicht mit Geld. Hoffenheim habe in seiner Anfangszeit im Profibereich als einer der wenigen Vereine auf das „Jugend-forscht-Konzept“ gesetzt, berichtete der Bullen-Sportchef aus seiner Zeit bei der TSG. „Heute macht das jeder Verein“, so Rangnick in der vergangenen Woche während einer TV-Talkrunde.

In die Karten spielen den RB-Verantwortlichen beim bundesweiten Werben um Talente die jüngsten Erfolge im Nachwuchs. Die U 19 ist gerade in die Bundesliga aufgestiegen, die U 17  und die U 16 stehen ebenfalls dicht vor dem Gewinn der Meisterschaften. Zudem hält RB, anders als Eintracht Frankfurt oder Bayer Leverkusen, auch an seiner zwiten Mannschaft fest, um so Talente an die Profis heranzuführen. Zudem entsteht am Cottaweg ein 35 Millionen Euro teures Nachwuchszentrum. Es soll im Sommer 2015 eröffnet werden und vom U-8-Nachwuchs bis zu den Bundesligaprofis allen Spielern einen Platz bieten.

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