23. Mai 2018 / 09:24 Uhr

 RB-Leipzig-Sportdirektor hat Berg an Arbeit vor sich

 RB-Leipzig-Sportdirektor hat Berg an Arbeit vor sich

Guido Schäfer
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Rangnick stellt klar: Es war eine Schwalbe
Sportdirektor Ralf Rangnick © Pressefoto Rudel/Robin Rudel / PIXATHLON/SID
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Den privaten Ralf Rangnick gibt es vorerst nicht mehr: Schmidteinander, Rose(n)krieg, Lookman, Haidara.

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Leipzig. Ralf Rangnick ist abgetaucht. In einem Berg Arbeit. Man sieht den Sportdirektor der Roten Bullen weder bei seinen Stamm-Italienern im Waldstraßenviertel noch frühmorgens durchs Rosental joggen. Den privaten Rangnick gibt es vorerst nicht mehr. Der 59-Jährige ist mit Jochen Schneider (Leiter Sport und Internationalisierung, gewieft beim Thema Vertragsverhandlungen) und Chefscout Paul Mitchell an der Trainer- und Spielerfront unterwegs. Rangnick und Co. müssen liefern.

Hasenhüttl bei RB Leipzig: eine Erfolgsgeschichte in Bildern

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RB Leipzig ist der Bundesliga-Verein mit dem Alleinstellungsmerkmal „Wir haben keinen Cheftrainer“. Bis Dienstag war der BVB mit im Boot, dann wurde Lucian Favre vorgestellt. Nach LVZ-Informationen ist Rangnick sehr wohl davon ausgegangen, dass er mit Cheftrainer Ralph Hasenhüttl in die neue Saison geht. Dafür spricht unter anderem, dass kein Plan B mit Hasenhüttl II in der Schublade lag. Dass sich Hasenhüttl ohne Verlängerung über 2019 hinaus außerstande sah, seinen Vertrag mit Leben zu füllen, hat Rangnick auf dem linken Fuß erwischt.

Bei Borussia Mönchengladbach arbeitet Dieter Hecking fidel weiter – mit einem ebenfalls am 30. Juni 2019 endenden Kontrakt. Gleiche Konstellationen existieren in Leverkusen mit Heiko Herrlich und beim VfB Stuttgart mit Tayfun Korkut.

In Leipzig könnte sich ein intimes Nachfolger-Duell zwischen dem Salzburger Shootingstar Marco Rose, 41, und Roger Schmidt (51/Beijing Guoan) entwickeln. Beide sind Pressing-Monster, haben Charisma und eine Rangnick-Vergangenheit. RR hat Rose 2013 zum Nachwuchstrainer von Red Bull Salzburg gemacht, half seinem Ex-Spieler (Hannover 96) beim Ergattern eines Lehrgangsplatzes für die Fußball-Lehrer-Lizenz. Problem: Wenn die in Salzburg nicht über die Maßen beliebten Leipziger Rose(n) kaufen, wird das Urlaubsland Österreich für alle Sachsen gesperrt, werden Mozartkugeln aus Stahl in die Exporte nach Leipzig geschmuggelt.

Also doch Schmidt?

Der selbstgewisse Rangnick-Günstling stieß 2012 nach Salzburg, schielte nach seiner Entlassung bei Bayer Leverkusen im März 2017 auf einen Job in der Premier League. Weil sich der nicht auftat, wechselte Schmidt nach Beijing Guoan. Im Reich der Mitte kassiert der Mann viel Schmerzensgeld, isst viel Reis und viel Wan-Tan-Suppe. Die chinesische Liga ist gut fürs Portmonnaie und für die Figur, im Fernsehen laufen wunderbare Kungfu-Filme. Schmidt hat sich trotzdem eine Ausstiegsklausel in den Vertrag schreiben lassen. Ein Schmidteinander wäre stressfreier als ein deutsch-österreichischer Rose(n)krieg.

Stichwort Kader: RB Leipzig geht mit dem Wettbewerbsnachteil fehlender Trainer ins Rennen um neue Fußballer. Aber: Die Wunschliste steht seit längerem, beruht auf der bekannten RB-Philosophie und wird unbeeindruckt von der Trainer-Frage abgearbeitet.

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Vorteil RB: Rangnick ist wie ein Guppy, wenn er etwas will, genießt bei Beratern und Spielern hohes Ansehen, hat brillante Karriere-Entwicklungen und fette Mehrwerte vorzuweisen. Mit der FC-Liverpool-Kohle für Rangnicks 2016er-Transfer Naby Keita könnte RB ein zweites Trainingszentrum bauen. Dayot Upamecano wurde zu einem international gefragten Abwehrspieler. Ibrahima Konate wandelt auf Upas Spuren. In Jean-Kevin Augustin schlummert Weltklasse, in Bruma mindestens Bundesliga-Top-Niveau. Und Konrad Laimer kann Rechtsverteidiger. Das können nicht viele.

Look of love: Quotenking Ademola Lookman (elf Spiele, fünf Tore, vier Vorlagen) soll dem FC Everton abgekauft werden. Rangnick will, Lookman will. Jetzt muss nur noch der FC Everton merken, dass er auch will. Amadou Haidara (20/Salzburg) soll Keita beerben, an Marius Wolf (22/Frankfurt) baggern viele, die Akte Umaro Embalo (17/Benfica Lissabon) wurde zur Wiedervorlage gezückt. Rangnick verspricht: „Wir werden wieder einen spannenden Kader haben.“

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