06. Dezember 2018 / 15:55 Uhr

RB-Leipzig-Star Marcel Sabitzer zu Besuch in Bennewitz

RB-Leipzig-Star Marcel Sabitzer zu Besuch in Bennewitz

Haig Latchinian
RB-Spieler Marcel Sabitzer signiert auf dem Minitor, das der Bennewitzer Fanklub eigens für den örtlichen Sportverein gebaut hat.
RB-Spieler Marcel Sabitzer signiert auf dem Minitor, das der Bennewitzer Fanklub eigens für den örtlichen Sportverein gebaut hat. © Haig Latchinian
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Die größte Herausforderung bei den RB-Fanklub-Treffen kam Marcel Sabitzer zu: Der Österreicher schlug sich zu später Stunde bis zum Forsthof Waidmannsheil durch – und kehrte reich beschenkt nach Leipzig zurück.

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Bennewitz. Hätte RB-Star Marcel Sabitzer geahnt, dass ihn ein Mann mit offenen Armen erwartet, der regionales Bullenfleisch zu Knackern verwurstet – er wäre womöglich nicht in den tiefen dunklen Wald zu den RB Freunden Bennewitz gefahren. Doch er fuhr, sah und siegte. Jens Kühnapfel, Fleischer aus Bennewitz, belohnte diesen Mut und überreichte seinem Idol die leckeren „Bullenbeißer“ aus eigener Herstellung: Auf dass Sabi am Sonnabend in Freiburg möglichst bissig spiele.

Kevin Kampl musste kurzfristig absagen

Schon unter der Woche und vor dem Spiel am Sonnabend in Freiburg ging Fußball-Bundesligist RB Leipzig in die Offensive. Spieler schwärmten aus, um 14 der 44 offiziellen Fanklubs in der Stadt und auf dem Land zu beglücken. Die größte Herausforderung kam dabei Ösi-Ossi Sabitzer zu. Der schlug sich zu später Stunde bis zum Forsthof Waidmannsheil durch – mitten im Planitzwald. Feingeist Kevin Kampl, der als Begleiter geplant war, meldete sich kurzfristig krank, sah im heimischen Bett womöglich eh schon Gespenster.

Viele Kinder(-fragen)

Wer sich zweimal den Arm auskugelt und trotzdem noch lachen kann, der schultert auch frei laufende Wildschweine, sagten sich wohl die Verantwortlichen. Und so spielte auch RB-Fan „Kühner“ auf Sabitzers Furchtlosigkeit an: „Warum läufst du als Einziger ohne Schienbeinschützer auf?“ Das sehe nur so aus, antwortete der 24-Jährige. „Ich spiele ja mit Schonern, habe aber meist die Stutzen unten. Das bringt mir Glück.“

Das Lokal von Wirt Sven Rauchhaupt, bekennender RB-Fan, war gut gefüllt. Die RB-Freunde Bennewitz, das sind fast 800 Männer, Frauen und viele, viele Kinder. Der kleine Luke war sogar in Porto mit und fragte: „Sabi, wenn du ein Angebot von Real Madrid bekommst, würdest du gehen?“ – Er würde ablehnen, entgegnete der österreichische Nationalspieler, der nicht wie andere in bunten Schuhen kickt, sondern noch in den guten alten schwarzen.

Prägnante Antworten vom Profi

„Wie viele Euros kriegst du“, wollte Dreikäsehoch Moritz wissen. Davon hänge ab, ob er Fußballer oder Elektriker werde. Die Antwort blieb der Star ausnahmsweise schuldig. Er druckste auch rum, als ihn Youngster Albert auf den Kopf zu fragte, ob er bei Sabi mal zum Zocken vorbeikommen dürfe. Klein-Philipp interessierte, wie das so gewesen sei, als in Istanbul plötzlich das Flutlicht ausgefallen war? Sabitzer: „Dunkel.“ Was er nicht sagte: So dunkel wie im Planitzwald ...

Die Antworten so kurz und knackig wie die RB-Trainingseinheiten – die dauerten in der Regel nicht länger als anderthalb Stunden. Sabitzer lobte den „detailversessenen“ Trainer, die stabilisierte Abwehr, das hoch professionelle Umfeld. Alle Spieler bekämen ihre Einsatzzeiten, niemand müsse auf der Bank schmoren. Auf Ulis Frage, was er zu Euro League 1 und 2 sage, antwortete er: „Nichts, wir wollen Champions League spielen.“ Beifall gab’s, als Sabitzer den RB-Fans ein Kompliment machte: „Die Stimmung ist phänomenal. Du denkst, das Stadiondach fliegt weg.“

Kabinen-DJ Ilsanker

Der kleine Luke wollte es genauer wissen. Nachdem er erfahren hatte, dass Sabitzer eher auf längere Haare stehe, hakte er nach: „Sabi, hast du Hobbys?“ – „Zwei Hunde, eine Freundin und eine Playstation.“ Moderator Rainer interessierte, welche Mucke in der Kabine laufe und wer DJ sei: „Ilse (Stefan Ilsanker) hat eine Liste zusammengestellt. Ich selbst höre Hip-Hop.“ Sprach’s und signierte die Latte jener beiden bereitstehenden Tore, die der Bennewitzer Fanklub extra für den örtlichen Sportverein gebaut hatte.

Jungspund Luke ließ sich sogar ein Autogramm auf seiner neuen schicken Winterjacke verpassen. Zuvor erkundigte sich Sabitzer, wohl erzogen wie er ist, beim Vater, ob er das tatsächlich tun solle. Die Schlange derer, die ein Foto mit Sabitzer wünschten, wollte kein Ende nehmen. Es gab Kesselgulasch für die Besucher und Bennewitzer Butter-Rosinen-Stollen für den Star-Gast. Bullenbeißer und Butterstollen – jetzt fehlt nur noch der Sabitzer-Doppelpack in Freiburg.

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