RB Leipzig trifft auf den SSC Neapel. RB Leipzig trifft auf den SSC Neapel. © Regina Katzer
RB Leipzig trifft auf den SSC Neapel.

Freude und betretene Mienen: RB Leipzig trifft auf den SSC Neapel

Die Messestädter müssen in der Europa League zunächst auswärts ran, genießen dafür im entscheidenden Rückspiel Heimrecht.

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Nyon. Jubel sieht anders aus. RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff, Head of Operation Ulrich Wolter und Florian Scholz, Direktor Marketing und Kommunikation, verzogen nach der Auslosung der siebenten Paarung in der Europa League keine Miene und nickten im gleichen Takt mit dem Kopf. RB Leipzig muss im Sechszehntelfinale gegen den ehemaligen Maradona-Club SSC Neapel spielen. Es ist eine der schwersten Aufgaben, die für die Roten Bullen möglich waren. „Das Los fühlt sich wie ein Champions League-Spiel an. Nachdem wir unser Ziel, international zu überwintern, erreicht haben, gehen wir selbstbewusst in diese Partien und starten die zweite Etappe auf unserer Expedition durch Europa", sagte Mintzlaff.

Als einer der vier besten Drittplatzierten aus der Gruppenphase der Königsklasse genießt die Hasenhüttl-Elf im Rückspiel am 22. Februar Heimrecht. Am 15. Februar tritt der Bundesligist zunächst im Stadio San Paolo gegen Neapel an.

Mit der 1500 Kilometer langen Reise nach Italien hat sich zumindest ein Wunsch von Trainer Ralph Hasenhüttl erfüllt, der im Vorfeld meinte: „Ich reise lieber in den Süden, als dorthin, wo es kalt ist.“ Kurz vor dem Abschlusstraining am Nachmittag um 14 Uhr vor der Partie am Dienstag beim VfL Wolfsburg verfolgten Spieler und Coach die Auslosung in der Akademie am Cottaweg. „Ich finde es super spannend, dass wir in dem tollen Wettbewerb dabei sein dürfen. Wichtig ist, dass wir es sportlich gut machen und diese Erfahrung sammeln können“, meinte der Trainer vor der Auslosung.

Freuten sich nicht so recht: Florian Scholz (l.) und Oliver Mintzlaff. Freuten sich nicht so recht: Florian Scholz (l.) und Oliver Mintzlaff. © Regina Katzer

Spieler freuen sich

Diego Demme zeigte sich in einer ersten Reaktion sehr zufrieden mit dem Los: "Das werden bestimmt zwei richtig geile Spiele. Neapel ist ein absolutes Top-Team. Das wird für uns wieder eine große Herausforderung, auf die wir uns sehr freuen. Wir wollen natürlich versuchen, auch in diesem beiden Ko-Spielen unser Bestes zu geben und weiter zu kommen." Ein Freudensprung dürfte auch Demmes Vater Enzo gemacht haben. Der SSC ist nämlich sein Lieblingsclub. Und seinen Sohn nannte er Diego, nach Napoli-Legende Maradona.

Kapitän Willi Orban wirkte indes weniger euphorisch, aber immer noch positiv gestimmt. "Neapel ist auf jeden Fall ein sehr interessantes Los und eine große Aufgabe, die wir gerne annehmen. Wir freuen uns auf die Ko-Spiele", so der Abwehr-Chef der Roten Bullen. Trainer Ralph Hasenhüttl sagte: „Ich hatte ja geglaubt, wir seien aus der Champions League ausgeschieden. Dieses Los spricht für die Attraktivität des Wettbewerbs und fühlt sich für uns fast wie ein Champions-League-Achtelfinale an.“

Stark in der Liga

Die Italiener wanderten erst durch einen Gegentreffer in der Nachspielzeit des letzten Spiels in der Champions League bei Feyenoord Rotterdam in den zweiten Lostopf. Durch die 1:2-Niederlage hatte der SSC bei besserem Torverhältnis einen Punkt weniger als RB in seiner Vorrunden-Gruppe auf dem Konto und kam somit nicht mehr unter die vier gesetzten Teams für den ersten Lostopf. Die Mannschaft scheiterte in der Königsklasse am Ende deutlich an Manchester City und Schachtar Donezk. Immerhin: Gegen die Ukrainer gelang Neapel ein 3:0-Heimsieg.

Mehr zur Auslosung

Auffällig war in der Vorrunde vor allem Lorenzo Insignie. Der nur 1,63 Meter große italienische Nationalspieler erzielt vier der elf Neapel-Treffer. Die geballte Erfahrung bringt dagegen Kapitän Marek Hamsik (30) mit. Der slowakische Nationalspieler ist seit zehn Jahren für den Verein aus der Serie A aktiv.

In der heimischen Liga mischt Neapel das Feld in dieser Saison ordentlich auf. Mit einem Punkt Rückstand belegt der SSC derzeit hinter Inter Mailand den zweiten Platz in der Tabelle.

Die Italiener kennen die Messestadt

Neapel und Leipzig: Da war doch schon einmal etwas. Vor 29 Jahren trafen die Italiener im Uefa-Cup auf den 1. FC Lok Leipzig, damals mit Weltmeister Diego Maradona. Nach einem 1:1 im Zentralstadion (Tore: 1:0 Zimmerling, 1:1 Francini) folgte ein 2:0 (1:0 Francini, 2:0 Scholz/Eigentor) für die Gastgeber. Loks Torsten Kracht denkt noch heute gern an die beiden Partien zurück. Beim Warmmachen konnte er sich nämlich nur schwer auf eigene Leibesübungen konzentrieren, beobachtete die SSC-Ikone Maradona.

Diego Maradona und René Müller begrüßen sich am 26.10.1988 im Leipziger Zentralstadion. Diego Maradona und René Müller begrüßen sich am 26.10.1988 im Leipziger Zentralstadion. © Klaus-Dieter Gloger

„Diego machte unglaubliche Dinge mit dem Ball, alles im Stand, der lief keinen Meter“, so Kracht. Im Spiel war er dann nicht zu bremsen. „Den konnte man nicht mal weggrätschen. Wenn ich mit dem langen Bein gekommen bin, war er schon weg. Mit Ball“, sagt Kracht. Es war das letzte Europapokalspiel in der Messestadt für knapp 30 Jahre, bis im September diesen Jahres im Leipziger Stadion die Hymne der Champions League erklung.

Flüge noch preiswert

Der Vorverkauf für das Spiel wird Anfang 2018 beginnen. Alle Dauerkartenbesitzer haben noch vor dem regulären Vorverkaufs-Start vom 8. bis 15. Januar die Möglichkeit, ihren Stammplatz für den Europapokal zu verlängern, teilt RB Leipzig auf seiner Homepage mit. Ab dem 15. Januar beginnt der Online-Vorverkauf.

Wer sich am 15. Februar auf den Weg nach Neapel machen will, sollte schnell buchen, denn die aktuellen Preise dürften in Bälde in die Höhe schnellen. Unmittelbar nach der Auslosung kostete ein einfacher Flug mit easyJet von Berlin-Schönefeld nach Neapel 40 Euro (am Spieltag) bzw. 44 Euro (am Vortag). Der Rückflug am 16. Februar kostete zu diesem Zeitpunkt 48 Euro. Die Flugdauer beträgt in jedem Fall 2 Stunden und 15 Minuten.

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