03. Dezember 2018 / 12:30 Uhr

RB Leipzig wird langsam erwachsen: „Das sind Pflichtsiege, wenn man oben mitspielen möchte“

RB Leipzig wird langsam erwachsen: „Das sind Pflichtsiege, wenn man oben mitspielen möchte“

Anne Grimm
LEIPZIG,GERMANY,02.DEC.18 - SOCCER - 1. DFL, 1. Deutsche Bundesliga, RasenBallsport Leipzig vs Borussia Moenchengladbach. Image shows Peter Gulacsi and Dayot Upamecano (RB Leipzig). Photo: GEPA pictures/ Roger Petzsche - DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video - For editorial use only. Image is free of charge
RB Leipzigs Peter Gulacsi und Dayot Upamecano beglückwünschen sich nach dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (2:0) © GEPA pictures
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Das Ziel Champions League ist längst kein Geheimnis mehr, die Ansprüche im dritten Bundesligajahr sind gestiegen. Der Erfolg im Topspiel gegen Gladbach zeigt: RB Leipzig ist reifer geworden und zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, wie Trainer Rangnick betont.

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Leipzig. Kurzer Blick zurück, Anfang Dezember 2017: RB Leipzig hat 0:4 in Hoffenheim verloren, holt bis zum Weihnachtsfest aus vier Spielen nur zwei Punkte, rutscht von Bundesligaplatz zwei auf fünf ab. Ein Jahr später sind die Zeichen andere. Gegentore? Gab es in einem Ligaheimspiel letztmals am 15. September beim 3:2-Sieg gegen Hannover. Ein Platz in der Spitzengruppe der Bundesliga – beim Restprogramm bis zum Heiligabend mit Freiburg (A), Mainz, Bayern (A) und Bremen – das klare Ziel der Mannschaft.

Warum Ralf Rangnick mit RB im Vergleich zum vergangenen Jahr in dieser Phase ein Topteam bleiben wird, begründet der 60-Jährige so: „Wir gehen vom Ansatz ein bisschen anders vor. Unser Spiel lebt vom Spiel gegen den Ball, der Beteiligung aller. Wenn wir das so wie gegen Gladbach machen und einigermaßen alle an Bord haben, können wir in der Bundesliga jeden schlagen.“ Das Thema Ballbesitz – es war ein diskussionsbehaftetes Ende 2017, zwischen den beiden Ralphs/Ralfs.

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RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach ©
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Zurück zur Gegenwart: Nach zwei Niederlagen in Folge ging RB mit einer beeindruckenden Souveränität ins Spitzenspiel gegen Gladbach. Der Trainer wollte unter vielen starken Fußballern nach dem 2:0-Sieg keinen hervorheben, tat es bei Timo „Doppelpacker“ Werner, der mit seinen Treffern sieben und acht auf Platz drei der Torjägerliste kletterte, dann doch. „Was mich neben den Toren sehr gefreut hat, war das Spiel von ihm gegen den Ball. So wünsche ich mir Timo für die nächsten Wochen“, lobte Rangnick.

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Die Mannschaft hat schnell zu ihrer Stärke zurückgefunden, nach zwei knappen Niederlagen in suboptimaler Besetzung. „Es ist nichts Großartiges passiert. Wir haben einfach gesagt, wir gehen weiter unseren Weg, verändern nichts“, sagte Rückkehrer Kampl. Es scheint, als ob die Rasenballer trotz ihres jungen Alters erwachsener geworden sind. Mit 24 Jahren im Schnitt sind die eingesetzten Spieler immer noch die zweitjüngsten der Liga. 15 Gegentreffer 2017, zum selben Zeitpunkt sind es ein Jahr später zehn. Poulsen meint: „Wir sind cleverer geworden. Nicht wie noch letzte Saison in einen blöden Konter reingelaufen, wenn wir in Führung sind. Haben den Ball und die Gladbacher ein bisschen laufen lassen.“

Gäste-Coach Dieter Hecking, der mit seinem Team die zweitbeste Offensive der Liga stellt, musste anerkennen: „Sie haben nicht viel zugelassen, auch bei uns nur Halbchancen.“ Das ausgerechnet die zwei Jungspunde Dayot Upamecano (20) und Ibrahima Konate (19) in der Innenverteidgung so abgezockt agierten und mit ihrer Körpersprache keine Zweifel zuließen, beeindruckte auch Rangnick: „Heute haben sie in der Tat extrem gut harmoniert, viele Bälle abgelaufen, gegen das Tempo von Gladbach.“

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(1) Peter Gulacsi: Macht seinen ersten Saison-Fehler, muss den Schuss von Günter besser abwehren. Sonst chancen - und fehlerlos. Note 3. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Macht seinen ersten Saison-Fehler, muss den Schuss von Günter besser abwehren. Sonst chancen - und fehlerlos. Note 3. ©

Es kam viel Positives zusammen am ersten Advent. Die Rückkehr des omnipräsenten Mittelfeldtrios Diego Demme, Marcel Sabitzer und Kevin Kampl sowie die damit verbundenen tödlichen Pässe nach vorn. Die frühe Führung, die sich der RB-Coach aufgrund der Gladbacher Konzentrationsschwächen der vergangenen Wochen genauso ausgemalt hatte – alles lief nach Plan. Auch die Konkurrenz spielte mit: Weil Frankfurts starke Serie ohne Niederlage am Sonntagabend wie die der Leipziger eine Woche zuvor gegen Wolfsburg riss, kletterte RB Platz auf drei. Keeper Gulacsi betonte: „Es ist wichtig, vor allem gegen unsere direkten Konkurrenten zu Hause Punkte zu sammeln. Das sind Pflichtsiege, wenn man oben mitspielen möchte.“

Vor dem endgültigen Jahresendspurt kommt dem kleinen RB-Kader nun eine normale Bundesligawoche gelegen. Der zuletzt an seinem Sprunggelenk laborierende Kampl meint: „Ich werde sehen wie ich mich fühle, wenn ich aus dem Bett steige. Ob meine Muskulatur heil geblieben ist, aber ich hoffe jetzt, dass ich bis Weihnachten durchziehen kann.“ Am Dienstag bleiben die Türen am Cottaweg geschlossen, genießen die Profis einen freien Tag. Am Mittwoch beginnt die Vorbereitung auf die Auswärtspartie beim SC Freiburg.

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